von Sergej Jurtaev (Mittwoch, 10.02.2021 - 15:00 Uhr)
In den vergangenen Jahren hat sich Nintendo redlich darum bemüht, die "Wii U"-Bibliothek sukzessive auf Nintendo Switch zu portieren. Ganz nach dem Motto „das Beste kommt zum Schluss“ erscheint am 12. Februar endlich auch Super Mario 3D World für die Hybrid-Konsole. Mit Bowser’s Fury erhaltet ihr sogar ein zweites Spiel als Dreingabe. Wie vollwertig diese Ergänzung ist, klärt unser Kurztest.
Überblick zu Super Mario 3D World + Bowser's Fury
Spielzeit: ca. 10 Stunden (3D World); ca. 5 Stunden (Bowser's Fury)
Multiplayer: ja
Switch-Online-Funktionen: ja
Speicherdaten-Cloud: kompatibel
amiibo-Support: ja
Super Mario 3D World ist auch nach knapp sieben Jahren über jeden Zweifel erhaben. Euch erwartet ein ebenso unglaublich kreatives wie auch abwechslungsreiches „Jump and Run“-Abenteuer, das mit einigen der besten Mario-Level überhaupt aufwarten kann. Darüber hinaus ist der Umfang respektabel und der Schwierigkeitsgrad ausbalanciert. Während ihr die aus acht Welten bestehende Hauptstory gut meistern solltet, werdet ihr in den darauffolgenden Bonuswelten durchaus mal ins Schwitzen kommen – vor allem, wenn ihr alle Sterne und Stempel finden möchtet.
Super Mario 3D World ist ein sehr gutes Singleplayer-Spiel, glänzt aber erst so richtig im Multiplayer. Wenn ihr euch mit ein paar Freunden oder Familienmitgliedern im Couch-Koop um die Krone prügelt, ist Spielspaß garantiert. Für weitere detaillierte Eindrücke verweisen wir euch auf unseren Testbericht von 2013, der nach wie vor Bestand hat.
Nachfolgend verschaffen wir euch einen Überblick über die Änderungen in der Switch-Version:
Apropos Multiplayer: Auf Switch könnt ihr mit Freunden sowohl lokal als auch online gemeinsam die Level spielen. Schade ist, dass sich alle Spieler trotz separater Bildschirme weiterhin eine Kameraperspektive teilen.
Das Spieltempo wurde im Vergleich zum Original etwas angehoben. Die Charaktere beschleunigen zügiger und laufen allgemein schneller. Notwendig war diese Änderung nicht, da in kleinen Arealen unkontrollierte Sprünge aufgrund des Momentums häufiger passieren.
Mit dem Hechtsprung wurde eine neue Aktion implementiert. Wie z.B. auch in Super Mario Odyssey hechten Mario & Co., wenn ihr im Sprung ZR + Y drückt.
Die "Kapitän Toad"-Level können in der Switch-Version ebenfalls mit bis zu vier Spielern gespielt werden. Dem Spielprinzip ist das jedoch nicht zuträglich. Da die Kameraperspektive in diesen Leveln entscheidend ist, bleibt ihr letztlich besser als Gruppe zusammen, anstatt euch aufzuteilen.
Technisch wurde die Auflösung auf 1080p verbessert (720p im Handheld-Modus). Die Bildrate liegt unverändert bei 60 fps.
Es gibt einen neuen Schnappschuss-Modus, mit dem ihr Bilder knipsen und mit Filtern anpassen könnt. Die gesammelten Stempel könnt ihr nutzen, um eure Kreationen auszuschmücken.
Die Touch-Steuerung wurde an die Switch-Controller angepasst. Plattformen, die ihr im Original durch Pusten bewegt habt, wurden durch normale Plattformen ausgetauscht. Im Handheld-Modus könnt ihr weiterhin die Touch-Steuerung verwenden (kommt insgesamt aber nur in wenigen Leveln zum Einsatz).
Wesentliche inhaltliche Änderungen wie neue Level oder neue spielbare Charaktere gibt es leider keine.
In Bowser's Fury wird Mario während eines harmlosen Spaziergangs von einer dunklen Materie verschlungen und landet auf einer Katzeninsel. Ähnlich erging es Bowser, der nun als gigantischer Wut-Bowser die Insel in Angst und Schrecken versetzt. Bowser Jr. bittet seinen Widersacher Mario um Hilfe, um seinen Vater zu retten. Eure Aufgabe besteht darin, die Insel zu erkunden und Katzen-Insignien zu sammeln, um die Kraft der Giga-Glocke wiederherzustellen, mit der Mario Wut-Bowser Paroli bieten kann.
Bowser's Fury lässt sich am besten als Mischung aus Super Mario 3D World und Super Mario Odyssey beschreiben. Der Grafikstil, die Steuerung und die Katzen-Thematik basieren auf 3D World, während das Spielprinzip samt "Open World"-Ausrichtung und auch die Präsentation stark an Odyssey erinnern. Als wäre es ein Land in Odyssey, erkundet ihr die Katzeninsel relativ frei und bewältigt viele kleine Aufgaben, um die zahlreichen Katzen-Insignien einzusammeln. Die Aufgaben sind aber selten anspruchsvoll und stellenweise sogar repetitiv – das Erkunden steht klar im Vordergrund.
Entspannt könnt ihr die schöne Inselatmosphäre aber nicht genießen. Wut-Bowser sorgt ständig für Zeitdruck, da der Gigant immer wieder auftaucht und euch attackiert. Ihr müsst dann entweder eine Katzen-Insignie ergattern, um ihn zu vertreiben oder warten, bis er sich von selbst zurückzieht. Weil sich das Spiel bei seiner größten Stärke ein wenig selbst ein Bein stellt, unterhält Bowser's Fury über die Spielzeit von circa fünf bis sechs Stunden (für die 100 Prozent) deshalb „nur“ gut.
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Ich kann euch Super Mario 3D World + Bowser's Fury nur wärmstens empfehlen, wenn ihr es auf Wii U nicht gespielt habt. Es wird immer wieder unterschätzt, zählt meiner Meinung nach aber zu den besten Mario-Spielen – vor allem im Couch-Koop!
Aber auch wenn ihr es schon kennt, habt ihr dank Bowser's Fury einen schönen Anreiz, um auch auf der Switch noch mal loszuhüpfen. Bowser's Fury ist für mich zwar kein vollwertiges Mario-Abenteuer, bietet aber für ein Wochenende gute Unterhaltung und hat die ein oder andere Überraschung in petto.
Von daher bin ich auch zum ersten Mal mit der Preisgestaltung eines "Wii U"-Ports zufrieden. Klar hätte Super Mario 3D World noch ein paar Boni mehr oder sogar einen neuen spielbaren Charakter vertragen können, aber insgesamt ist der Vollpreis diesmal angemessen.
spieletipps meint: Sehr gut im Singleplayer, herausragend im Multiplayer und dank Bowser's Fury auch noch ziemlich umfangreich!
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