Vorschau Dirt 5: Unkomplizierter Offroad-Spaß mit Strecken-Baukasten

von Thomas Stuchlik (Donnerstag, 27.08.2020 - 20:00 Uhr)

Codemasters bringt mit dem kommenden Dirt 5 eine schicke Querfeldein-Raserei mit zahlreichen Spielmodi und einem Strecken-Editor für akrobatische Kurse. Gleichzeitig ist es eines der ersten Spiele, die 120 fps auf PS5 und Xbox Series X erreichen sollen. Reicht das für genug Fahrfreude?

Gleich vorab: Beim im Oktober erscheinenden Offroad-Spektakel Dirt 5 wird der Spaßfaktor groß geschrieben, das Spiel will nichts von Realismus wissen. Denn für letzteren ist die Ablegerreihe Dirt Rally 2.0 zuständig. Stattdessen lässt Teil 5 die Arcade-Werte von Dirt 2 und Dirt 3 wieder aufleben. Ergo baut die Raserei auf launige Vollgas-Wettbewerbe mit drängelfreudigen Gegnern.

Auf breit angelegten Rundkursen liefert ihr euch "Rad an Rad"-Duelle und versucht, Erster zu werden. Das Fahrverhalten erweist sich als überraschend simpel und erinnert klar an den dritten Teil der Reihe. Ergo benötigt ihr das Bremspedal kaum, sondern schliddert mit weitläufigen Drifts durch die Kurven. Aufpassen müsst ihr vielmehr darauf, den Schwung nicht zu verlieren. Nötig ist hier und da nur die Handbremse. Fahrhilfen gibt es natürlich auch, aber selbst ohne die ist der arcadige Festival-Charakter des Rennspiels klar erkennbar.

Durch Schlamm, Regen und Schotter

In der anstehenden Offroad-Laufbahn gibt es 130 Veranstaltungen, die sich in allerlei Spielmodi unterteilen. Neben Rundkurs-Wettbewerben gibt es auch "Punkt zu Punkt"-Fahrten, ebenso wie rutschige Rennen auf Glatteis. Dazu gesellen sich Sprint-Cups auf sandigen Ovalkursen mit kleinen, überzüchteten 900PS-Offroadern.

Die weitläufigen Schlammpisten erinnern hin und wieder an Sega Rally, ebenso wie das arcadige Fahrverhalten.Die weitläufigen Schlammpisten erinnern hin und wieder an Sega Rally, ebenso wie das arcadige Fahrverhalten.

Die Strecken spannen sich über die ganze Welt, von New York über Brasilien bis China. Dabei kommt eine große Stärke von Codemasters' hauseigener Ego-Engine zum Tragen. Denn ihr tretet bei zufälligen Außenbedingungen an. Während der Fahrt können sich flugs die Tageszeit und das Wetter ändern. Manchmal beginnt ihr bei abendlichem Sonnenschein und findet euch im nächtlichen Schneegestöber wieder. Regenstürme, Wolken oder aufziehender Nebel lassen die übersichtlichen Pisten immer neu erscheinen. Spielerisch besitzen diese dagegen nur wenig Anspruch. Fiese Engstellen oder hügelige Abschnitte sind bisher Mangelware.

Dirt 5: Schaut auch die Renn-Action im Trailer an

Ähnliches gilt für die zahlreich vorhandenen KI-Kontrahenten, die sich beim ersten Anspielen als unproblematisch erweisen. Mit ein wenig Drängeln und Driften könnt ihr euch schnell an die Spitze setzen. Für Abwechslung sorgen vor allem unterschiedliche Wagenklassen wie Rallyraid, Trucks oder Rallycross. Entsprechend findet ihr euch im Cockpit von modernen wie klassischen Offroad-Vehikeln wieder. Ein Lack-Editor und Sponsoren-Aufkleber fehlen auch nicht.

Selbstgebastelte Stunt-Kurse

Im Modus "Playgrounds" erwartet euch ein ausgewachsener Strecken-Editor. Damit dürft ihr Kurse auf vorgegebener Baufläche erstellen. Eure Konstrukte dürft ihr natürlich online mit anderen teilen. Allerdings nur, wenn ihr diese vorab getestet habt.

Im Editor erstellt ihr gewagte Konstruktionen, die ihr online in Zeitrennen absolviert.Im Editor erstellt ihr gewagte Konstruktionen, die ihr online in Zeitrennen absolviert.

Drei Spielmodi stehen zur Verfügung. So erstellt ihr beispielsweise verschlungene Drift-Kurse für Gymkhana-Trickfahrten oder weitläufige Strecken mit Steilkurven für Checkpoint-Rennen. Ebenso dürft ihr ein offenes Gelände frei gestalten, in denen ihr dann in Objekte crashen sollt. Eigenartig: Bei der angetesteten PC-Version ist der Editor nur über Controller, aber nicht über Maus und Tastatur bedienbar. Dennoch lassen sich damit in wenigen Minuten abgefahrene Kurse erstellen. Mit ausgiebigen Probefahrten könnt ihr diese dann immer weiter verfeinern.

Dirt 5 kommt auf allen gängigen Plattformen (PC, PS5, PS4, Xbox Series X, Xbox One, Stadia) und läuft technisch sauber mit stabiler Bildrate - zumindest bei der angetesteten Vorabversion am PC. Grafisch erwartet euch vor allem beim Wetterwechsel ein stimmungsvolles Bild mit satter Farbgebung. Auf PS5 und Xbox Series X soll das Geschehen mit 60 fps bei voller 4K-Auflösung laufen. Alternativ gibt es auf beiden Systemen auch einen Performance-Modus mit 120 Bildern pro Sekunde, allerdings noch mit unbekannter Auflösung.

Bewertung von Thomas Stuchlik

Dirt 5 bringt unkomplizierten Raserspaß, ganz ohne Nachdenken oder Anspruch. Einfach einsteigen und Vollgas geben. Die kurzen Rennen sind einsteigerfreundlich, könnten aber fordernder sein. Vor allem muss die Gegner-KI noch gut ausbalanciert werden, damit die Spannung im Rennen aufrecht erhalten bleibt. Denn sonst reichen die gebotenen Spiel-Modi nicht für eine längerfristige Motivation.

Eine nette Ergänzung bildet der Strecken-Editor, der euch zum Kursarchitekten macht. Mal sehen, welch irre Ideen hier umgesetzt werden können. Technisch gefällt das Geschehen bereits mit stabiler Bildrate und hübschen Wettereffekten. Nur die Strecken selbst und die Hintergründe wirken noch etwas detailarm. Ebenso fehlt mir beim bisher Gezeigten noch eine gewisse Prise Wahnsinn, wie beispielsweise riesige Schanzen oder waghalsige Downhill-Abfahrten. Denn die Kurse wirken bisher noch etwas zahm.

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