Videospielkultur

Queer Gaming: Was das ist und wieso das wichtig ist - Seite 3 (Special)

Interview mit einer Entwicklerin

Ivory Landers ist eine Indie-Entwicklerin, die gerade an dem Rollenspiel Bloom - Memories arbeitet. Sie ist transgender und möchte auch ihre eigenen Erfahrungen in diesem Spiel verarbeiten. Wir haben ihr deshalb ein paar Fragen gestellt. Die Antworten wurden aus dem Englischen übersetzt.

spieletipps: Wie gehst du damit um, dass es in Videospielen noch nicht sehr viele queere Figuren gibt?

Ivory Landers: Es ist ja nicht so, dass Geschichten um weiße, heterosexuelle Männer schlecht wären. Dennoch haben wir Menschen einfach viel mehr Geschichten zu erzählen. Es gibt so viele Kulturen, so viele verschiedene Perspektiven. Ich denke einfach, dass es nicht sehr kreativ ist, ja sogar faul, wenn man immer wieder die gleiche Geschichte durchspielt, weil irgendeine Fokus-Gruppe entschieden hat, dass das die Spieler interessiert.

Dazu kommt, dass es definitiv viele Missrepräsentationen von Minderheiten in Videospielen gibt. So wie etwa die Prostituierten in GTA 5, die als Transvestiten an der Straße stehen. Diese Charaktere existieren, weil die Entwickler denken, dass die Spieler das schon alles so lustig finden und sich keine großen Gedanken machen werden.

Zuletzt ist da natürlich noch die Frage, wer eigentlich Spiele herstellt. Aber ich kenne tatsächlich viele künstlerische Talente, die in diesen großen Firmen arbeiten. Und ich weiß, dass diese fähig wären, so viel mehr zu kreieren als schlussendlich in diesen Spielen verwirklicht wird. Das Problem ist nicht das fehlende Talent oder fehlende unterschiedliche Standpunkte. Vielmehr ist es die zynische Art, wie viele Spiele gemacht werden. Sie werden so geformt, dass schlussendlich oft etwas Ausdrucksloses dabei rauskommt, das für ein größtmögliches Publikum ohne große Probleme vermarktet werden kann.

(Quelle: Youtube, Gaming Faster than Light!)

spieletipps: Wie können wir die Industrie verändern, noch offener machen?

Ivory Landers: Der beste Weg die Industrie zu verändern ist, indem man selbst die Veränderung unterstützt, die man gerne sehen würde.

Ich wäre etwa nie so weit mit einem Spiel wie Bloom gekommen, wenn ich nicht viel Unterstützung aus der Community bekommen hätte, gerade zu Beginn. Ich hoffe sie wissen, wie wichtig sie bei diesem Projekt wirklich waren. Ohne diese Unterstützung von vielen Menschen hätte das alles nicht so geklappt.

Beispiele für gut und schlecht gelungene queere Charaktere in Videospielen, geben wir euch in unserer Bilderstrecke:

Queere Repräsentation findet sich in Videospielen immer häufiger wieder – aber es muss sich noch Einiges tun. LGBTQ+ Personen auch in Videospielen respektvoll abzubilden, normalisiert Realitäten von queeren Menschen und kann Spiele mit interessanten Geschichten bereichern, die nicht schon hunderte Male erzählt wurden.

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