Test Xbox Series X und Series S: Der erste Schritt in die Next-Gen

von Robert Kohlick (Donnerstag, 05.11.2020 - 15:00 Uhr)

Es ist soweit: Die neue Konsolengeneration steht in den Startlöchern. Microsoft hat vor Konkurrent Sony einen zeitlichen Vorsprung und will seine beiden Varianten Xbox Series X und Series S bereits am 10. November auf den Markt bringen. Wir gehen im Test der Frage auf den Grund, ob nun wirklich ein neues Konsolen-Zeitalter eingeläutet wird, oder ob es "nur" bei einem technischen Upgrade bleibt.

Dieses Mal versucht Microsoft Sony gleich mit zwei Konsolen die Stirn zu bieten - wir haben Xbox Series X und Series S für euch getestet!Dieses Mal versucht Microsoft Sony gleich mit zwei Konsolen die Stirn zu bieten - wir haben Xbox Series X und Series S für euch getestet!

Erinnert ihr euch noch an die Präsentation der Xbox One vor sieben Jahren auf der E3? Microsoft wollte mit einem technischen Rundumschlag die Wohnzimmer der Welt für sich erobern ... und musste sehr schnell die Marktführerschaft an Konkurrent Sony und die PlayStation 4 abgeben. Denn eines hat Microsoft bei der Marktpositionierung einer Spielekonsole außer Acht gelassen: Das Publikum will in erster Linie spielen, nicht bloß die Funktionen des Fernsehers erweitern. Das scheint der Großkonzern jetzt verstanden zu haben. Denn die Xbox Series S/X fokussiert sich wieder auf die Kernzielgruppe der Spieler.

Dieses Video zu Xbox Series X schon gesehen?

Wenn ihr euch für den Kauf einer neuen Microsoft-Konsole entschieden habt, bleibt noch die Frage, ob es die Series X oder die Series S werden soll. Die Xbox Series X ist laut den technischen Angaben gegenüber der Xbox Series S die leistungsstärkere Variante der neuen Microsoft-Konsolen. Die Series S wiederum hat einen klaren Preisvorteil. Während die Series X mit rund 500 Euro zu Buche schlägt, soll die Series S nur rund 300 Euro kosten, verzichtet aber auf ein Disc-Laufwerk.

Das sind jedoch bei weitem nicht die einzigen Unterschiede. Wir hatten bereits seit einiger Zeit die Gelegenheit, uns die neuen Geräte genauer anzuschauen und auf Leistung und Funktionalität zu testen. Das sind unsere Eindrücke.

Mehr Evolution statt Revolution: Den Xbox-Controller hat Microsoft zwar weiterentwickelt, große Sprünge gab es beim Design jedoch nicht.Mehr Evolution statt Revolution: Den Xbox-Controller hat Microsoft zwar weiterentwickelt, große Sprünge gab es beim Design jedoch nicht.

Schaut euch hier die Xbox Series X und Xbox Series S bei MediaMarkt an:

Xbox Series X/S: Simple Eleganz, die sich überall harmonisch einfügt

Der erste Eindruck ist von immenser Wichtigkeit. Und der erste Eindruck ist auch hier erstmal die Optik. Konkurrent Sony setzt bei der PS5 auf ein aufwändiges, auffälliges und futuristisches Design. Microsoft geht mit Xbox Series X/S den entgegengesetzten Weg: Die Optik der Konsolen ist klar, geradlinig und unaufdringlich. Fast als möchte man sagen: "Wir sind nur zufällig hier, arbeiten aber im Hintergrund für eure Unterhaltung".

Der Vorteil daran: Ihr werdet aller Voraussicht nach kein Problem damit haben, eine Xbox Series X/S so in eurer Wohnung zu platzieren, dass sie nicht ständig die volle optische Aufmerksamkeit für sich beansprucht. Die schlichte Gestaltung passt überall gut dazu.

Eines solltet ihr aber unbedingt bedenken, denn dahingehend sind Bilder der Konslen etwas trügerisch: Kompakt ist vor allem die Xbox Series X keinesfalls! Steht das Gerät hochkant, ragt es stolze 30 cm hoch in euer Wohnzimmer. Das entspricht der Seitenlänge einer Xbox One X. Die Breite beträgt sogar 15 cm und ist damit noch ein Stück dicker als der Vorgänger. Auf den ersten Blick erinnert die Xbox Series X auch tatsächlich an einen kleinen Gaming-PC. Und das - wie wir später noch erläutern werden - nicht nur von außen.

