AC: Valhalla - "Ubisoft lässt uns entweder Monster oder Softis spielen" (Kolumne)

von Michael Sonntag (Samstag, 23.05.2020 - 10:55 Uhr)

Das neue Assassin's Creed: Valhalla wird die Wikingerzeit und ihr Auftauchen in Europa behandeln. Hierbei sehe ich allerdings ein Problem: Wird sich Ubisoft wirklich trauen, die Wikinger historisch akkurat darzustellen oder wird der Entwickler sie für den Spielspaß verharmlosen? Es gibt drei mögliche Szenarien für Assassin's Creed: Valhalla, wovon ich jedes schwierig finde.

Mit Assassin's Creed: Valhalla hat Ubisoft ein mutiges Setting gewählt. Aber wird er es auch angemessen behandeln oder den Mythos nur als PR-Schild in der Weihnachtsschlacht verwenden?Mit Assassin's Creed: Valhalla hat Ubisoft ein mutiges Setting gewählt. Aber wird er es auch angemessen behandeln oder den Mythos nur als PR-Schild in der Weihnachtsschlacht verwenden?

Assassin's Creed: Valhalla - Wie viel Wikinger steckt wirklich drin?

Nein, kein feudales Japan, kein römisches Reich, keine Moderne mit Assassinen-Sniper: Der neue Teil Assassin's Creed: Valhalla nimmt sich dem Mythos der gefürchteten Wikinger an. Aber waren es wirklich Bestien? Eine Frage, mit der sich auch der erste Trailer beschäftigt, den ihr euch unten ansehen könnt. Die historisch belegte Antwort lautet Jein. Die Wikinger verfügten zwar entgegen aller Horrorgeschichten auch über eine reichhaltige Kultur und ein ausgefeiltes Handelssystem, andererseits - das bezeugen die dutzenden Überfälle in Europa im Mittelalter - galten sie auch als äußerst brutale Plünderer.

Das Aufeinandertreffen von England und den Wikingern ist ein historisch mutiges Setting für ein Videospiel, bei dem es größenteils nur Grau- und Schwarztöne gab. Während der Spieler in allen früheren "Assassin's Creed"-Teilen noch gewissermaßen einen "Helden" auf der historisch "guten" Seite verkörperte, wird er als Wikinger in Assassin's Creed: Valhalla eine Täterrolle nicht mehr von sich weisen können.

Während das Setting so gesehen viel Potenzial für moralische Konflikte birgt, bin ich mir unsicher, ob Ubisoft dieses auch wirklich nutzen wird. Spiele wie Far Cry 5 und The Division haben gezeigt, dass Ubisoft sich zwar gerne kontroverser Themen bedient, im fertigen Spiel aber letztendlich abwaschbar und unproblematisch bleiben möchte. Deswegen frage ich konkret: Wie viel Wikinger wird wirklich in Assassin's Creed: Valhalla drinstecken? Kann ich als Wikinger auch plündern gehen? Und Unschuldige umbringen? Oder welcher Art von Wikingern werde ich im Spiel begegnen?

In Assassin's Creed: Valhalla treffen zwei Welten aufeinander:

Assassin's Creed: Valhalla - guter, böser oder gar kein Wikinger?

Aus den bisherigen Previews zu Assassin's Creed: Valhalla ging hervor, dass die typischen Raubzüge der Wikinger im Spiel als Raids, als externe Missionen, vorkommen werden. Gerade hierbei bin ich gespannt, wie Ubisoft das Wikinger-Wesen darstellen wird und welche Rolle er für den Spieler als Protagonist Eivor vorsieht. Für mich ergeben sich drei Varianten:

  1. Eivor nimmt nicht an den Plünderungen teil

Die brutalen Plünderungen existieren, aber Eivor nimmt nicht daran teil, weil er nichts davon hält, Unschuldige umzubringen. Während seine Raids sich ausschließlich auf militärische Stützpunkte konzentrieren, versucht er gleichzeitig - weil ihm die Assassinen die Augen öffnen - , Leute aus den eigenen Reihen davon abzuhalten, sinnlos zu morden und zu brandschatzen. Das ist eine sehr komplizierte Variante, die viel Feingefühl erfordert, aber ein äußerst interessantes Spiel bieten könnte.

  1. Eivor plündert ohne Einschränkungen

In dieser Variante sind wir auf den Raubzügen durch und durch Wikinger. Wir können Häuser in Brand stecken, kämpfen gegen Zivilisten, die sich in der Not bewaffnet haben, und können nach der Plünderung - ähnlich wie bei den Schiffskämpfen in Assassin's Creed: Black Flag - entscheiden, ob wir die Überlebenden versklaven oder hinrichten. Ein gewagtes Experiment, Ubisoft würde dem Spieler in Assassin's Creed: Valhalla nicht nur eine historische Spielwelt, sondern stattdessen die Historie selbst zum Spielen geben. Es ergibt sich nur die Frage, ob und wie man die Spieler dazu motivieren kann, einen "authentischen" Wikinger spielen zu wollen.

  1. Eivor plündert mit starken Einschränkungen

Hinter den Raids verbirgt sich nichts anderes als die typischen Festungseroberungen aus den vorherigen Teilen. Wir greifen als Wikinger diverse bewaffnete Stützpunkte an, die ausschließlich von Soldaten bewacht werden. Unbeteiligte Zivilisten kommen nicht vor. Die historischen Plünderungen finden in Assassin's Creed: Valhalla nicht statt. Das wäre die einfachste, aber auch langweiligste Variante. Damit wäre das Wikinger-Setting lediglich ein neuer Skin für die gewöhnliche "Assassin's Creed"-Formel.

Egal, welche Variante in Assassin's Creed: Valhalla verwendet wird - Natürlich kann an der historischen Wirklichkeit für den Spielspaß geschraubt werden, ein bestimmtes, vielleicht sogar "befremdliches" Grundfeeling wäre für ein historisches Spiel dennoch wünschenswert. Andererseits kann es aber auch sein, dass Ubisoft im Grunde keine Geschichte vermitteln, sondern nur die Möglichkeit bieten möchte, in einer Simulation eine romantische Geschichtsphantasie auszuleben, hierbei die von einem coolen Wikinger. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden, aber es wäre verschenktes Potenzial.

Ich bin gespannt, wie viel Wikinger in Assassin's Creed: Valhalla letztendlich stecken wird, wenn es Weihnachten 2020 erscheint. Selbst wenn es keine gewagte Geschichtssimulation wird, kann es dennoch ein sehr unterhaltsames Spiel werden. Welches Szenario findet ihr am besten und welches wäre das wahrscheinlichste? Schreibt mir eure Meinung gerne in die Kommentare!

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