Vorschau - Ori and the Will of the Wisps | Der vielleicht perfekte 2D-Hüpfer?

von Thomas Stuchlik (Mittwoch, 26.02.2020 - 09:00 Uhr)

Bereits der erste Teil von Ori gilt als ein kleines Meisterwerk des Hüpfspiel-Genres. Mit dem Nachfolger erwartet euch ein größeres Abenteuer mit mehr Spieltiefe und RPG-Elementen. Ein erstes Probespiel.

Die Moon Studios aus Österreich bleiben sich treu und liefern im März 2020 mit Ori and the Will of the Wisps das lang erwartete Sequel zu Ori and the Blind Forest von 2015. Dabei bauen die Entwickler auf bewährte Stärken: eine zauberhafte Spielwelt, eine durchdachte Hüpfmechanik, charmante Charaktere. Wieder schlüpft ihr in die Rolle des titelgebenden Geistes Ori, der glücklich mit seiner ungleichen Ziehfamilie, bestehend aus Gumo und Naru lebt. Dazu gesellt sich nun die frisch geschlüpfte Eule Ku.

Doch Ku und Ori gelangen versehentlich weit hinter die Grenzen des Waldes Nibel in einen Gewittersturm und landen in den unbekannten Gefilden von Niwen. Genau wie im ersten Teil seid ihr auf euch allein gestellt und erkundet eine wundervolle 2D-Landschaft. Held Ori ist wiederum ein wahrer Akrobatikkünstler und erklimmt Plattformen und Steilwände. Schade nur, dass der Hauptdarsteller seine Fähigkeiten aus Teil 1 vergessen hat und wiederum bei Null beginnt. Doch diesmal gibt es viel mehr zu lernen. Ori kann beispielsweise an Moos klettern und somit Überkopf-Abschnitte meistern. Daneben hält er sich an vertikalen Abgründen automatisch fest, was eine erhebliche Erleichterung zum Vorgänger bildet.

Märchenhafte Spielwelt

Für unser Probespiel bei Microsoft in München durften wir die ersten drei Stunden des Abenteuers antesten. Von Beginn an zieht euch die zaubervolle Spielwelt in ihren Bann. Ori punktet wiederum mit einer zweidimensionalen Naturkulisse, die jedoch dank unterschiedlicher Tiefenebenen unglaublich plastisch wirkt.

Neue Spielszenen aus Ori and the Will of the Wisps

Schnell entfaltet sich in dieser prächtigen Kulisse die typische Spielatmosphäre mit all ihren feinen Details. Jeder Baum, jede Ranke, jedes Blatt erscheint liebevoll gestaltet und animiert. Gleichzeitig erscheint die Optik farbenfroh, jedoch nie kitschig. Zudem wurde dem Hüpfabenteuer auch spieltechnisch mehr Leben eingehaucht. Ihr trefft unterwegs Charaktere für ein kurzes Schwätzchen oder für den Handel. Einige Bewohner benötigen eure Hilfe, andere bieten dagegen interessante Gegenstände oder nützliche Informationen.

Die gezeichnte 2D-Grafik erstaunt immer wieder durch ihre Detailtiefe.Die gezeichnte 2D-Grafik erstaunt immer wieder durch ihre Detailtiefe.

Wie vormals sucht ihr immer wieder nach Schlüsselsteinen für versperrte Tore. Deshalb ist der regelmäßige Blick auf die Übersichtskarte hilfreich, welche alle interessanten Orte markiert. Ungewohnt ist jedoch, dass wir beim ersten Anspielen keine selbsterstellten Speicherpunkte an beliebiger Stelle platzieren dürfen. Wir wollen jedoch nicht ausschließen, dass dies eine später erlernbare Fähigkeit ist.

Alleskönner Ori

Wie erwähnt erweist sich Geist Ori als agilerer Kletterkünstler, der nicht nur Doppel- und Dreifachsprung meistern kann. Ebenso taucht er in sandige Untergründe hinab, nutzt Greifhaken und auch einen magischen Bogen. Damit könnt ihr allerlei Dinge anvisieren und unter Beschuss nehmen. Beispielsweise Frosch-Statuen, damit diese ihre Zungen ausfahren, die dann als temporäre Sprungplattform dienen.

Erlernte Fertigkeiten wie das Bogenschießen legt ihr auf die Action-Tasten (Anzeige unten Mitte.)Erlernte Fertigkeiten wie das Bogenschießen legt ihr auf die Action-Tasten (Anzeige unten Mitte.)

Mit dem Bogen ballert ihr auch auftauchende Gegner ab. Alternativ bekämpft ihr sie mit Schwert, Hammer oder Bombe. Zeitweise nutzt Ori auch eine Fackel, um Holz in Brand zu stecken und den ersten Zwischenboss (einen mies gelaunten Riesenwolf) zu vertreiben. Ori and the Will of the Wisps besitzt einige seichte Rollenspiel-Elemente. Anstatt des linearen Technik-Baums des Vorgängers erlernt ihr immer neue Fähigkeiten, die ihr beliebig auf die drei Schnellwahl-Tasten B, X und Y legt. So könnt ihr beispielsweise mit einer Lichtklinge um euch schlagen oder einen zielgerichteten Kompass nutzen.

Gleichzeitig nutzt Ori passive Fähigkeiten wie das Hängen an Wänden, höhere Schadensresistenz oder die Anziehung von Orbs. Frische Fertigkeiten gibt es nicht nur an versteckten Lokalitäten, sondern auch für entsprechende Bezahlung bei örtlichen Händlern.

Neben der emotionalen Story, die ihr im Alleingang erlebt, stellt ihr euch einem asynchronen Mehrspieler-Modus. Dabei absolviert ihr möglichst schnell Hindernis-Parcours, um eine Bestzeit vor euren Freunden hinzulegen.

Bewertung von Thomas Stuchlik

Was für ein bezauberndes Spektakel, das sich auf dem Bildschirm entfaltet! Bereits der Vorgänger Blind Forest hat mich mit seiner liebevollen 2D-Inszenierung gefesselt. Will of the Wisps legt noch einen drauf und gibt euch mehr Freiheiten an die Hand. Dabei hatte ich zunächst Bedenken, dass die Einfachheit des Originals verwässert und unnötig verkompliziert wird. Doch beim Anspielen wird schnell klar, wie simpel und eingängig das Spiel weiterhin gemacht ist.

Schön auch, dass die Welt dank regelmäßig auftauchender Charaktere lebendiger erscheint. Zudem entscheidet ihr nun freier, welche Fähigkeiten ihr wo nutzen wollt. Einzig die vorgegebenen Rücksetzpunkte könnten bei abermaligem Scheitern nerven. Auch schade, dass bisher keine Switch-Umsetzung geplant ist. Ori and the Will of the Wisps bleibt erstmal ein Exklusivspiel für PC und Xbox One.

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