Legend of Mana

Test Legend of Mana: Zauberhafte Neuauflage mit verpasster Chance

von Laura Heinrich (Donnerstag, 24.06.2021 - 10:53 Uhr)

Nach gut 21 Jahren hält der vierte Spielteil der Mana-Serie nun auch in Europa offiziell Einzug. In der Neuauflage von Legend of Mana geriet die Kraft des Manas in Vergessenheit. Es braucht also einen Helden, der mit Hilfe von Artefakten die Welt wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Und dieser Held seid nun ihr.

Die Pixelcharaktere stellen einen irrwitzigen Kontrast zu den malerischen Hintergründen dar.
Die Pixelcharaktere stellen einen irrwitzigen Kontrast zu den malerischen Hintergründen dar.

Überblick zu Legend of Mana
• Größe: ca. 6,35 GB
• Altersfreigabe: USK 12
• Spielzeit: Ca. 25 Stunden für die Hauptgeschichte
• Sprachausgabe: Deutsche Bildschirmtexte
• Versionen: PS4, Switch, PC

Legend of Mana im Test: Kreative Spielwelt mit Kniff

Wer bei Spielbeginn auf eine kleine Einführung hofft, liegt leider falsch. Gewiefte Spieler können allerdings das Handbuch im Optionsmenü studieren, um die Grundlagen zu erlernen. Nach einigem Hin- und Herirren setzt endlich der Zauber ein, der schon von Beginn an auf euch wartet. Lauscht der zauberhaften Melodie und erkundet die farbenfrohe Gegend. Der komplette Soundtrack im Optionsmenü lädt im alten und neu aufgenommenen Stil zum Träumen ein.

Die Überarbeitung der handgezeichneten Hintergründe hat dem Charme keinen Abbruch getan und harmoniert überraschenderweise wunderbar mit den Charakteren. Denn diese haben ihre alte Pixelstruktur behalten und sorgen dadurch für den einen oder anderen amüsanten Moment. Problematisch wird dieses Konzept allerdings im Kampf, da ihr oftmals auf den Zentimeter genau vor dem Gegner stehen müsst, weil ansonsten euer Schlag ins Leere geht.

Die interaktive Mana-Weltkarte könnt ihr mit Hilfe von Artefakten nach Belieben gestalten und so Einfluss auf den Spielverlauf nehmen.
Die interaktive Mana-Weltkarte könnt ihr mit Hilfe von Artefakten nach Belieben gestalten und so Einfluss auf den Spielverlauf nehmen.

Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. Womit wir direkt beim nächsten Punkt wären: Die Spielwelt besitzt eine besondere Funktionsweise, da ihr sie selbst mitgestaltet. Sobald ihr eine Aufgabe erledigt habt, bekommt ihr ein bis zwei Artefakte. Dadurch könnt ihr auf der Weltkarte Fa'Diels eine neue Gegend platzieren.

Hier ein kleiner Geheimtipp von uns, denn die Entwickler haben sich dabei ja auch was gedacht: Je weiter ihr die Artefakte von eurem Zuhause wegplatziert, desto höher wird der jeweilige Schwierigkeitsgrad. Also setzt euer Zuhause in die Mitte, es sei denn ihr seid gern lebensmüde und sucht die Gefahr.

Ein Held ohne Orientierung

Die Geschichte des farbenfrohen Action-RPGs selbst ist mit rund 25 Stunden Spielzeit relativ unspektakulär und wird größtenteils in mehrere kleine Abschnitte unterteilt. Denn im Mittelpunkt von Legend of Mana steht deutlich das Kämpfen. Getreu dem Mana-Stil habt ihr verschiedene Waffen und Rüstungen zur Auswahl, um den Monstern im Echtzeit-Modus ordentlich einzuheizen. Je weiter ihr vorankommt, desto vielfältiger wird euer Abenteuer, vor allem mit dem (begrenzten) lokalen Zwei-Spieler-Modus oder dem Minispiel "Ring Ring Land".

Taucht im Trailer in die zauberhaft Welt von Legend of Mana ein:

In der Neuauflage könnt ihr zudem alle optionalen Feindkämpfe deaktivieren. Unserer Meinung nach wäre eine Fluchtmöglichkeit die bessere Option gewesen, da euch ansonsten wertvolle Erfahrungspunkte verloren gehen. Apropos verloren gehen: In einigen Dungeons gleichen sich die Hintergründe wie ein Ei dem anderen. Sobald ihr euch das dritte Mal ungewünscht an der selben Stelle wiederfindet, werdet ihr an unsere Worte denken. Eine automatische Karte wäre in diesem Fall ebenfalls eine dankbare Neuerung gewesen.

Doch genau dieses Gefühl von Freiraum erhaltet ihr nicht nur beim Spielen der Hauptgeschichte, sondern auch in allen anderen Bereichen des Spiels. Es bricht aus sämtlichen linearen Konstrukten aus und lässt dem Spieler sowohl beim Platzieren und Spielen der Welten, Crafting und Trainieren der Gefährten freie Hand. Ob einem das gefällt oder nicht, ist Geschmackssache.

Da sich das Spiel sehr bedeckt mit Informationen und Hilfestellungen hält, müsst ihr den Großteil des Spiels auf gut Glück erkunden. Vor allem beim Crafting und der Instrumentenherstellung wäre eine Übersicht hilfreich, da das Zusammenspiel der Komponenten nur schwer zu durchschauen ist und den Spieler dadurch eher ratlos zurücklässt.

Bewertung von Laura Heinrich

Trotz eines eher holprigen Starts habe ich das Spiel ins Herz geschlossen. Das liegt nicht nur am Design und dem zauberhaften Soundtrack, der es mir wirklich angetan hat. Denn obwohl es ein RPG ist, fühlt es sich nicht wirklich danach an. Die freie Platzierung der Welten hat nämlich nicht nur den Vorteil der Anpassung des Schwierigkeitsgrades, sondern lässt euch die Reihenfolge der Geschichte selbst bestimmen.

Problematisch wurde es für mich erst, je tiefer ich in das Spiel eingetaucht bin. Denn selbst wenn ihr glaubt den Durchblick zu haben, verliert ihr ihn schneller als euch lieb ist. Das trifft nicht nur auf die non-existenten Karten zu, sondern vor allem auf jegliche Interaktion mit Gegenständen und Gefährten. Nicht nur einmal dachte ich mir: "Wo bleibt mein Tutorial? Ich bin nicht in dieser Welt aufgewachsen und weiß das daher nicht!"

Wie viel Legend of Mana eigentlich zu bieten hat, kann daher nur mit viel Liebesmüh und Geduld oder einem Blick in Internetforen herausgefunden werden. Da wäre auf Entwicklerseite noch Potential gewesen und vermutlich wäre ein Remake, so wie bei den vorherigen Mana-Teilen, die bessere Wahl gewesen.

74

spieletipps meint: Hübsch anzusehende Neuauflage des Action-RPGs, die leider viele Gelegenheiten verpasst, moderne Elemente zu integrieren.

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