Deathloop

Vorschau Deathloop: Mit John Wick in einer Zeitschleife gefangen sein

von Michael Sonntag (aktualisiert am Donnerstag, 20.05.2021 - 08:29 Uhr)

Nach Dishonored und Prey bereitet Entwickler Arkane Studios ein neues abgedrehtes Brainfuck-Buffet für die Gamingwelt vor: Wir durften bereits in Deathloop hineinschauen und melden uns mit viel Hype und ein paar Sorgen zurück.

Deathloop: Ein Assassine, acht Ziele, eine Zeitschleife – unendlicher Spaß?
Deathloop: Ein Assassine, acht Ziele, eine Zeitschleife – unendlicher Spaß?

Deathloop in der Vorschau: Morgen selbe Zeit, selber Tod?

Assassin's Creed auf Drogen, John Wick in einer Zeitschleife, Dishonored mit Pistolen: All das ist irgendwie in Deathloop drin. Auch wenn die Fans das neue Spiel von Entwickler Arkane Studios noch gar nicht fassen können, vermittelten alle bisherigen Trailer zumindest, dass da ein wirklich abgedrehtes Spiel auf die Gamingwelt zukommt. Viele Fragen sind offen, einige davon konnten wir nun auf einem digitalen Preview-Event klären. Zwar durften wir dabei noch nicht selbst spielen, haben aber einen ganzen Sack voller Eindrücke mitgebracht.

Die Ausgangslage von Deahtloop ist herrlich schräg: Colt ist ein Assassine, der in einer Zeitschleife auf der Insel Blackreef gefangen ist. Er erlebt immer wieder denselben Tag, selbst wenn er stirbt. Um aus der Schleife auszubrechen, muss er es schaffen, acht Zielpersonen auszuschalten, die eine Armee aus durchgedrehten Soldaten um sich geschart haben. Die achte Zielperson ist allerdings gefährlicher als alle anderen: Julianna, die selbst eine Assassinin ist und die Colt von seinem Ziel abhalten will. Wir dürfen uns also auf einen fesselnden Schlagabtausch einstellen.

Nicht so der Text-Mensch? Dann zieht euch unsere kompakte Video-Vorschau zu Deathloop rein:

Deathloop: Was dich tötet, macht dich klüger und stärker

Entwickler Arkane Studios hat es auf dem Event oft betont: Auch wenn es sich stark danach anhört, soll Deathloop spielerisch kein Roguelike im eigentlichen Sinne sein. Es soll nicht nur darum gehen, das Ziel mit einem perfekten Durchlauf zu erreichen. Der Shooter will euch stattdessen mit dem Zeitschleifen-Element viele Freiheiten, viel zu entdecken und viele Möglichkeiten zum Experimentieren bieten. Mit jedem Tag könnt ihr somit ein besserer Assassine werden und mehr über die Insel, die Zielpersonen und die besten Tötungsmöglichkeiten herausfinden.

Die Insel selbst ist in vier Gebiete aufgeteilt, die ihr zu vier verschiedenen Tageszeiten besuchen könnt: morgens, mittags, nachtmittags und abends. Je nach Tageszeit ändern sich die Abläufe der Zielpersonen und in jedem Gebiet könnt ihr unterschiedlichen Fährten nachgehen. Nach drei Durchläufen herauszufinden, dass sich zwei Personen zur selben Zeit am selben Ort aufhalten, kann also für Colt und den Spieler sehr interessant sein.

Jeden Tag neue Waffen sammeln und verbessern, immer mehr Informationen über den Loop und die Zielpersonen beschaffen, immer neue Gefechte an absolut stylischen Orten führen und Fehler mit einem teuren Preis bezahlen und dann wieder drauf losstürmen – Wir sind ehrlich: Das zusammen mit der bekannten "Arkane Studios"-Atmosphäre und diesem "James Bond"-Feeling klingt nach einem der coolsten Spielkonzepte der letzten Jahren. Aber wird es auch genauso umgesetzt werden können? Eine Frage, die sich für uns durch das gesamte Preview-Event zog.

Lasst uns über das Gameplay sprechen: Beim Kämpfen kann Colt auf den gesamten Fertigkeitenbaum zugreifen, den Arkane Studios über die Jahre mit Dishonored und Prey hochgezogen hat: Neben dutzenden Schießeisen, Granaten und anderen Spielereien kann er auch übernatürliche Fähigkeiten wie beispielsweise Teleportation und Unsichtbarkeit gegen seine Feinde einsetzen. Ihr habt die Trailer gesehen: Einen mächtigeren John Wick können wir uns kaum vorstellen. Für viel Kreativität und Abwechslung wird also gesorgt sein – zumindest auf dem Papier.