Ein ganzes Stück kompakter fällt da die Xbox Series S aus. Zwar kommt sie hochkant aufgestellt noch auf eine Höhe von 27,5 Zentimetern, so ist sie mit 6,5 cm Breite und 15 cm Tiefe jedoch erstaunlich schlank. Wenn Platz oder eher der Mangel an Platz ein wichtiges Kriterium für euch ist, hat die Series S hier die Nase vorn.

Es kommt nicht immer auf die Größe an: Die Xbox Series S dürfte gerade aufgrund ihrer Kompaktheit für viele Konsolenspieler eine valide Alternative sein.Es kommt nicht immer auf die Größe an: Die Xbox Series S dürfte gerade aufgrund ihrer Kompaktheit für viele Konsolenspieler eine valide Alternative sein.

Controller der Xbox Series S/X: Noch näher an der Perfektion

Was wäre eine starke Konsole ohne ein gut durchdachtes Eingabegerät? Nun, da hat Microsoft bereits in der Vergangenheit punkten können und beweist auch bei der Gestaltung des Controllers für die Xbox Series S/X, dass selbst bei einem ohnehin schon guten Produkt tatsächlich noch Verbesserungen möglich sind. Viel hat sich natürlich im Vergleich zum Controller für die Xbox One nicht getan, die Unterschiede liegen im Detail. Und das macht sich in der Summe durchaus positiv bemerkbar. Denn insgesamt liegt der Controller noch besser in der Hand als sein Vorgänger. Das liegt in erster Linie daran, dass das Design weitestgehend auf harte Kanten verzichtet und wieder auf runde Formen setzt. Haltet euch die besten Eigenschaften der verschiedenen Microsoft-Controller seit der Xbox 360 vor Augen. Denn der Controller für Series S/X wirkt wie ein Hybrid aus ihnen.

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Eine der auffälligeren Neugestaltungen ist der Share-Button, der sich in der Mitte des Controllers befindet. Mit seiner Hilfe könnt ihr im Spiel zu jedem Zeitpunkt Screenshots und Videos aufnehmen und auch gleich hochladen. Ausnahme: Wenn ihr ihm Xbox-Dashboard navigiert, sind diese beiden Funktionen außer Kraft gesetzt.

Das D-Pad erinnert stark an die Elite-Serie der Xbox-Controller. Auch hier glänzt eine kleine, aber durchaus feine Neuerung: Die haptische Textur sorgt dafür, dass ihr über einen verbesserten Grip verfügt. Auch die einzelnen Knöpfe weisen ein solides haptisches Feedback auf. Das äußert sich nicht ganz so überragend wie beim D-Pad, stellt aber dennoch eine angenehme Verbesserung dar.

Links im Bilder der alte, rechts der neue Xbox-Controller. Viele Änderungen gab es nicht - doch die hat es auch nicht gebraucht.Links im Bilder der alte, rechts der neue Xbox-Controller. Viele Änderungen gab es nicht - doch die hat es auch nicht gebraucht.

Bei den beiden Triggern kann es hingegen durchaus vorkommen, dass sie - besonders in hektischen Spielsituationen - unter Umständen mit dem Gehäuse des Controllers aneinander geraten. Das geschieht beispielsweise, wenn sie beim Drücken stark nach außen gezogen werden. Einen kleinen Kritikpunkt stellt auch das Akkufach dar. Denn hier fehlt ganz klar ein Ankerpunkt, wodurch es sich nur schwer öffnen lässt. Beim Spielen konnten wir aber feststellen, dass die mitgelieferten Batterien selbst nach stundenlangem Einsatz noch voll sind. Das zumindest behauptet die Ladestandsanzeige. Wenn der Energieverbrauch so gering bleibt, solltet ihr nur selten mit dem Akkufach-Problem konfrontiert werden.

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In der Gesamtheit stellt sich der erste Eindruck vom Controller genau entgegengesetzt zur Konsolen-Hardware dar: Während die Series X recht kompakt wirkt, ist sie dennoch erstaunlich groß. Der Controller wiederum wirkt recht wuchtig, liegt aber sehr gut in den Händen.

