Test Spider-Man: Miles Morales im Test: Ein verwobenes Netz aus vermeintlich Gut und Böse

von Coline Simoncelli (Freitag, 06.11.2020 - 14:00 Uhr)

Die neue Generation der PlayStation steht in den Startlöchern und mit ihr schwingt sich ein neuer "Spider-Man"-Teil über eure Bildschirme. Das Exklusivspiel dreht sich rund um den aus Comic und Film bekannten Miles Morales. Ein neuer Held auf den Fans des Animationsfilms und des Vorgängers heiß hingefiebert haben. Kann die neue Spinne aus der Nachbarschaft mithalten?

Ein neuer Spider-Man ist im Big Apple zuständig!Ein neuer Spider-Man ist im Big Apple zuständig!

Überblick zu Spider-Man: Miles Morales
• Preis: 59,99 Euro
• Plattformen: PS4, PS5
• Sprachausgabe: Deutsch, Englisch und andere
• Mehrspielermodus: Nein
• Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Vom Protegé zum Spider-Man

Rund zwei Jahre nach dem Release des Vorgängers bringt Sony mit Insomniac Games einen weiteren Spider-Man-Teil auf eure PlayStation. Im Vordergrund steht der bereits aus dem ersten Teil bekannte siebzehnjährige Miles Morales und sein Werdegang von Peter Parkers Protegé zu einem waschechten Helden. Miles ist ein sympathischer, engagierter und technikaffiner Highschool-Schüler, der mit seiner politisch ambitionierten Mutter in einem Apartment im New Yorker Stadtteil Harlem lebt.

Noch halbwegs Grün hinter den Ohren überträgt Peter ihm die volle Verantwortung für den Big Apple, um eine Zeit im Ausland unterwegs zu sein. Miles schwingt sich ab jetzt auf eigene Faust zwischen Wolkenkratzern und Weihnachtsdekorationen umher, rettet Katzen aus brenzligen Situationen und stoppt den einen oder anderen Bösewicht. Und das alles während seiner Winterferien!

Mit seinem Freund Ganke und einer neuen App im Repertoire will er seiner Rolle als freundliche Nachbarschafts-Spinne nachgehen und löst sich somit Schritt für Schritt von seinem Titel als “der andere Spider-Man”. Aber das ist natürlich nicht alles.

Wie Peter hat auch Miles immer einen frechen Spruch auf den Lippen.Wie Peter hat auch Miles immer einen frechen Spruch auf den Lippen.

Spider-Man: Seltener Schwarz-Weiß, mehr richtung Grau

Es wäre ja zu schön, um wahr zu sein, wenn Miles ruhige Winterferien hätte. Denn die Stimmung zwischen den zwei Fraktionen The Underground und Roxxon ist am Kochen und Schurken wie Rhino sind auf freiem Fuß. Zwischen all dem steht der junge Spider-Man und versucht dem Konflikt auf den Grund zu gehen. Ganz klassisch dem Superhelden-Schema nachgehend, ist es die oberste Priorität, die Bewohner von New York zu beschützen und die Bösewichte aufzuhalten. Ganz so simpel ist es dann aber auch wieder nicht.

Die Charaktere, denen ihr begegnen werdet, lassen sich nicht immer zu 100 Prozent als Gut oder Böse einordnen. Sei es der Tinkerer oder der Prowler - jeder hat seine eigenen Beweggründe, und diese müssen nicht immer aus bösen Quellen stammen. Miles selbst ist noch unerfahren und geplagt vom Tod seines Vaters vor wenigen Jahren. Umso mehr sorgt er sich um seine in der Öffentlichkeit stehende Mutter.

Nicht alles ist so wie es scheint in Spider-Man: Miles Morales.Nicht alles ist so wie es scheint in Spider-Man: Miles Morales.

Miles Morales hat sein Ziel immer vor Augen

Per Gankes neuer Spider-Man-App können die Bewohner von New York die Hilfe von Spider-Man anfragen. Manch einer fragt nur nach einem Selfie oder danach, die verschwundene Katze zu finden. Meist jedoch verbirgt sich hinter so einer Aufgabe mehr als gedacht. In der App selbst könnt ihr alle optionalen Aufgaben in eurer Nähe sehen und markieren. Der nächste Punkt der Hauptquest wird euch ständig angezeigt, so wisst ihr immer, wo ihr lang müsst.

Wollt ihr eine Katze retten, kann es auch mal passieren dass ihr auf eine Gruppe von Banditen stoßt.Wollt ihr eine Katze retten, kann es auch mal passieren dass ihr auf eine Gruppe von Banditen stoßt.

Die Steuerung im Kampf sowie in der Fortbewegung ist ähnlich zu der von Spider-Man, allerdings bekommt Miles eine einzigartige Superkraft namens Venom, mit der er sich spielerisch von Peter Parker abhebt. Mit dieser erhaltet ihr neue Angriffe wie den Venom Blast oder Venom Sting. Diese werdet ihr auch zwingend anwenden müssen, denn ohne kommt ihr an manchen Gegnern und Hindernissen nicht vorbei.

