Vorschau Immortals Fenyx Rising: Griechische Open World nach Zelda-Manier

von Thomas Stuchlik (Donnerstag, 22.10.2020 - 18:00 Uhr)

Es geht wieder zurück zum Olymp: Bei unserem zweiten Anspieltermin dieses durchdachten Zelda-Klons aus dem Hause Ubisoft erlebten wir die ersten vier Stunden des Action-Adventures. Und langsam sind wir uns sicher: Immortals holt sich das Beste aus Links Abenteuern und Assassin's Creed, um daraus ein stilechtes "Open World"-Abenteuer zu stricken.

In Immortals Fenyx Rising erlebt ihr griechische Geschichte im Comic-Stil.In Immortals Fenyx Rising erlebt ihr griechische Geschichte im Comic-Stil.

Helden braucht das Land!

Im Götterhimmel hängt der Haussegen schief: In Immortals Fenyx Rising wütet der Dämon Typhon und unterjocht die göttlichen Lande. Die griechischen Götter werden verbannt und in eine sterbliche Form verwandelt. Logisch, dass nur ein furchtloser Held den Schlamassel hier beheben kann. Selbiger hört auf den Namen Fenyx und kann zu Spielbeginn frei gestaltet werden - egal ob beim Aussehen, Hautfarbe, Stimme oder Geschlecht.

So sieht Ubisofts neuestes Action-Adventure aus

Bereits vom ersten Anspielen wissen wir, dass das Studio Ubisoft Quebec für sein neuestes Abenteuer viele Inspirationsquellen fand. Einerseits beim Szenario im antiken Griechenland, das sich klar an Assassin's Creed Odyssey vom selben Entwickler orientiert. Andererseits an The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Auf den ersten Blick kopierten die Entwickler dabei den gekonnten Grafikstil. Auf den zweiten Blick auch viele spielerische Aspekte. Das klingt wie ein Vorwurf, ist aber tatsächlich eine gute Sache. Schließlich strickt Immortals aus guten Spielkomponenten etwas Neues.

Stimmige Welt, schicke Mini-Dungeons

Euch erwartet eine offene - wenn auch kompakt gehaltene - Welt voller interessanter Orte und Geheimnisse. Statt Schreine wie in Zelda gibt es hier rot leuchtende Risse im Boden, in denen sich Mini-Dungeons verbergen. Hier erfüllt ihr meist eine bestimmte Aufgabe, doch diese gestaltet sich jeweils erstaunlich abwechslungsreich. Mal überwindet ihr einen Hindernisparcours mit gekonntem Doppelsprung, mal weicht ihr Laserbarrieren aus. Ebenso löst ihr hier und da Mechanikrätsel. Nur so ergattert ihr neue Ausrüstung wie die Axt von Atalante oder Hephaistos' Hammer.

Über Risse in der Spielwelt gelangt ihr in separate Rätsel- und Geschicklichkeits-Abschnitte, wo Grips und Geschick gefragt sind.Über Risse in der Spielwelt gelangt ihr in separate Rätsel- und Geschicklichkeits-Abschnitte, wo Grips und Geschick gefragt sind.

Zu Spielbeginn sind eure Fähigkeiten natürlich eingeschränkt. Deshalb müsst ihr euch beispielsweise die Daedalus-Flügel erst einmal verdienen, um überhaupt auf die nächste Insel schweben zu können. Mittels Flugeinlagen überbrückt ihr Distanzen und stellt euch auch neuen Herausforderungen. Die comichafte Welt von Immortals ist in verschiedene Bereiche unterteilt, die nach den Attributen griechischer Götter gestaltet sind. Schon kurz nach dem Beginn der Anspiel-Session betreten wir bereits das schöne Land der Aphrodite, welche zunächst verschwunden zu sein scheint. Stattdessen tummeln sich im Spielgebiet überall garstige Kreaturen, denen ihr mit Bogen und Schwert beikommt.