Geschwindigkeit der Xbox Series X/S: Ein definierendes Attribut für die Next-Gen

Gehen wir ans Eingemachte! Optik und Eingabe-Geräte mal außer vor gelassen: Wie fühlt es sich an, auf der Xbox Series X und Series S zu spielen? Zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Artikels gibt es noch keine exklusiven Spiele für die neuen Microsoft-Konsolen. Auch stehen die Spiele, die zum Verkaufsstart der Geräte an den Start gehen sollen, noch nicht zur Verfügung. Aus diesem Grund haben wir uns auf die Spiele konzentriert, die aktuell über den Xbox Game Pass erhältlich sind. Darunter beispielsweise Forza Horizon 4, Halo 5: Guardians, Doom Eternal, Gears 5 oder Subnautica.

Das auffälligste Merkmal ist eindeutig der Umstand, dass lange Ladezeiten nun wohl endlich ein Relikt aus der Vergangenheit sind. Bei allen Spielen, die wir im Zuge des Tests ausprobiert haben, lief der Startvorgang wesentlich schneller ab als noch auf der Xbox One. Das gilt auch für das Laden von Spielständen. Im Spiel selbst macht sich diese Geschwindigkeit ebenso wohltuend bemerkbar: Ihr betretet einen neuen Bereich oder es muss ein ganzer Level geladen werden? Dank der verbauten SSD ist der Übergang zwar oft noch bemerkbar, jedoch fällt er mit wenigen Sekunden Ladezeiten nicht mehr ins Gewicht. Im Spiel ein Haus betreten - Ladezeiten - das Haus wieder verlassen - Ladezeiten? Nun, ein solches Szenario scheint nun wohl endlich passé zu sein.

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In diesem Zusammenhang kommt auch eine der neuen und wichtigsten Funktionern der Xbox Series X/S zum Tragen: Quick Resume. Diese neue Technik ermöglicht es euch, dass ihr ein Spiel gar nicht erst über den oft umständlichen Weg im Menü beenden müsst, um ein anderes zu starten. Stattdessen wird das laufende Spiel beim Wechsel zu einem anderen sozusagen in den Ruhemodus versetzt.

Stellt euch das wie folgt vor: Ihr spielt gerade Forza Horizon 4 und brettert über die Straßen, dass es nur so raucht. Nach einer Weile habt ihr genug von der Action und wollt euch lieber der ruhigeren Gangart von Subnautica hingeben. Habt ihr wiederum davon genug und wollt lieber wieder qualmende Reifen, steigt ihr einfach wieder in Forza Horizon 4 ein. Der Wechsel erfolgt innerhalb weniger Sekunden. Ein Neustart des Spiels ist nicht nötig. Nahtlos macht ihr genau dort weiter, wo ihr das Spiel zuvor verlassen habt. Und - und das ist durchaus bemerkenswert - das funktioniert sogar dann, wenn ihr die Konsole ausgeschaltet habt. Selbst wenn ihr den Stecker zieht und das Gerät mehr als einen Tag lang nicht am Stromnetz war - Quick Resume ist das egal. Ihr könnt dennoch sofort wieder einsteigen, und das auch noch blitzschnell! Es kann gar nicht stark genug betont werden, welche immensen Vorteile die Geschwindigkeit der Next-Gen-Konsolen bietet. Und ja: Wenn sich Next-Gen über etwas definiert, dann ist es aktuell wohl diese Geschwindigkeit.

Jedoch geben wir auch zu bedenken, dass diese Funktion noch nicht gänzlich fehlerfrei funktioniert. Im Test hatten wir beispielsweise die Erfahrung machen müssen, dass Doom Eternal im Zuge der Nutzung von Quick Resume mehrfach abgestürzt ist - auf beiden Varianten der neuen Hardware. Außerdem ist es wohl so, dass noch nicht alle Spiele diese neue Funktion auf Xbox Series und Series X unterstützen. Das mussten wir am Beispiel von No Man's Sky erfahren, das sich bei einem Wiedereinstieg jedes Mal neu startete, anstatt über Quick Resume ein Weiterspielen zu ermöglichen.

