The Last of Us 2

3 Spiele würden zusammen das beste Apokalypsen-Game bilden (Kolumne)

von Michael Sonntag (aktualisiert am Dienstag, 20.07.2021 - 08:39 Uhr)

Es gibt viele gute postapokalyptische Spiele, aber das Problem ist, dass sie sich immer nur auf eine Facette konzentrieren, anstatt das gesamte Weltuntergangsszenario mit allen Stärken zu nutzen. Dabei müsste man meiner Meinung nach nur drei bestimmte Spiele miteinander kombinieren, um das beste Zombie-Spiel aller Zeiten zu erhalten.

Das beste Zombie-Spiel aller Zeiten: Etwas The Last of Us 2, ein bisschen Days Gone und eine Geheimzutat.
Das beste Zombie-Spiel aller Zeiten: Etwas The Last of Us 2, ein bisschen Days Gone und eine Geheimzutat.

Das beste Zombie-Game: Story, Lifestyle, Ressourcen

Weltuntergang, Zombies, Ressourcenknappheit, ihr könnt niemandem trauen, der nackte Kampf ums Überleben - kein Szenario bietet so viel Nervenkitzel wie die Postapokalypse. Aber egal wie viele gute Spiele es dazu gibt, wenn ich zu einem greife, muss ich immer auf eine coole Sache verzichten. Wenn ich beispielsweise The Last of Us 2 spiele, erlebe ich einen düsteren, immer stärker eskalierenden Rachefeldzug an einem höllischen Schauplatz, der den menschlichen Abgrund mit Regen und Zerstörung nicht besser wiedergeben könnte. Und dabei ist diese Welt auch noch unglaublich ästhetisch.

The Last of Us 2 schafft es außerdem, dass ich am Ende die Protagonistin mehr als die Antagonistin hasse - das schaffte bisher noch kein anderes Spiel. Aber abseits der spannenden Geschichte bleibt die Welt nur eine korridorartige Arena-Kulisse, durch die ich nur durchgeschickt werde, um neue Munition zu sammeln und Kämpfe zu überstehen. Abgesehen von einem einzigen Erkundungspart darf ich nicht wirklich in dieser Welt leben und sie entdecken, ich bin für immer in diesem einem Ausschnitt gefangen.

Wechsle ich dann zu Days Gone, laufe ich nicht mehr an der Leine der Geschichte und kann in einer Open World dem postapokalyptischen "Lifestyle" nachgehen, der mich in einem typischen Überlebendencamp erwartet. Das heißt, bei der Versorgung und beim Ausbau der Basis helfen, Konflikte schlichten, den Leuten helfen, Expeditionen planen, Teams bilden, mit Partnern auf der Fahrt reden, Vorräte sammeln und sich abends am Lagerfeuer daran erfreuen, dass man diesen Tag auch überstanden hat. Während das alles in eine Story mit großartigen Dialogen verwoben ist.

Bis zur Mitte des Spiels funktioniert das noch ganz gut, aber dann offenbart sich das monotone "Fahren und Schießen"-Spielprinzip immer deutlicher. Zumal ich zwar Ressourcen herbeischaffen muss, aber sie selbst nicht wirklich brauche. Der Protagonist in Days Gone ernährt sich von Bandagen und Munition, das Bett braucht er nur zum Speichern. Dabei würde mehr Immersion das Ganze umso bedrohlicher und fesselnder gestalten.

  • Habt ihr Days Gone bereits gespielt? Falls nicht, seht es euch mal im PlayStation Store an:

The Last of Us Part II [PlayStation 4]

The Last of Us Part II [PlayStation 4]

Ein Exklusiv-Spiel für die Xbox One setzt genau diesen Aspekt perfekt um: In State of Decay 2 sollt ihr euer eigenes Camp gründen, ein Team aus Spezialisten rekrutieren und Rohstoffe sammeln, während eine Zombie-Welle nach der anderen eure Basis angreift. Essen, Medizin, Benzin, Munition, Materialien - jeden Tag lernt ihr, wie essenziell Ressourcen in einer Post-Apokalypse sind. Und selbst wenn die Fahrt in ein von Zombies überlaufenes Gebiet an Selbstmord grenzt, ihr müsst es tun, um eure Gemeinschaft am Leben zu erhalten. Nur gutes Planen und knallharte Entscheidungen helfen gegen diese Kompromisslosigkeit. Zu schade nur, dass State of Decay 2 sowohl auf spannende Charaktere als auch auf interessante Geschichten verzichtet.

Aber mit diesen drei Spielen und Spielprinzipien hätten wir nun alle Ressourcen zusammen, um das beste Apokalypsen-Game aller Zeiten zu erstellen - mit Geschichte, Lifestyle und Ressourcen: In diesem Wunschspiel müsst ihr euer eigenes Camp in einer Open World errichten, ausbauen und beschützen. Euer Hauptcharakter hat - spinnen wir schnell eine interessante Geschichte - die Führung nach dem Ableben des früheren Oberhaupts übernommen (tragischerweise oder absichtlich) und muss sich nun beweisen. Jetzt liegt es an euch, wen ihr rekrutiert, wie ihr mit den Zombies fertig werdet, woher ihr eure Rohstoffe bekommt, mit welchen Camps ihr Bündnisse eingeht und wie ihr auf alle anderen Probleme reagiert.

Die Erkundung, der Kampf und das Ressourcenmanagement stehen im Vordergrund, aber der Ablauf orientiert sich an einer festen Geschichte mit Nebensträngen, die aber mit Entscheidungen beeinflusst werden kann. Die jeweiligen Missionen entsenden euch in immer neue Situationen und Gebiete. Wenn ich so draufschaue, erkenne ich viel Fallout 4 darin, aber mit mehr Verantwortung und Risiko. Aber das meine ich: In diesem Spiel müsste ich weder auf Geschichte noch auf Open World noch auf Ressourcen-Kampf verzichten.

State of Decay 2 ist ein Nischenspiel, das eine interessante Geheimzutat bereithält:

The Last of Us 2, Days Gone, State of Decay 2 - jedes Spiel konzentrierte sich nur auf einen Aspekt, aber dazwischen schlummert meiner Meinung nach die Formel für das ultimative Apokalypsen-Spiel. Ich will kein bloßes Szenario als Hintergrund mehr, ich will ein knallhartes Apokalypsen-RPG bekommen. Jetzt fragt sich nur, welcher Entwickler sich an dieser Idee versucht oder schon daran sitzt.

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