Tales of Arise

Vorschau Tales of Arise: So fulminant sollte ein modernes JRPG aussehen

von Franziska Behner (Donnerstag, 17.06.2021 - 16:00 Uhr)

Mit Tales of Arise veröffentlicht Publisher Bandai Namco im Herbst einen neuen Teil des beliebten JRPG-Franchises. Wir durften uns immerhin schon einmal 30 Minuten durch die neue Welt schlagen, die in frischem Glanz erstrahlt.

Warum ein Spiel, wenn ihr 16 haben könnt?

Lasst uns mit einer kurzen Zusammenfassung für alle starten, die Tales of Irgendwas noch nicht kennen: Die "Tales of"-Spiele haben schon fast einen Kultstatus erreicht und sind aus der JRPG-Welt nicht mehr wegzudenken. Eine Auflistung aller bisher erschienenen Teile ersparen wir uns an dieser Stelle allerdings, sonst müsstet ihr wirklich weit nach unten scrollen. Nur ein kleiner Tipp am Rande: Wenn ihr euch die Wartezeit auf Tales of Arise im Herbst ein wenig versüßen wollt, startet eure Reise in das Franchise doch mit Tales of Vesperia in der Definitive Edition. Lohnt sich garantiert!

Überzeugt euch im Video selbst von der Bildgewalt in Tales of Arise:

Rena vs. Dahna

Tales of Arise beginnt thematisch mit schwerer Kost: Die Welt Dahna wird seit 300 Jahren vom Stern Rena regiert und völlig ausgenommen. Bereits aller Ressourcen entledigt, wurden nun auch nahezu alle Dahnäer versklavt. Um diese Unterdrückung zu beenden, bedarf es ein paar mutiger Helden im Anime-Look, mit denen ihr nun in das JRPG einsteigt.

Wisst ihr, was in vielen guten Spielen und Filmen den Protagonisten ausmacht? Gedächtnisverlust! Dieses “Feature” trifft auch auf Alphen zu, mit dem ihr die Reise in Tales of Arise startet. Gemeinsam mit Shionne, die vor ihren Landsleuten aus Rena flieht, bereisen sie die verschiedensten Orte in Dahna, um das Land von der Unterdrückung zu befreien. Das ungleiche Team wird nicht nur durch ihre Kampfkraft, sondern auch durch den Wunsch nach Veränderung zusammengeschweißt.

Obwohl fehlende Erinnerungen ziemlich klischeemäßig sind, wirken die Charaktere ansonsten frisch und nicht zu generisch. Das spiegelt sich in ihren Lebensgeschichten und auch Waffen wieder, was vor allem für die Kämpfe interessant wird: Im Menü lässt sich trotz der für eine Preview typischen Einschränkungen bereits vermuten, dass es hier eine große Variation an Outfits, Fähigkeiten, Waffen und Items gibt.

Alphen hat das eine oder andere Ass im metallischen Ärmel versteckt.
Alphen hat das eine oder andere Ass im metallischen Ärmel versteckt.

In eurem Team tummeln sich mit der Zeit Figuren mit ganz unterschiedlichen Stärken und Schwächen, die oft einen zweiten und dritten Blick rechtfertigen. So haben wir in unserer Anspiel-Session Rinwell gesteuert, die eigentlich aus Dahna stammt und deshalb nicht über die besondere Angriffstechnik Arts verfügen dürfte. Die Verwendung von Astral-Arts ist eigentlich den Einwohnern von Rena vorbehalten.

Weshalb sie trotzdem über diese Fähigkeit verfügt, konnten wir bisher nicht herausfinden. Es dürfte aber spannend werden, wie diese charakterspezifischen Details mit der Story verwoben sind und mehr über die Welt verraten. Ein kurzer Blick auf weitere Charakterprofile lässt uns zudem vermuten, dass es auch abseits der recht linearen Geschichte viel zu entdecken und verstehen gibt.

Ausweichen wird zur Pflicht!

Laut Hersteller Bandai Namco sollen sich die Kämpfe intuitiv spielen, was wir im Großen und Ganzen auch bestätigen können. Während unserer 30-minütigen Anspiel-Session wurden wir regelrecht von einem Kampf in den nächsten geworfen und haben mithilfe eines Tutorials schnell die grundlegenden Techniken verstanden.

Das wirklich tiefgehende Gameplay mit zahlreichen Fähigkeiten lässt sich aktuell nur schwierig einschätzen, da es schlichtweg noch nicht in vollem Umfang zur Verfügung stand. Der erste Einblick hat allerdings durchaus Spaß gemacht, da die Kämpfe flott und dynamisch ablaufen. In diesem Teil wird auch das Ausweichen besonders wichtig sein. Das klappte aktuell noch so semi-gut und wirkte nicht zu 100 Prozent balanciert - hier möchten wir uns allerdings nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Mit etwas mehr Übung könnte das durchaus geschmeidiger von der Hand gehen.

