Monster Hunter Stories 2

Test Monster Hunter Stories 2: Wenn Pokémon mit Monster Hunter verschmilzt

von Franziska Behner (Mittwoch, 07.07.2021 - 17:00 Uhr)

Vom Rookie-Rider zur anerkannten Kämpferin: Wir haben uns in Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin mit jeder Spielstunde ein bisschen mächtiger gefühlt. Das hat vor allem an immer neuen und stärkeren Monsties gelegen. In unserem Test lest ihr, was euch im putzigen Sequel erwartet.

Habt ihr Lust auf ein putziges RPG im Monster-Hunter-Universum? Dann solltet ihr diesen Test zu Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin unbedingt bis zum Ende lesen. Euch erwarten eine interessante Fantasy-Geschichte mit einigen Wendungen, rundenbasierte Kämpfe und ganz viele knuddelige Monster, die ihr sammeln könnt! Gute Nachrichten für ale Neueinsteiger: Den ersten Teil müsst ihr nicht gespielt haben, um die Story zu verstehen – denn ihr startet in eine völlig neue Geschichte.

Wir haben es beim ersten Anspielen noch nicht so recht geglaubt, aber: Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin ist irgendwie cool. Trotz einiger Schwächen, weiß es mit dem typischen Sammel-Loop aus Pokémon und Co zu begeistern. Und das, obwohl das System dahinter kaum einfacher sein könnte! Aber fangen wir von vorne an:

Ihr beginnt eure Reise in Monster Hunter Stories 2 als junger Rider. Im Charakter-Editor könnt ihr die typischen Merkmale wie Augen, Haare und Co verändern. Neue Rüstungen und Waffen gibt es, typisch für ein Monster-Hunter-Spiel, später beim Schmied. Nachdem ihr euch die ersten Stunden als Rider bewiesen habt und nebenbei das Tutorial absolviert, überschlagen sich die Ereignisse.

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin [Nintendo Switch]

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin [Nintendo Switch]

Ausmerzflügel Ratha schlüpft!

Auf einer eurer Missionen trefft ihr auf ein Wyverianer-Mädchen namens Ena, die ein rot-schwarzes Ei mit sich herum trägt. Sie hat es von Red, dem Großvater eures Charakters, erhalten und gibt es nun in eure Obhut. Ihr tragt das wackelnde Ei ein paar Stunden mit euch herum, ehe es wenig überraschend schlüpft. Der Mini-Rathalos vor euch sieht allerdings ein wenig komisch aus …

Der Kleine soll alles vernichten?
Der Kleine soll alles vernichten?

Wenige Augenblicke später erfahrt ihr, dass die deformierten Flügel eures neuen Baby-Rathalos bereits in der uralten Überlieferung erwähnt werden und für riesiges Unheil stehen. Wächst der Kleine heran, wird er laut der Prophezeiung alles zerstören. Ihn zu töten ist natürlich keine Option – aber was nun?

Mehr wollen wir von der Geschichte natürlich nicht verraten! Stattdessen möchten wir ein wenig über die wirklich schöne Grafik des Sequels sprechen. Mit dem letzten Hauptspiel der Reihe Monster Hunter World: Iceborne könnt ihr das natürlich nicht vergleichen. Stories 2 ist, wie schon sein Vorgänger, viel niedlicher, ja schon fast kindlich gestaltet. Strahlende Farben, rundliche Gesichter und putzige Monster.

Schaut euch hier den neuesten Trailer zu Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin an:

Rundenbasierte Kämpfe mit Strategieeinfluss

Haltet ihr euch gerade nicht in einer Stadt auf, werdet ihr in der Welt von Wings of Ruin schnell in den einen oder anderen Kampf verwickelt. Im Gegensatz zu Monster Hunter World oder Rise, laufen die Kämpfe nicht in Echtzeit sondern rundenbasiert ab. Nach einem Stein-Schere-Papier-Prinzip wird eine Angriffsart ausgesucht. Bei einigen Gegnern ist es sogar möglich, ein spezielles Körperteil anzuvisieren. Wird beispielswiese lange genug auf den Schwanz eingeschlagen, bricht er. Das hat zur Folge, dass der Gegner keine verheerenden Schwanzattacken mehr ausführen kann. Dieses Feature ist bereits aus den Hauptspielen der Serie bekannt und bringt eine gewisse Strategie ins Spiel. Außerdem gibt es dafür extra Items am Ende des Kampfes!

Zerbrecht die Teile des Gegners!
Zerbrecht die Teile des Gegners!

