Test NieR Replicant hat mir wieder Lust auf Nier: Automata gemacht

von Nathan Navrotzki (Donnerstag, 22.04.2021 - 14:00 Uhr)

Nach dem überraschenden – aber wohlverdienten – Erfolg von Nier: Automata, könnt ihr euch bald auch auf den Vorgänger NieR Replicant stürzen. In seinem Versions-Upgrade glänzt NieR Replicant ver.1.22474487139... an vielen Stellen noch heller als das Original – lässt an anderen aber auch sein eigentliches Alter durchblicken.

In NieR Replicant erwartet euch eine Reihe kurioser Gestalten.In NieR Replicant erwartet euch eine Reihe kurioser Gestalten.

Überblick zu NieR Replicant
• Spieldauer: 20 bis 50 Stunden, je nach Spielstil
• Plattformen: PC, PS4, Xbox One
• Release: 23. April 2021
• Sprachausgabe: Englisch, Japanisch, deutsche Untertitel
• USK: 16

Was ist NieR Replicant ver.1.22474487139... eigentlich?

NieR Replicant ver.1.22474487139... ist weder Remaster noch Remake, sondern die von Square Enix überarbeitete Version des RPG-Geheimtipps NieR Replicant aus dem Jahr 2010. Das Spiel kam damals in zwei Varianten auf den Markt: In der westlichen Version habt ihr den Vater, in der japanischen hingegen den großen Bruder der kleinen Yonah gespielt.

In der Neuauflage schlüpft ihr nun zum ersten Mal hierzulande in die Rolle des japanischen Protagonisten und versucht in dieser, ein Heilmittel für eure kleine Schwester zu finden. Diese wird nämlich von einer mysteriösen Krankheit geplagt: der Runenpest.

Wenn ihr Nier: Automata gespielt habt, könnt ihr euch sicher schon denken, was euch auf eurer Reise erwartet: eine postapokalyptische Welt voller liebenswerter wie komplexer Charaktere, spektakuläre Kämpfe und Wendungen, die euch alles überdenken lassen, was ihr zuvor von der Welt des Spiels zu wissen geglaubt habt.

Weitere Eindrücke gibt euch dieser Trailer:

Was ist neu?

Was alten Hasen an NieR Replicant ver.1.22474487139... zuerst ins Auge stechen dürfte, ist die grafische Überarbeitung des mittlerweile elf Jahre alten RPGs. Zum einen macht sich der Sprung von 720p und 30fps auf eine Auflösung von bis zu 4K und 60fps bemerkbar. Zum anderen haben sich aber auch die wichtigsten Charaktere einer Generalüberholung unterzogen. Der Unterschied zwischen den Gesichtern des PS3-Originals und der Neufassung, ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Aus einem Vergleichsvideo von Cycu1 haben wir das Bild der alten Version übernommen:

Der Protagonsit aus NieR Replicant ist plötzlich ganz ansehnlich.Der Protagonsit aus NieR Replicant ist plötzlich ganz ansehnlich.

Trotz alledem wirken Texturen leider oft verschwommen, vor allem in der leeren, offenen Spielwelt.

Die zweite große Änderung ist das Gameplay, genauer gesagt das Kampfsystem. Hierfür haben sich die Entwickler eindeutig an Ideen aus Nier: Automata bedient um die Kämpfe etwas geschmeidiger zu gestalten. Gegnerischen „Schatten“ gilt es, mit einer ausgewählten Handwaffe sowie mit magischen Attacken einzuheizen. Letztere werden von eurem schwebenden Begleiter, dem Buch Grimoire Weiss, abgefeuert. Das Ganze funktioniert in der Neuauflage um einiges besser als noch im Original, denn nun gibt es die hilfreiche Funktion Gegner automatisch anzuvisieren.

Die Kämpfe in NieR Replicant sind nicht ganz so schnell wie in Automata und allzu viel Spielraum in Sachen Skill-Management wird euch auch nicht überlassen. Das tut dem Ganzen aber kaum einen Abbruch. Spaß machen die Keilereien nämlich trotzdem – besonders die Bosse sind, NieR typisch, spektakulär in Szene gesetzt. Wenn ihr eine echte Herausforderung sucht, solltet ihr jedoch den Schwierigkeitsgrad erhöhen.

Die Kämpfe in NieR Replicant werden actionlastig.Die Kämpfe in NieR Replicant werden actionlastig.

Eine weitere geniale Ergänzung ist außerdem die Vertonung – wahlweise auf Englisch oder Japanisch. Auf Oldschool-Fans warten des Weiteren ein paar neue Inhalte, wie ein brandneuer Boss mit eigenem „Level“, der sich nahtlos in die bisherige Geschichte einreiht.