Von solchen Angriffen wollen wir noch viel mehr sehen!
Von solchen Angriffen wollen wir noch viel mehr sehen!

Ein echter Hingucker und recht einfach zu entfesseln sind hingegen die Boost-Schläge und Kombos, die ihr in Tales of Arise gemeinsam mit einem Teammitglied auslöst. Dabei verkettet ihr mehrere Aktionen miteinander, um einen verheerenden Finisher bei kleinen Gegnern auszulösen. Einen Boss haut ihr damit nicht um, ordentlich Schaden verursacht es trotzdem.

Dank der damit einhergehenden Sequenzen sieht das gesamte Kampfgeschehen gleich dreimal cooler aus. Und auch verwirrender, denn durch zahlreiche Explosionen und magische Angriffe knallt es an jeder Ecke auf dem Bildschirm. Daran muss man sich erstmal ein wenig gewöhnen und lernen, den Überblick zu behalten. Dann macht dieser neue Schwung aber ordentlich Laune!

An die vielen Effekte müsst ihr euch erst gewöhnen.
An die vielen Effekte müsst ihr euch erst gewöhnen.

Atmosphärischer Shader und Tageszeiten

Beim ersten Trailer zu Tales of Arise hätten wir das Franchise beinahe nicht erkannt. Bandai Namco Studios geht mit diesem Ableger optisch neue Wege und verpasst der Welt dank des “atmosphärischen Shaders” einen ganz neuen Look. Im Kontrast zu den satten Farben der Charaktere, steht nun eine zart anmutende Welt. Berge, Städte und Wiesen erstrahlen in pastelligem Wasserfarben-Look voller Details. Von kleineren technischen Stolpersteinchen abgesehen, ist das einfach nur wunderschön anzusehen.

Während unserer Spiel-Session konnten wir ein Gebiet recht frei begehen, dort mit NPCs sprechen und zahlreiche Kämpfe bestreiten. Trotz fantastischer Grafik hielten sich die Ladezeiten in Grenzen - wie das später auf den verschiedenen Systemen sein wird, ist allerdings noch unklar.

Derart detaillierte Umgebunben sind für die Tales-Reihe neu.
Derart detaillierte Umgebunben sind für die Tales-Reihe neu.

Die Zwischensequenzen, die laut Produzent Yusuke Tomizawa deutlich häufiger als im Vorgänger vorhanden sind, haben uns bisher völlig in ihren Bann gezogen. Im Spiel selbst könnten Mimik und vor allem Gestik der Charaktere hingegen gerne noch etwas dynamischer sein. Gerade bei längeren Gesprächen zwischen den Charakteren wird es doch recht schnell langweilig, wenn alle regungslos im Kreis stehen und nur leicht im Wind wiegen, als wären sie zarte Blümchen. Das ist Meckern auf recht hohem Niveau - fällt aber einfach im Vergleich zu den Sequenzen stark auf.

Lust auf die Tales-Reihe bekommen? Tales of Vesperia wäre noch vor Arise ein hübscher Einstieg:

Tales of Arise - Collector's Edition [PlayStation 5]

Tales of Arise - Collector's Edition [PlayStation 5]

Bewertung von Franziska Behner

Was für ein Sprung! Hier kann wirklich niemand leugnen, dass die Tales-Reihe mit diesem Ableger vor allem optisch ordentlich auftischt. Hier und da sind noch kleinere bis mittelgroße Schwächen zu erkennen, das ist mir durchaus bewusst. Auch, dass 30 Minuten noch lange nicht ausreichen, um sich ein abschließendes Urteil bilden zu können. Trotzdem: Mir gefällt Tales of Arise bisher wirklich gut. Eine eher brutal wirkende Geschichte voller Leid, könnte im Zusammenspiel mit den quietschbunten Charakteren, der zarten Wasserfarbenwelt und dem schnellen Gameplay durchaus interessant werden. Allerdings nur, wenn die Charaktere wirklich so viel Tiefgang mitbringen, wie ich anhand ihrer Profile vermute.

Zusätzliche Rollenspiel-Features, wie Kochen, Campen, Fähigkeiten und Kostüme, konnte ich noch nicht genauer ansehen. Das muss wohl bis zu einer weiteren Anspiel-Session oder der Review warten. Insofern sie nicht einfach nur reingepresst, sondern auch sinnvoll in das Spiel integriert werden, halte ich Kochen und Co. meist für eine gute Ergänzung.

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