Der erste Ankündigungstrailer mit dem veralteten Spieletitel

Das Kampfsystem gestaltet sich simpel: Mit erlernten Spezialangriffen, Ausweichmanövern und genug Ausdauer kriegt ihr die mystischen Wesen, Soldaten oder Mischkreaturen schnell klein. Aufpassen müsst ihr nur bei zahlenmäßiger Übermacht, da euch Feinde schnell umzingeln können. Genug Action wird geboten, denn überall in der Welt finden sich kleine Feindansiedlungen, Gegnerpatrouillen und Bossgegner. Per Trank stärkt ihr notfalls die Gesundheit, Verteidigung, Angriffsstärke oder Ausdauer.

Grübeln, Schieben, Forschen

Ein spielerisches Highlight bilden die stimmig in die Welt eingebetteten Rätsel. Ständig trefft ihr auf antike Ruinen und Anlagen, die mit Schalterflächen, Hebeln und Gittertoren ausgestattet sind. An einer Stelle verschiebt ihr massive Schiebepuzzles aus Steinklötzen, um ein Bildmotiv zusammenzusetzen. An anderer Stelle sammelt ihr fehlende Steinkugeln, um ein Sternbild auf einem Bodenraster nachzubauen. Doch diese müsst ihr erstmal aus verschlossenen Räumen herausholen.

Die bergige Spielwelt ist ein echter Hingucker, auch dank des stimmigen Comic-Stils.Die bergige Spielwelt ist ein echter Hingucker, auch dank des stimmigen Comic-Stils.

Um allerlei Problemchen zu lösen, nutzt ihr konsequent Fenyx' Fähigkeiten. Held oder Heldin können jederzeit schwere Objekte wie Kisten und Steinblöcke schweben lassen und sie gezielt platzieren oder werfen. Das hilft einerseits im Kampf und andererseits bei besagten Schalterflächen. Solltet ihr an einer Stelle nicht weiterkommen, fehlt euch vielleicht eine bestimmte Fertigkeit oder Ausrüstung. Diese Mechanik erinnert wiederum an das Metroidvania-Genre. Wie erwähnt, lässt sich Immortals stark von anderen Spielen inspirieren.

Im Kampf gegen Ungetüme wie diesen Zyklopen braucht es rabiate Mittel. Bewerft ihn mit Felsbrocken!Im Kampf gegen Ungetüme wie diesen Zyklopen braucht es rabiate Mittel. Bewerft ihn mit Felsbrocken!

Unser Probespiel führt uns nach einiger Spielzeit schließlich in die Halle der Götter, die als Basis für den Hauptcharakter dient. Hier erwerbt ihr neue Fähigkeiten für mehr Schaden, mehr Pfeile oder mehr Ausdauer. Vorausgesetzt ihr habt genug Adamant-Scherben oder Ambrosia in der Welt gefunden. Forschernaturen werden hier schnell belohnt. Denn die bergig-zerklüftete Spielwelt lädt ständig zu Umwegen für Belohnungen und Erkundungstrips ein. Dank zuschaltbarer Fernsicht erspäht ihr dazu interessante Orte und Objekte.

Bewertung von Thomas Stuchlik

Je länger ich Immortals Fenyx Rising spiele, desto weniger kann ich mich davon trennen. Denn obwohl ich echte neue Spielmechaniken vermisse, erzeugt dieser Mix aus Zelda, Genshin Impact und ein wenig Assassin's Creed viel Spielfreude. Schließlich gibt es in der offenen Welt viel zu tun: Ständig findet ihr Geheimnisse, Schatzkisten, Nebenquests und Mini-Dungeons. Das Abenteuer bietet viel Abwechslung bei gut ausgearbeitetem Spielgefühl. Auch die Kämpfe wirken auf mich nicht mehr ganz so chaotisch wie beim ersten Anspielen.

Daneben ist der selbstironische Humor (vor allem der beiden Erzähler Zeus und Prometheus) ganz nach meinem Geschmack. Einzig bei der überschaubaren Größe der Welt bin ich mir unschlüssig. Diese erscheint zwar kompakt und abwechslungsreich. Allerdings ist fraglich, wie umfangreich das Abenteuer wirklich ausfällt. Denn angesichts der gebotenen "Open World"-Action würde ich im antiken Griechenland gerne länger verweilen.

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