Streamer-Karriere: Wir holen uns Tipps von einem Twitch-Star (Special)

von Michael Sonntag (Samstag, 27.03.2021 - 11:00 Uhr)

Zocken und dabei tausende Menschen unterhalten – Twitch-Streamer ist heutzutage der Traumberuf von vielen Gamern. Aber nur wenige schaffen es. Wir haben mit Twitch-Star Maty darüber gesprochen, worauf es wirklich beim Streamen ankommt. Und dass Leidenschaft viel wichtiger ist, als einen Plan zu haben.

Wenn Maty streamt, sind für sie drei Dinge wichtig: Entspannung, viel Interaktion mit den Zuschauern und sich in ein cooles Spiel stürzen.Wenn Maty streamt, sind für sie drei Dinge wichtig: Entspannung, viel Interaktion mit den Zuschauern und sich in ein cooles Spiel stürzen.

Twitch-Karriere: „Das Wichtigste ist Leidenschaft!

Ich habe keine Ahnung, wie ich es geschafft habe“, erklärt Maty. „Ich hatte gar nicht vor zu streamen.“ Die 28-Jährige wurde damals von einer Freundin dazu überredet. Nach ein paar Runden Left 4 Dead hat sie dann aber ihre Leidenschaft fürs Streamen entdeckt. Vier Jahre später hat sie über 50.000 Follower auf Twitch und arbeitet hauptberuflich als Streamerin. Zu ihren aktuellen Spielen gehören RimWorld und Valheim. Aber egal, was gespielt wird, im Vordergrund ihrer Streams stehen immer Gemütlichkeit und viel Interaktion mit ihren Followern.

Ihr gefällt das Leben als Vollzeit-Streamerin, auch wenn es natürlich nicht nur mit Zocken zu tun hat. Dazu komme jede Menge Organisation, Social Media und Stress, für Freizeit sei wenig Platz. Wir stellen ihr die Frage, die vielen Gamern auf den Lippen brennt: Kann man das lernen?Twitch-Coaching hat keinen Sinn. Das Wichtigste ist Leidenschaft", erklärt sie. Es gebe kein perfektes Erfolgsrezept, aber natürlich ein paar Tipps und Tricks, die sie uns gerne verrät.

Jeder wahre Gamer muss diese 13 Meisterwerke gespielt haben:

Technik ist nicht alles: „Ein gutes Auto fährt man auch gerne ohne hübsche Lackierung!

Für ein gutes Streaming-Setup – mit PCs, zwei Monitoren, Mikrofon, Kamera, Ringlicht – sollte man laut Maty schon mit mehr als 1.000 Euro rechnen. „Aber ich würde niemandem sagen, dass er das zum Anfang braucht.“ Sie habe selbst auch mit ihrem ranzigen PC, einem rauschenden Headset und ohne Kamera angefangen, erst vor Kurzem sei sie zu hochwertigen Geräten übergegangen. Daher lautet ihr bester Tipp, was die Technik angeht: Nimm, was du hast!, und selbst wenn es „ein Kartoffel-PC“ ist.

Probier erstmal, ob es dir Spaß macht. Mir rollen sich immer die Zehennägel hoch, wenn ich sehe, dass sich irgendwelche Leute in Schulden stürzen und sich ein Streaming-Setup kaufen, obwohl sie vorher noch nie gestreamt haben.“ Denn dessen müssen sich alle Streamanfänger und Streamer bewusst sein: „Streamqualität ist nicht das Wichtigste der Welt. Wenn Leute deinen Stream ohne gute Qualität nicht gucken, dann gucken ihn auch nicht mehr Leute mit besserer Qualität.“ Das Wichtigste bleibe am Ende immer noch der Stream selbst.

Vom harten Anfang bis zur Twitch-Spitze: „Du bist Entertainer.

Jeder Twitch-Streamer muss sie überstehen: Die berüchtigte Anfangsphase, in der man ohne Zuschauer und Follower spielt, quasi für sich allein. Maty kann sich gut an ihren harten Start erinnern: Damals habe sie bei The Long Dark auch erstmal „akwarde“ Selbstgespräche über die Grafik, die Wölfe und den Schnee geführt. „Es ist definitiv anstrengend. Aber da muss man halt durch“, erklärt sie, aber die richtige Einstellung mache es leichter. Anfangs machst du quasi Letsplays. Und das sei – mit Zuschauern oder ohne – nicht einfach nur Zocken, sondern Unterhaltung.