Ein weiterer positiver Aspekt: Bei einer Auflösung von bis zu 4K werden 120 Hz unterstützt. Leider haben wir coronabedingt aktuell keinen Zugriff auf unsere High-End-Testgeräte in der Redaktion, daher konnten wir die Series X und Series S vorerst nur an einem WQHD-Monitor (Bildwiederholfrequenz: maximal 144 Hz) ausprobieren. Einen entsprechenden Erfahrungsbericht holen wir aber schnellstmöglich nach. Dennoch machte sich der Sprung in der Bildwiederholfrequenz sofort und deutlich bemerkbar. Das fiel vor allem am Beispiel von Gears 5 auf. Im Mehrspieler-Modus unterstützt das Spiel auf beiden Modellen (Series X und Series S) eine Bildwiederholrate bis zu 120 FPS. Die actionreichen Gefechte wirken dadurch ein ganzes Stück weit responsiver und flüssiger. Das wird vor allem Shooter-Freunde interessieren und auch freuen, denn die Spielerfahrung wird hierdurch erheblich und positiv beeinflusst!

PlayStation 5 Xbox Series X Xbox Series S
CPU Achtkern-Zen-2-CPU mit 3,5 GHz Taktung Achtkern-Zen-2-CPU mit 3,8 GHz Taktung Achtkern-Zen-2-CPU mit 3,6 GHz Taktung
Grafikchip 10,28 TeraFLOPS, 36 CUs (RDNA 2) 12 TeraFLOPS, 52 CUs (RDNA 2) 4 TeraFLOPS, 20 CUs (RDNA 2)
RAM 16 GB GDDR6 16 GB GDDR6 10 GB GDDR6
Auflösung 4K-, 8K-Support 4K-, 8K-Support in Spielen nativ maximal 1440p (WQHD), 4K bei Medienwiedergabe
Festplatte 825 GB SSD 1 TB SSD 521 GB SSD
Laufwerk 4K UHD Blu-Ray-Drive 4K UHD Blu-Ray-Drive Digital Only
Preis Mit Laufwerk: 499 Euro, ohne Laufwerk: 399 Euro 499 Euro 299 Euro

Kurzum: Beide Modelle zeigen deutlich, dass sie das Thema "Geschwindigkeit" hervorragend abdecken. Wir konnten im Zuge der Testphase keinen nennenswerten Unterschiede zwischen Series X und Series S feststellen, weder beim Startvorgang eines Spiels, noch beim Laden von Spielständen und auch nicht bei der Nutzung des "Quick Resume"-Features. Bei der Nutzung an einem Full-HD-Gerät gibt es auch bestenfalls nur subtile Unterschiede in der Grafikqualität. Sind die neue Konsolen aber an ein 4K-Gerät angeschlossen, sollte sich dieser Eindruck ändern. Wie gesagt: Sobald wir die Gelegenheit dazu haben, werden wird das natürlich entsprechend ausprobieren und euch darüber berichten.

Die Xbox Series X ist der Series S zwar leistungstechnisch überlegen, im Praxistest fällt der Unterschied jedoch verhältnismäßig klein aus.Die Xbox Series X ist der Series S zwar leistungstechnisch überlegen, im Praxistest fällt der Unterschied jedoch verhältnismäßig klein aus.

Xbox Series S und Series X im Test: Wärme- und Lärmentwicklung der Next-Gen-Konsolen

Bei all der beeindruckenden Leistung stellt sich natürlich die Frage, wie sich Series X und Series S nach längerem Spielbetrieb in Sachen Wärme und Geräuschpegel verhalten. Es zeigt sich, dass sie erstaunlich leise bleiben. Selbst die kleine Series S kann im normalen Betrieb und mit einem Abstand von ein paar Metern nicht mehr gehört werden. Aus unmittelbarer Nähe ist zwar die Lüftung zu hören, fällt aber keinesfalls unangenehm auf. Das trifft auch auf den großen Bruder, die Series X, zu.

In der kalten Jahreszeit werdet ihr die beiden Konsolen auch nicht als Zusatzheizung verwenden können, denn die Wärmeentwicklung ist bei beiden Modellen zwar wahrnehmbar, jedoch kann hier nicht davon gesprochen werden, dass die Konsolen heiß laufen. Das Gehäuse bleibt, ebenso wie die Lüftung, bestenfalls "warm", nicht jedoch "heiß". Bedenkt aber die beiden folgenden Punkte:

Erstens: Die Geräte sind brandneu und haben noch nicht lange die schützende Verpackung verlassen. Daher konnte sich auch noch kein Staub ansetzen. Stehen die Konsolen erstmal für längere Zeit in einem bewohnten Raum, wird eine gewisse Verschmutzung kaum vermeidbar sein. Das könnte dazu führen, dass sowohl Series X als auch Series S im Betrieb lauter und wärmer werden.

