The Witcher | Warum die Serie es besser macht als die Spiele

von Michael Sonntag (Mittwoch, 08.01.2020 - 18:16 Uhr)

Das Trio ist komplett: Nun existiert der Witcher sowohl im Buch, auf der Konsole als auch im Streaming-Dienst. Aber wie ich finde, musste die Serie die Kritik der Fans nicht fürchten. Sie schafft, was das Spiel nicht geschafft hat.

The Witcher erobert Netflix

Es kann nur einen Witcher geben (neben dem Buch)

Als die Serie erschien, konnte man förmlich spüren, dass sich eine kolossale Explosion ereignen musste. Dass die Qualität der Serie sich automatisch an der von Buch und Spiel(en) messen lassen musste. Daran, ob sie auch wirklich das Recht besitzt, zu existieren und denselben Stoff zu behandeln. Doch der Knall blieb aus. Die Serie kommt bei den meisten Zuschauern gut an, und wie auch unsere Umfrage auf Facebook zeigt, die nach den Stärken und Schwächen beider Adaptionen fragte, ist der allgemeine Konsens: Das Buch ist gut, die Spielreihe ist gut und die Serie ist auch gut.

Lediglich oberflächliche Dinge wie das Aussehen mancher Charaktere und die Zeitsprünge stießen den Leuten sauer auf. Aber ehrlich? Ich finde, dass die Serie demonstriert, wie die Spiele hätten sein sollen.

Auf keinen Fall möchte ich sagen, dass die Spiele schlecht sind (gerade The Witcher 3: Wild Hunt hat eine konkurrenzfreie Open World) oder dass die Serie das Beste ist, was jemals über die Fernsehbildschirme gelaufen ist (Bis es wirklich cool wird, muss erst eine seichte Krimistruktur überstanden werden) - aber die Witcher-Seele liegt in der Buchvorlage, welche die Spielereihe für ein besseres Skyrim verwendet, während die Serie sie dagegen wirklich zu nutzen weiß.

Das Kernstück von The Witcher besteht für mich aus einer düsteren Mittelalter-Welt mit Fantasy-Elementen, aus menschlichen Charakteren, die nicht wie Märchenfiguren stur dem Schicksal-Skript folgen, sondern auch an ihren Ängsten verzweifeln und ihre Gelüste befriedigen wollen. Aus einem komplizierten politischen Gefüge mit vielen manipulativen Interessenparteien, die bereit sind, sich für ihre Zwecke über sämtliche moralischen Grenzen hinwegzusetzen.

Die Welt im Spiel dagegen ist trotz viel Dreck und Elend oftmals bunt und schön, ein malerischer Freizeitpark mit vielen Beschäftigungen. Erzählerisch ist das Spiel manchmal wie eine GZSZ-Seifenoper schrulliger Charaktere - zwar ein großartiges Spiel, aber vom originalen The Witcher weit entfernt. Open World und Comic-Look widersprechen der Buchvorlage. Die Serie macht es vor, wie es sein müsste: The Witcher ist linearer, grausamer, cinematischer aufgebaut, lässt uns tiefer in die Figuren blicken. Es enthält keine Batman-Kämpfe, sondern fungiert wie ein gnadenloses Dark Souls.

Wisst ihr, in welchen Spielen diese 10 Easter Eggs zu finden sind?

Welchen Witcher man genießen möchte, ist natürlich jedem selbst überlassen. Aus dem gleichen Holz sind sie allerdings nicht - oder es sind immense Kompromisse notwendig, um die Spielreihe qualitativ mit Buch und Serie zu vergleichen. Als ich die Serie gesehen habe, war ich erleichtert zu wissen, dass es eine tatsächliche bildliche Umsetzung gibt. Ein Spiel müsste anders sein, um gleichzeitig gut zu sein und den Witcher würdig wiederzugeben.

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