Du bist Entertainer, du musst den Leuten halt irgendwas bieten, irgendeinen Mehrwert.“ Ob entspannende Minecraft-Streams, kompetitive "CoD: Warzone"-Streams oder witzige "Among Us"-Streams: Es könne eine gewisse Zeit brauchen, das richtige Streaming-Spiel und die richtige Streaming-Art für sich zu finden. „Ich bin eine Labertasche“, fasst Maty ihren eigenen Stil knapp zusammen. Das Entscheidende sei aber: „Ob die Leute deinen Stream finden oder nicht, ob sie bleiben, das ist abhängig davon, wie gut dein Stream ist, wie du rüberkommst, wie sympathisch du bist.“ Und noch viel wichtiger: „Es muss dir Spaß machen.“ Sonst mache es den Zuschauern auch keinen.

Das Strategie-Spiel RimWorld gehört zu Matys Steckenpferden auf Twitch: Bei der Errichtung einer Weltraumkolonie gibt es immer wieder etwas Neues zu erleben – und zu verhindern.Das Strategie-Spiel RimWorld gehört zu Matys Steckenpferden auf Twitch: Bei der Errichtung einer Weltraumkolonie gibt es immer wieder etwas Neues zu erleben – und zu verhindern.

7 praktische Twitch-Tipps to go

Den Rest lerne man mit der Zeit und viel Ausprobiererei. Aber bevor Maty zu der für sie wichtigsten Twitch-Lektion kommt, hat sie hier noch sieben praktische Tipps für euch:

  • regelmäßig und zu festen Zeiten streamen, „sonst sind die Leute weg“.

  • für das schnelle Wachstum seien Release-Spiele zwar heißbegehrt, aber auch überlaufen. Daher empfiehlt Maty: Lieber kleinere Spiele auswählen, die auch weniger bis kaum Konkurrenz haben.

  • die Zuschauerzahlen deaktivieren, da sie nicht helfen. Sind sie zu niedrig, würden sie demotivieren. Sind sie zu hoch, könne das einen nervös machen.

  • die eigenen Streams nochmal schauen, um sich zu fragen, „Würde ich mir das anschauen?“ und Marotten loszuwerden. Maty habe dadurch gelernt, mehr in die Kamera zu schauen.

  • auf Augenhöhe mit den Zuschauern sein, ohne dabei als Freund / Freundin verwechselt zu werden.

  • Es gebe zwei magische Fragen, um einen toten Chat wiederzubeleben: „Was habt ihr gegessen?“ und „Welche Serien habt ihr geschaut?

  • Nicht zu unterschätzen: Stundenlanges Streamen und Reden geht auf die Stimme!. Maty empfiehlt daher: „Hustentee mit Honig!

Das Schwierigste: Sich treu zu bleiben

Tausende Follower, tausende Zuschauer, stundenlang Spiele mit seinen Followern zusammen zu zocken, hauptberufliches Streaming – das wirke alles verführerisch, aber Maty warnt die Leute davor, dieses Ziel nicht mit Druck und besessenen Strategien zu verfolgen. Es ist viel wichtiger, man selbst zu bleiben und nicht den Spaß an der Sache zu verlieren. Ich glaube, das ist fast das Schwierigste, wenn man streamt, sich nicht von Zahlen und Klicks mitreißen zu lassen und trotzdem man selber zu bleiben und trotzdem das zu machen, worauf man Bock hat.

Spiele weiterzuverfolgen oder abzubrechen, selbst wenn bestimmte Teile der eigenen Community etwas dagegen haben, nervige Trolle und Backseatgamer rauszuwerfen, um die entspannte Atmosphäre aufrechtzuerhalten, sich nicht für Zuschauerzahleneinbrüche oder Pech beim Spielen fertig zu machen – Twitch sei nicht immer einfach und erfordere häufiger, richtig und konsequent in negativen Momenten zu handeln. Aber da ist sich Maty sicher: Die positiven Momente überwiegen. Twitch gebe ihr sehr viel zurück, das merke sie vor allem jetzt während der Corona-Pandemie. „Das ist ein Gemeinschaftsgefühl, das viele Leute gerade brauchen. Sowohl die Streamer als auch die Zuschauer.

Vom Gelegenheitsstreamer bis zum Vollzeitstreamer, vom Gelegenheitszuschauer bis zum großen Fan, Twitch bleibt eine aufregende Plattform, die Gaming, Community und Leidenschaft miteinander vereint. Wir bedanken uns bei Maty für das coole Interview. Man sieht sich auf Twitch. Und an alle Streaming-Anfänger und Twitch-Größen in spe: Viel Erfolg und vor allem Spaß!

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