Pokémon: Wie ich 40 Stunden lang mein Glück nicht merkte (Kolumne)

von Nathan Navrotzki (aktualisiert am Mittwoch, 13.01.2021 - 11:10 Uhr)

In Pokémon Mond habe ich mein Glück erst ganz am Ende begriffen. Bildquelle: Getty Images / Deagreez, hulya-erdemIn Pokémon Mond habe ich mein Glück erst ganz am Ende begriffen. Bildquelle: Getty Images / Deagreez, hulya-erdem

Nach einer Pause von den Pokémon-Spielen begann ich ein neues Abenteuer in Pokémon Mond. Vorbereitet war ich darauf nur bedingt, wie sich herausstellte. Denn ich lief über 40 Stunden lang mit einem besonderes Pokémon im Team herum ohne es zu merken.

Mein Pokémon war ein versteckter Schatz

Meine Geschichte mit den „Pokémon“-Spielen ist eine kleine Achterbahnfahrt: Wie viele, die in den 90ern und frühen 2000ern aufgewachsen sind, war ich damals komplett im Taschenmonster-Hype. Sammelkarten, Action-Figuren, Kleidung, Anime: Überall sollte am besten groß „Pokémon“ draufstehen. Meine ersten Spiele der Reihe, die Blaue und Goldene Edition, habe ich deswegen natürlich auch sehr ausgiebig gespielt. Immer und immer wieder. Danach war für viele Jahre erst mal Sendepause.

Dieses Video zu Pokémon - Mond schon gesehen?

Erst mit X und Y für den DS habe ich der Reihe im Jahr 2015 eine neue Chance gegeben. Seitdem beschäftigte ich mich zwar ein wenig mehr mit den Spielmechaniken – aber Nichts davon hatte mich darauf vorbereitet, was mir zwei Jahre später widerfahren sollte: In Pokémon Mond lief ich 40 Stunden lang mit einem extrem seltenen Pokémon im Team herum ohne es zu wissen.

Wie ich alle Anzeichen gekonnt ignorierte

Auf den Release von Pokémon Sonne und Mond 2017 waren meine Freunde und ich schon monatelang gespannt. Ich wusste genau welchen Starter ich mir aussuchen würde und auch ungefähr welche Pokémon ich trainieren will. Die absoluten Spitzenkandidaten: Der niedliche Geist Mimigma und die Alola-Form von Raichu – eines meiner Lieblings-Pokémon der ersten Generation. Der Rest des Teams sollte sich im Laufe des Spiels entscheiden.

Die Hälfte meines Teams in Pokémon Mond stand schon lange fest. Bildquelle: Getty Images / Preto_perolaDie Hälfte meines Teams in Pokémon Mond stand schon lange fest. Bildquelle: Getty Images / Preto_perola

Und so – oder so ähnlich – sollte es dann auch ablaufen. Nachdem ich mir meinen Pflanzenstarter geschnappt hatte, ging es auf Route 1 ins hohe Gras. Ein paar Alola-Rattfratze und Raupis später stieß ich dort schon recht schnell auf das erste Pichu. Mit dem Gedanken das erstbeste seiner Art zu einem Raichu hochzuziehen, schnappte ich es mir sofort. Stats und versteckte Fähigkeiten waren mir komplett egal, denn sind wir mal ehrlich: Ab diesem Punkt waren Pokémon-Spiele schon so leicht, dass man lediglich für Kämpfe gegen andere Spieler auf Werte achten musste. Das erst gefangene war mir also gut genug.

Warum dieses erste dahergelaufene Pichu zu Beginn des Kampfes glitzerte, stellte ich nicht sonderlich in Frage. „Das wird irgendeine Fähigkeit sein.“ dachte ich mir einfach als Casual Player, fing es und nahm es nichtsahnend in mein Team auf. Sonst sah es eben total normal aus. Viele von euch werden sich jetzt bestimmt schon denken können, was das eigentlich für ein Pokémon war. Die Elektro-Maus taufte ich sofort nach dem Fang auf den Namen „Toffee“, weil ich ja genau wusste welche Karamell-Farbe es später als Alola-Raichu annehmen sollte.

Mein erstes Pichu sah ganz unscheinbar und normal aus.Mein erstes Pichu sah ganz unscheinbar und normal aus.