Das Gute und das Nervige an NieR Replicant

Die Stärken von NieR Replicant liegen weniger im Gameplay und vielmehr in seinen komplexen Charakteren. Während euer Protagonist zuerst wie ein eindimensionaler Weltverbesserer wirkt, werten die stetig fluchende Kainé und der sanftmütige Emil die Handlung mit ihren bunten Persönlichkeiten und eigenen Hintergründen enorm auf. Am liebsten würde man die eigentliche Mission abbrechen, um noch mehr Zeit mit den zwei sonderbaren Gestalten zu verbringen.

Auch Nebencharaktere, wie der Wüsten-König, die alte Leuchtturmdame und einige der Schatten-Bosse, bleiben euch noch lange nach dem Spielen im Gedächtnis – zumindest, wenn ihr die respektiven Quests abschließt und das Spiel mehrmals durchspielt. Ähnlich wie in Automata, gibt es nämlich auch hier mehrere Durchläufe, die zu verschiedenen Enden führen.

Kainé und Emil – zwei der besten Videospielfiguren aller Zeiten.Kainé und Emil – zwei der besten Videospielfiguren aller Zeiten.

Das Lästige daran: für verschiedene Enden, müsst ihr die zweite Hälfte des Spiels gleich mehrmals wiederholen. Ohne einen anderen spielbaren Charakter, ohne neues Gameplay. Die erste Wiederholung ist noch verkraftbar – immerhin gibt es als Entschädigung ein paar zusätzliche Zwischensequenzen und andere Zusätze, die euch die Geschichte aus anderen Perspektiven nachempfinden lassen. Alle weiteren wirken überflüssig und ziehen das Spiel nur unnötig in die Länge.

NieR Replicant ver.1.22474487139... ist im Kern eben noch immer ein Spiel der PS3-Ära – und das lässt es an mehreren Stellen durchblicken. Dieser Eindruck wird nämlich auch durch den langsamen Anfang und die langweiligen, leeren Wege zwischen den Orten, verstärkt. Egal wie grandios die Hintergrundmusik ist – spätestens nach dem 400. Wildschweinritt durch karge Graslandschaften, stirbt die Lust am Reisen.

Trotz gelegentlicher Monotonie und einem schleppenden Anfang, weiß NieR Replicant zu fesseln. Fragen wie „Was genau sind eigentlich diese Schatten, die ich die ganze Zeit bekämpfe.“ Und „Was verbirgt Kainé?“ treiben einen immer wieder an, die Story voranzubringen.

Für wen lohnt sich NieR Replicant ver.1.22474487139... und für wen nicht?

Zum Schluss wollen wir euch noch eine kleine Einschätzung dazu geben, ob sich der Ausflug in die Welt von NieR Replicant für euch lohnen könnte.

Für wen lohnt es sich?

  • Neugierige NieR-Neulinge, die Lust auf eine düstere wie komplexe Story haben
  • Fans von Nier: Automata, die mehr über die Welt lernen möchten
  • Alte Hasen, die Interesse an einigen zusätzlichen Inhalten haben

Für wen lohnt es sich nicht?

  • Ungeduldige Spieler
  • Automata-Verwöhnte, die sich große Unterschiede zwischen den Playthroughs wünschen

Bewertung von Nathan Navrotzki

Nier: Automata ist für mich eines der besten Videospiele aller Zeiten. Deswegen, aber auch wegen der vielen enthusiastischen Fans, hatte ich hohe Erwartungen an NieR Replicant. Vielleicht ein bisschen zu hoch. NieR Replicant ver.1.22474487139... hat mich viele Stunden lang tief in seinen Bann gezogen und konnte mich vor allem mit seinen eigenwilligen Charakteren bezaubern. Noch ein Pluspunkt: Endlich weiß ich ein bisschen mehr über die Welt, in der die Spiele angesiedelt sind.

Doch viele Ideen, die in NieR Replicant vorkommen, wurden in Automata noch mal verfeinert – zumindest was die philosophischen Inhalte und das Gameplay betrifft. Replicants erste Schritte werden erst in Automata zum festen Bestandteil, wenn es zum Beispiel um Perspektivenwechsel und verschiedene Kampfstile geht.

Rührselige Familiengeschichten wie in Replicant lassen mich meist kalt und das Setting sowie die Musik von Automata würde ich dem von Replicant auch um Längen vorziehen. Das ist aber reine Geschmackssache. Die Neuauflage ist trotzdem eine tolle Möglichkeit für Neueinsteiger und Automata-Fans, das wegweisende Spiel endlich auf der aktuellen Generation nachzuholen. Ich hab jetzt auf jeden Fall wieder richtig Lust bekommen, Nier: Automata zu spielen.

80

spieletipps meint: Eine hübsche Neuauflage des PS3-Geheimtipps, der sich viel Zeit lässt, seine Geschichte zu erzählen.

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