Zweitens: Wenn kreative Entwickler erstmal herausgefunden haben, wie man auch noch den letzten Meter an Hardware-Power aus Series X und Series S herausquetschen kann, um noch aufwändigere Spiele zu erschaffen, wird die geforderte Leistung sicher auch dazu führen, dass sich die Konsolen in punkto Geräuschpegel und Wärmeentwicklung deutlicher bemerkbar machen.

Kühl und leise dank gescheitem Lüfter? Sowohl die Series S als auch die Series X wurden im Test weder heiß noch lautKühl und leise dank gescheitem Lüfter? Sowohl die Series S als auch die Series X wurden im Test weder heiß noch laut

Xbox Series S/X mit Platznöten: Ein Königreich für mehr freien Speicher

Es gibt einen deutlichen Wermutstropfen, sowohl bei der Xbox Series X als auch bei der Series S. Es handelt sich dabei um den verfügbaren Speicherplatz. Habt ihr die Einrichtung der Series S abgeschlossen, verbleiben auf der SSD gerade mal etwa 362 GB freier Speicher. Für unsere Testzwecke haben wir folgende Spiele auf der "kleineren" Konsole installiert: Doom Eternal, Gears 5, Ori and the Will of the Wisps, Forza Horizon 4, Halo 5: Guardians und Subnautica. Nach der Installation schrumpfte der freie Speicher auf nur noch 68,7 GB. Wenn ihr also gerne mehrere Spiele gleichzeitig auf der Konsole zur Verfügung haben wollt, solltet ihr den Kauf einer Speichererweiterung in Betracht ziehen. Anders lässt sich das Platzproblem wohl kaum lösen, vor allem auch deswegen, weil die Series S über kein Disc-Laufwerk verfügt.

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Wie ist da die Lage bei der Series X? Euch stehen erstmal ab Werk 802 GB freier Speicher zur Verfügung. Wir haben insgesamt 13 Spiele (darunter auch ein paar kleinere) installiert. Im Anschluss standen uns noch immer 351,3 GB freier Speicher auf der SSD zur Verfügung. Die Xbox Series X verfügt im direkten Vergleich mit der Series S also nicht bloß von außen über größere Dimensionen. Was sie an physischen Maßen von eurer Umgebung einfordert, macht sie durch größeren digitalen Speicherplatz wieder wett.

Xbox Series S/X im Test: Gaming steht im Fokus, doch was kann die Next-Gen sonst noch?

Wie bereits eingangs erwähnt, setzt Microsoft mit Xbox Series X und Series S den Schwerpunkt ganz klar beim Gaming. Allerdings haben sich seit mehreren Konsolengenerationen auch zusätzliche Funktionen etabliert, die nicht mehr wegzudenken sind. Auch über diese verfügen die neuen Geräte.

So sind zum Beispiel die gängigsten Video- und Streaming-Apps verfügbar (YouTube, Prime Video, Twitch, Netflix, Disney+), die ihr über den Store herunterladen könnt. Was jedoch für hochgezogene Augenbrauen sorgt: Eine "Blu-Ray"-Player-App werdet ihr auf der Xbox Series X erstmal vergeblich suchen. Legt ihr eine DVD oder Blu-Ray ein, werdet ihr zum Microsoft-Store weitergeleitet, wo ihr euch dann mit der App versorgen könnt. Kurios, aber nicht weiter schlimm. Disc-Player hat die Series S natürlich keinen, jedoch kann sie Medien problemlos in 4K wiedergeben. Das funktioniert wiederum mit Spielen nicht nativ.

Und weil der Store hier jetzt mehrfach erwähnt wurde: Die Navigation im neuen Store funktioniert reibungslos. Bereits nach der Eingabe weniger Buchstaben im Suchfeld bekommt ihr die ersten Vorschläge, die auch noch oftmals die passenden sind. Die Suchergebnisse werden auch wirklich fix aktualisiert. So fühlt sich die Handhabung des Stores stets angenehm, unkompliziert und schnell an.

Wollt ihr euch eine von Microsofts "Next Gen"-Konsolen reservieren? In unserem Übersichtsartikel findet ihr alle Informationen zum Vorbestellen der Xbox Series X und Xbox Series S.

Was ihr sonst noch über Xbox Series S/X erfahren solltet

Zum Ende unseres Ersteindruckes fassen wir für euch noch ein paar zusätzliche Informationen zusammen, die für euch von Bedeutung sein könnten:

Maus und Tastatur: Sowohl Xbox Series X als auch Series S unterstützen diese klassischen PC-Peripherien. Um Maus und Tastatur nutzen zu können, müssen die Spiele dies natürlich auch entsprechend anbieten.