Ein neuer Tag, ein neuer Loop: Entscheidet euch, wo ihr wann und wie in Deathloop zuschlagen wollt.
Ein neuer Tag, ein neuer Loop: Entscheidet euch, wo ihr wann und wie in Deathloop zuschlagen wollt.

Deathloop: Zu cool, aber vielleicht zu cool?

Hier stellt sich nämlich die Frage, ob es der Spieler damit nicht viel zu leicht haben wird. Zudem sind wir unsicher, wie viel Raum das aus Dishonored bekannte Stealth-Gameplay in Deathloop überhaupt einnehmen wird oder einnehmen muss, wenn aggressives Vorgehen (auf den ersten Blick) keinen Nachteil mit sich bringt und deutlich mehr Spaß bietet. Zumindest vermittelte uns das gezeigte Gameplay bisher immer den Eindruck, dass auf zwei Minuten Stealth immer zehn Minuten cooles Geballer folgen – ohne wirkliche Gegenwehr.

Das kann an dem allgemeinen Fokus der Präsentation liegen, aber auch daran, dass wir Deathloop bisher nicht selbst anspielen konnten. Also ja: Entweder wird Deathloop irgendwann öder oder bis zum Ende durchgehend großartig bleiben. Nagelt uns da also noch nicht fest, die Frage bleibt allerdings offen. Am Ende wird jeder Spieler hoffentlich frei entscheiden können, wie er in Deathloop vorgehen kann – und wie er gegen das wohl interessanteste Highlight vorgeht: Julianna.

Während Colt seinen Tagesablauf mit Schießen und Infos beschaffen durchzieht, kann die feindliche Assassine plötzlich angreifen und seinem gesamten Erfolg einen Strich durch die Rechnung machen. Ein zusätzliches Feature soll die Sache noch interessanter machen: Statt der KI kann ein anderer Spieler über den Multiplayer den Platz von Julianna einnehmen und einem anderen Colt den Tag versauen. Abseits dieser Genugtuung können sich Julianna-Spieler außerdem Belohnungen wie seltene kosmetische Objekte verdienen.

Ebenfalls ein interessantes Spielelement, auf dessen sinnvolle Umsetzung es dann letztendlich ankommt: Wie will der Entwickler dafür sorgen, dass der Zweikampf spannend bleibt und nicht irgendwann in ein frustrierendes Sabotieren ausartet? Und kann die KI-Julianna im anderen Fall wirklich mit Colt mithalten? Was den Charakter als solchen angeht, können wir euch jetzt schon beruhigen: Ihr könntet euch keine bessere oder charmantere Feindin vorstellen. Nach dem Event sind wir umso gespannter auf den Release von Deathloop am 14. September, exklusiv für PC und PS5. Gespannt, selbst loszuloopen und gespannt zu sehen, ob Arkane Studios sein Riesenprojekt wirklich geglückt oder außer Kontrolle geraten ist.

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Bewertung von Michael Sonntag

Bisher gab es für mich keinen Grund, mir eine PS5 zu holen. Deathloop könnte das ändern. "Das ist mal was anderes" würde es überhaupt nicht treffen. Bei Arkane Studios ist man weit über diesen Punkt hinaus, Deathloop ist nur die logische Weiterentwicklung der Gameplay-Meisterwerke Dishonored und Prey und könnte mit der Zeitschleife etwas völlig Neues bieten, eine kreative Macht, über die wir Spieler bisher noch nicht verfügt haben.

Gleichzeitig bin ich skeptisch. Es kann sein, dass es für diese coole Idee noch zu früh ist. Oder es ist der richtige Zeitpunkt. Ich weiß es nicht, unter Corona-Bedingungen lassen Events dieser Art einen Journalisten leider nicht nah genug an das Spiel heran, um mit einem präziseren Gefühl zurückzukehren. Dafür müsste ich die Insel Blackreef selbst betreten können. Viele Fragen bleiben noch offen. Aber egal, wie Deathloop letztendlich ist, der Mut zu neuen Ideen und die abgedrehte Kreativität von Arkane Studios bleiben auf dem Markt einzigartig. Ihr habt euch extrem viel vorgenommen, aber ich habe Vertrauen.

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