Pichu-Plüschtier auf Amazon ansehen

Das kleine Pokémon bewies sich schnell als wahre Kämpfernatur, die sich ihren festen Platz in meinem Team verdient hatte. Als es dann zum Pikachu heranwuchs, wurde ich doch etwas stutzig: Irgendwie sah es ein bisschen anders aus als ich es in Erinnerung hatte. Das sonst so strahlende Gelb war ein wenig dunkler und hatte einen stärkeren Orange-Ton. Meine einzige Erklärung dafür: „Das haben die Entwickler für das Spiel ja komisch eingefärbt.“ Und damit hatte sich auch diese kurze Verwirrung wieder erledigt. Man könnte fast meinen ich wollte nicht kapieren, was das für ein Exemplar war – aber ich war einfach nur unglaublich begriffsstutzig.

Als Pikachu sah mein Pokémon schon etwas merkwürdiger aus.Als Pikachu sah mein Pokémon schon etwas merkwürdiger aus.

40 Stunden später kam die Erleuchtung

Dann war es endlich soweit: Nach vielen Stunden, in einem der letzten Orte der Alola-Region, entwickelte sich mein Pikachu zum letzten Mal weiter. Endlich sollte ich mein Raichu in Toffee-Farbe in meinen virtuellen Händen halten – aber daraus wurde nichts. Vor mir schwebte plötzlich ein dunkelbraunes Monster mit gelben Wangen und Ohren und grinste mir in mein Gesicht, in dem sich jetzt nur noch Fragezeichen befanden. „So sieht das doch nicht aus?“ fragte ich mich verwirrt und googelte sofort nach Bildern. Beim Vergleich der Ergebnisse mit meinem Raichu dämmerte es mir langsam.

Mit der letzten Entwicklung habe ich langsam kapiert, was die ganze Zeit komisch an meinem Pokémon war.Mit der letzten Entwicklung habe ich langsam kapiert, was die ganze Zeit komisch an meinem Pokémon war.

Erst mit der nächsten Google-Suche nach „Alola Raichu Shiny“ begriff ich es endlich. Nach knapp 40 Stunden wurde mir klar, dass mein Pokémon „schillernd“ war. Die Farben des Originals waren also leicht abgeändert. Diese Eigenschaft ist etwas, wonach andere Spieler stundenlang suchen. Die Wahrscheinlichkeit in Pokémon Sonne und Mond auf ein Shiny zu treffen, liegt immerhin bei 1 zu 4.096. Und mir fiel es einfach mit einem der ersten Pokémon im Spiel in den Schoß – komplett ohne mein Wissen.

Zu meiner Verteidigung möchte ich hinzufügen: ein schillerndes Pichu sieht einem normalen beinahe identisch. Was daran ist bitte „shiny“?

Ein Versuch meine Ehre als Pokémon-Trainer zu retten: links steht das normale Pichu, rechts die schillernde Version.Ein Versuch meine Ehre als Pokémon-Trainer zu retten: links steht das normale Pichu, rechts die schillernde Version.

Ähnlich verhält es sich mit Pikachu, der zweiten Entwicklungsstufe. Ein pinkes oder grünes Pikachu wäre mir natürlich sofort als schillernd aufgefallen. Aber eine leicht dunklere Version des Originals? Das hätte ruhig ein wenig offensichtlicher sein können.

Zumindest hatte ich so aber noch eine nette Überraschung zum Ende meines Abenteuers und heute eine lustige Geschichte zum Erzählen. Auch wenn sie sich kurz zusammenfassen lässt mit: Ich hatte wirklich mehr Glück als Verstand.

Das ultimative Pokémon-Quiz

So sehr ich damals auch auf dem Schlauch stand, so lustig ist die Geschichte rückblickend: Mein erstes Shiny habe ich beinahe das gesamte Spiel über für normal gehalten. Die minimalen Farbunterschiede der ersten beiden Entwicklungsstufen haben es dabei aber wirklich nicht leicht gemacht.

Jetzt eigene Meinung abgeben

Was plant Rockstar als nächstes? Stimmt ab!

Nach GTA 5: Was plant Rockstar als nächstes? Stimmt ab!

GTA 6, RDR 3 oder Bully 2? Welches Spiel bringt Rockstar als nächstes?Rockstar – die Softwareschmiede (...) mehr

Weitere Artikel

Ich wittere trotzdem nichts Gutes

Der PS3-Store bleibt erhalten. Ich frage mich, warum und wie lange.Sony manövriert sich gerade durc (...) mehr

Weitere News

Gutschein Aktion

Keys für Magic: Legends
Jetzt mitmachen!

  1. Startseite
  2. Artikel
  3. Kolumne
  4. Pokémon: Wie ich 40 Stunden lang mein Glück nicht merkte (Kolumne)
Pokémon - Mond (Übersicht)
Impressum & Kontakt Team & Jobs Datenschutz CO2 neutrale Website