Xbox-App: Über euer Smartphone und mithilfe der Xbox-App könnt ihr Series X und Series S auch aus der Ferne bedienen. Das ist nützlich, wenn ihr beispielsweise Spiele in eurer Abwesenheit installieren wollt, um sie dann später vor Ort nutzen zu können.

Abwärtskompatibilität: Legt ihr "Xbox One"-Spiele in die Xbox Series X ein, könnt ihr sie auch auf der neuen Konsole spielen. Sie müssen jedoch vorab installiert sowie mit einem entsprechenden Update versehen werden.

Ein Disc-Laufwerk gibt es nur bei der Xbox Series X. Wer also seine physischen Xbox-One-Spiele auch auf der neuen Konsole spielen will, muss zum teureren Modell greifen.Ein Disc-Laufwerk gibt es nur bei der Xbox Series X. Wer also seine physischen Xbox-One-Spiele auch auf der neuen Konsole spielen will, muss zum teureren Modell greifen.

Kabel: Mit im Lieferumfang der Xbox Series X enthalten ist ein "Ultra High Speed"-HDMI-Kabel, das alle HDMI-2.1-Funktionen der Hardware unterstützt. Somit beispielsweise auch 4K @ 120 Hz, VRR und ALLM. Der Series S liegt hingegen nur ein herkömmliches "High Speed"-HDMI-Kabel bei.

Game Pass: Gerade für Neueinsteiger auf der Xbox könnte sich der Game Pass lohnen. Bei einem Kostenpunkt von 10 Euro pro Monat erhaltet ihr Zugriff auf über 100 Spiele. Das wäre gerade kurz nach Launch der Hardware eine Überlegung wert, zumal das Spiele-Line-Up zu Beginn noch arg dünn ausfällt.

Schaut euch die Xbox Series X und Xbox Series S bei Saturn an:

Bewertung von Robert Kohlick

Das ist er also, der erste Schritt in eine neue Konsolengeneration. Der fällt in vielerlei Hinsicht positiv aus, sorgt jedoch bei uns noch nicht für weit aufgerissene Augen und offene Münder. Die Leistungsfähigkeit und Geschwindigkeit der neuen Hardware fällt natürlich sofort auf, dahingehend hat Microsoft auf den ersten Blick ganze Arbeit geleistet. Es fehlt jedoch noch der wahre Augenöffner, der klassische Hingucker. Das mag daran liegen, dass es aktuell noch keine Spiele gibt, die die immense Hardware-Power für sich effizient nutzen können. Die Zukunft wird euch und uns hoffentlich zeigen, was Xbox Series X und Series S wirklich draufhaben, doch bis dahin kann noch etwas Zeit vergehen.

Daher besteht auch die Hoffnung, dass Microsofts Vermarktungsplan vorsieht, die neue Hardware in den kommenden Monaten auch mit Spielen zu versorgen, die die klaren und starken Vorteile der Next-Gen-Konsolen eindrucksvoll demonstrieren können. Denn was nützen euch hübsche Konsolen und beeindruckende Zahlen, wenn die Spiele dann letzten Endes diesen Sprung in die neue Generation nicht mitmachen?

Die SSD ist der wahre Star der neuen Konsolen. Die auf wenige Sekunden reduzierten Ladezeiten sind ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung, ebenso wie das starke "Quick Resume"-Feature, das selbst nach dem Ausschalten der Konsole einwandfrei funktioniert. Das hat uns im Test wirklich nachhaltig beeindruckt. Insgesamt scheinen die Xbox Series X und Series S einen weiteren Schritt in Richtung Fusion mit einem Gaming-PC vollzogen zu haben. Bei Preisen von rund 300 bis 500 Euro ist das Gesamtergebnis durchaus beeindruckend!

Abschließend noch ein Hinweis in eigener Sache: Eine Punktewertung, wie in einem klassischen Gaming-Test, vergeben wir in diesem Fall nicht. Das liegt unter anderem auch daran, dass dieser Test einen ersten Eindruck wiederpiegelt. Auch in den kommenden Wochen werden wir uns intensiv mit der neuen Hardware auseinandersetzen und entsprechend nennenswerte Eindrücke als Updates einfügen. Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

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