Auch in diesem Teil ist euer Umfeld eine reiche Quelle an möglichen Kampfstrategien. Schleudert Mülleimer oder Abflussdeckel auf eure Gegner, werft Schränke und Zäune um, um euch einen klaren Vorteil zu schaffen. Die Bewegungen und Kombinationen in den Gefechten wirken flüssig und geschmeidig. Wer einer direkten Konfrontation aus dem Weg gehen möchte, kann zu fast jeder Gelegenheit, die Gegner aus dem Verborgenen heraus erledigen. Gerade hier bietet sich der Gebrauch von Gadgets und Miles' Fähigkeit an, sich unsichtbar zu machen.

Die Nachbarschafts-Spinne und ihre App

Helft euren Nachbarn aus und ihr werdet nicht nur mit Erfahrungspunkten belohnt. Zwischenzeitlich werdet ihr die Hauptquest nicht weiter verfolgen können. Hier wird euch empfohlen, in die Spider-Man App zu gucken und der Nachbarschaft bei allen möglichen Aufgaben unter die Arme zu greifen. Wer im Sammelfieber ist, kann versteckte Objekte in ganz Manhattan suchen oder die Ohren nach frischen Beats offen halten, die später zu einem Mixtape gebastelt werden können. Mit dem Einsammeln dieser Objekte bekommt ihr einen tieferen Blick in die Personen, die sich rund um Miles herum befinden und lernt mehr über ihren Werdegang.

Nach dem Beenden mancher Aufgaben kann es auch mal vorkommen, dass ihr einen neuen Anzug erhaltet. Wer also die Garderobe von Miles erweitern möchte, sollte die App fleißig nutzen. Peter Parker lässt seinen Schützling natürlich auch nicht komplett alleine. Verteilt in der Stadt, findet ihr Trainingspunkte. Beendet ihr diese erfolgreich, könnt ihr neue Fähigkeiten zu eurem Skill-Tree hinzufügen. Es lohnt sich also hier mal vorbeizuschauen.

Schaut euch hier den Ankündigungstrailer zur PS5-Version von Miles Morales an:

Gelegenheits- oder Profi-Spider-Man

Neueinsteiger kommen auch gut zurecht, ohne den vorherigen Teil gespielt zu haben. Obwohl der Beginn des Spiels direkt auf den 2018 erschienenen Vorgänger verweist, erhält der Spieler genug Informationen, um den Geschehnissen zu folgen.

Alteingesessene Fans werden mit der Grundmechanik bereits vetraut sein und können sich mit den neuen Fähigkeiten von Miles austoben. Das Spiel bietet euch auch gleich vier Schwierigkeitsgrade an, in denen für jeden etwas dabei sein sollte.

Für wen lohnt sich Spider-Man: Miles Morales? Für wen eher nicht?

Spider-Man: Miles Morales wird euch gefallen wenn ...

  • ihr Gefallen an facettenreichen Charakteren findet.
  • ihr ein flüssiges Kampferlebnis haben wollt.
  • ihr eine lebendige Spielwelt wertschätzt.
  • euch eine durchdachte Story am Herzen liegt.

Spider-Man: Miles Morales wird euch eher enttäuschen wenn ...

  • ihr nach einer sehr langen Hauptstory als Beschäftigung sucht.
  • ihr euch nach stark differenzierten Missionen sehnt.

Bewertung von Coline Simoncelli

Spider-Man: Miles Morales konnte bei mir an einigen Stellen punkten: Der Charakter von Miles ist liebevoll gestaltet und erinnert nur zu gut an den jungen Peter Parker. Kleinigkeiten, die man erkunden kann, geben dem Spiel ein heimisches Gefühl und ziehen einen direkt in Miles Welt. Persönlich schweife ich gerne von der eigentlichen Hauptstory ab und widme mich erst den Nebenquests. Schnell kann es dabei passieren, dass die eigentliche Geschichte aus dem Sinn verschwindet. Nicht so aber in diesem Teil: Alle optionalen Aufgaben sind verwoben mit der eigentlichen Geschichte und bilden so einen dynamischen und organischen Charakter, den ich nur zu gerne sehe.

Miles Werdegang vom Schützling Parkers zum Helden ist interessant und hat mich in den Bann gezogen. Es lässt sich streiten, ob die Länge des Spiels genau richtig ist oder eventuell etwas zu kurz. Was die Spieldauer der Hauptstory angeht, bin ich der Meinung, dass sie genau die richtige Länge hat. Allerdings war ich etwas enttäuscht von der doch recht mageren Menge an Nebenquests. Vielleicht gerade weil die, die es gab, so schön waren.

87 Spieletipps-Award

spieletipps meint: Als neuer Held in der Mache bietet Miles Morales geschmeidiges Gameplay und interessante Beziehungen zwischen Charakteren, aber auch repetitive Aufgaben.

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