Diablo 2: Resurrected angespielt – "Ich kann endlich bei den alten Hasen mitreden!" (Kolumne)

von Michael Sonntag (Montag, 12.04.2021 - 16:57 Uhr)

Blizzard schickt euch auf eine Zeitreise nach der anderen: Nach dem "Warcraft 3"-Remaster kommt nun die Wiederbelebung von Diablo 2. Mehrere Jahrzehnte sind der Dämon und ich uns aus dem Weg gegangen, doch jetzt war das Zusammentreffen unvermeidbar. Und was soll ich sagen? Es war komisch, aber auch bereichernd.

Diablo 2: Resurrected – Das RPG-Meisterwerk kehrt zurück und ich weiß endlich, warum man es als solches bezeichnet.Diablo 2: Resurrected – Das RPG-Meisterwerk kehrt zurück und ich weiß endlich, warum man es als solches bezeichnet.

Diablo 2: Resurrected – Eine prägende Zeitreise

Eine der merkwürdigsten Sachen, die ich im Bezug auf Gaming gelernt habe: Wenn ich in der Gaming-Welt als "echtes" Mitglied wahrgenommen werden möchte, muss ich mindestens 456 wichtige Spiele gezockt haben – (Zahl erfunden!). Dazu gehören viele Klassiker, beispielsweise Gothic und Age of Empires, eben wichtige Spiele, die ihr Genre stark geprägt haben. Und ja, ich weiß, ein bestimmtes Spiel thront seit 20 Jahren in dieser heiligen Liste: Diablo 2. Fiel dieser Name in einem Gespräch mit Hardcore-Gamern, ertönte oft ein nostalgisches Brummen von allen Anwesenden. Um mich nicht als Stümper zu entlarven, habe ich einfach mitgebrummt, hoffentlich richtig.

Da ich nicht ewig mit dieser Gefahr weiterleben konnte, sah ich meine Chance, als Diablo 2: Resurrected angekündigt wurde und in einer technischen Alpha letztes Wochenende zum ersten Mal angespielt werden konnte. Danke Blizzard und Vicarious Visions, nun konnte ich endlich diese Lücke (mit acht Spielstunden) füllen und ein Gefühl dafür entwickeln, was ich all die Jahre verpasst habe, ohne es zu wissen, und was an Diablo 2 auch 20 Jahre später immer noch so denkwürdig geblieben ist.

Der RPG-Teufel kehrt zurück:

Die erste Stunde

Okay, Charaktererstellung: Ähm, ich nehme den Barbaren, das ist so ein Hau-Drauf-Typ, der wird bestimmt leichter als die anderen Klassen zu leveln sein. Spielstart: O.K., ich verstehe! Ich verlasse das Lager, um dort draußen die Dämonen zu bekämpfen und wenn ich zurückkomme, habt ihr NPCs Belohnungen für mich. Kämpfen: Ist das euer Ernst? Ich klicke den Gegner an und er stirbt? Also kein Point&Click, sondern Fight&Click?

Spielwelt: Die Musik ist angenehm rockig, aber die Gebiete sind so leer und sandkastenförmig. Waldkasten, Dungeonkasten, Sumpfkasten. Und überall gibt es etwas zu sammeln. Und Schreine. Und Gegner. HEY, DU BIST UM EIN LEVEL GESTIEGEN! GIB SOFORT DEINE PUNKTE AUS UND ZWAR RICHTIG! Klick, Klick, Klick, aufsammeln, mein Inventar ist voll ...

Die letzte Stunde

Eine riesige Gegnermenge vor mir, aber egal. Ich konzentriere mich nur auf die Beschwörer und führe die restlichen Dämonen in einen Engpass, um sie alle zu vernichten. Nein, da warten noch Yeti-Wesen, super! SPRINTE, DU KERL! Bei der Energie sieht es gut aus, Mana könnte besser sein. Ich sollte diese Sprungattacke auf meine erste Waffe legen, diese Schlagattacke auf meine zweite.

Ah, mit den Identifizierungsrollen kann ich die Werte von Gegenständen aufdecken. Meine Begleiterin tut nie, was sie soll, aber solange sie schießt und alle Feinde verlangsamt, ist es okay. Boss-Gegner besiegt, das war knapp, hübsche neue Sachen. Ah, das kann das! Ah, das ist auch nett! Uuh, das lässt sich bestimmt gut verkaufen. Wieder zurück ins Lager, ich bin zu Hause! So, Schmiedin, was hast du auf Lager? Okay, wir können weiter. Huch, schon wieder zwei Stunden rum?

Was ich mit meinen zwei Berichten verdeutlichen möchte: Zuerst hat mich Diablo 2: Resurrected trotz seiner wirklich schönen Grafik brutal gelangweilt. Das Spielprinzip wirkt auf den ersten Blick recht simpel und monoton, da selbst die Geschichte und die Orte mir das Geschehen nicht wirklich abwechlungsreich verkaufen können. Aber nach der ersten Spielstunde und meiner ersten taktischen Massenschlacht erkannte ich die "The Division 2"-Lootspirale und Skillspirale wieder, in einer altertümlichen, aber doch recht ansprechenden Form.

Jede Minute entdecke ich zudem etwas Neues und kann meinen eigenen Helden immer besser ausbilden. Das geht so flüssig und so schnell von der Hand, jederzeit wird gekämpft, jederzeit gibt es etwas zu erkunden, jederzeit muss ich auf meine Ressourcen achten und sie richtig handhaben. Aber das Allerschönste: Das Remaster ist zum Glück kein Remake. Die Nostalgie bleibt, die "Dark Fantasy"-Atmosphäre ist umso einnehmender, ich habe das Gefühl, ein altes Spiel zu spielen und es so wie damals kennenzulernen. Ich bin beeindruckt, dass dieses altertümliche Spielprinzip trotz seines Staubes und seiner altbackenen Bedienung auch 20 Jahre später so viel Spaß macht.

Solltet ihr aber mit meiner noobigen Perspektive überhaupt nichts anfangen können, solltet ihr bei meinem "GIGA GAMES"-Kollegen und Hardcore-Fan Alex vorbeischauen, der sich ganz sicher ist, dass für Veteranen kein Weg an Diablo 2: Resurrected vorbeiführt.

Am Wochenende konnte ich im Rahmen der technischen Alpha eine große Gaminglücke mit Diablo 2: Resurrected beginnen zu schließen. Ich freue mich auf den vollständigen Release, dann auch für Konsolen, und freue mich vor allem auf das nächste Gespräch mit Hardcore-Gamern und das nächste Brummen. Ach ja, Diablo 2 ...

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