Viele andere Aktionen sind typisch für ein Rollenspiel: Items, Sonderfähigkeiten und Buffs spielen vor allem in Bossfights eine größere Rolle. Ihr könnt sogar die Waffe wechseln, wenn der Gegner sich aufplustert oder ihr etwas Stumpfes benötigt, um die Verteidigung zu durchbrechen. Eine Besonderheit ist das Aufsitzen auf eurem Monstie, das euch voll heilt und besonders starke Attacken möglich macht. Da viele Angriffe mit hübsch anzusehenden Sequenzen verknüpft sind, die sich jedoch oftmals wiederholen, ist die dreifache Geschwindigkeitstaste ein wahrer Segen.

Anfangs waren die Monster noch problemlos schaffbar, nach gut acht Stunden hat sich das, zumindest bei uns, geändert. Mit einfacher Rider-Rüstung und einem Bogen auf Level 1 kommt ihr irgendwann einfach nicht mehr weiter. Dann heißt es: Grinden was das Zeug hält! Um beim Schmied bessere Rüstungen und Co. zu erhalten, braucht ihr jede Menge Materialien. Hier eine Schuppe, dort ein Reißzahn: Da gehen schon mal ein paar Stunden drauf. Wer sowas liebt, ist hier also bestens aufgehoben.

Copy & Paste Dungeons?

Der Hang zu Details spiegelt sich auch in den hochwertigen Zwischensequenzen wider, die nicht nur toll aussehen, sondern auch fantastisch vertont sind. Im Gegensatz zum Vorgänger, wird in MH Stories 2 viel mehr wert auf die Geschichte gelegt. Die teils vorhersehbaren Geschehnisse sind gut verpackt und machen einfach Spaß beim Zusehen – zumindest, wenn man den Felyne-Sidekick Navirou nicht furchtbar nervig findet. Diese Art Humor ist sicherlich nicht für jeden etwas, aber irgendwie auch total japanisch.

Eure Reisen haben eigentlich immer ein klar markiertes Ziel, es hält euch aber niemand davon ab, abseits der Wege auf Erkundungstour zu gehen. Viele kleine Levelabschnitte und der immer gleich wirkende Monster-Bau hinter jeder Ecke ist einfach zu verlockend! Und wenn die Reise mal etwas weiter ist, könnt ihr, typisch für das Franchise, den etwas rabiaten Schnellreise-Service der Felyne nutzen.

Goldener Monster-Bau = Seltenes Monster?
Goldener Monster-Bau = Seltenes Monster?

Wir haben es im letzten Abschnitt bereits angerissen: So schön die Welt von Monster Hunter Stories 2 manchmal aussieht (Vor allem in den Städten!), so leer ist sie während eurer Touren. Abgesehen von verschiedenen Monstern, findet ihr lediglich eine Hand voll unterschiedliche Items und mit etwas Glück ein Felyne-Versteck. Andere Rider sind hier auf freiem Feld eher Mangelware, schade! Die Langeweile gilt auch für so ziemlich jeden Monster-Bau. Der Eingang sieht immer gleich aus und nach einer kurzen Ladepause beim Hindurchschreiten wisst ihr meist schon am Anfang, was euch erwartet.

Pokémon trifft Monster Hunter

Ein Monster-Bau ist wie ein kleiner Dungeon, an dessen Ende ein Monsternest wartet. Hier ist der Ablauf immer gleich: Anschleichen, Ei hochheben und bewerten: Je stärker der Geruch und schwerer das Gewicht, desto besser! In der Stadt könnt ihr eure Eier ausbrüten und genauer unter die Lupe nehmen. Ihr dürft sogar ein wenig Wissenschaftler spielen! Monsties, die ihr loswerden wollt, geben euch eine Genfähigkeitet euerer Wahl, die ihr einem anderen Monsti zuschreiben könnt. So züchtet ihr euch nach und nach die perfekten Begleiter heran.

Gaaaanz leise!
Gaaaanz leise!

Eure Monsties haben zudem verschiedene Fähigkeiten, die sich ein bisschen mit Surfer, Zertrümmerer und Co. aus so ziemlich jedem Pokémon-Spiel vergleichen lassen. Starke Monsties schaufeln euch den Weg frei, andere springen über Schluchten und clevere Monsties scannen die Umgebung nach Feinden und/oder Items ab. Eine nette Idee, um regelmäßig das Reittier zu wechseln. Beim Reiten fühlen sie sich auch ganz unterschiedlich an: Manche sind furchtbar langsam oder auch besonders schnell, andere hüpfen bei jedem Schritt und flattern mit den Flügeln. Ein lustiges Feature, das die Erkundungen deutlich erfrischt.

Bewertung von Franziska Behner

Auf mich wirkt Monster Hunter Stories 2 so, als hätten die Designer mal mehr und mal weniger Zeit in das Spiel investiert. Auf der einen Seite gibt so wundervolle Städte und Unterschlüpfe zu sehen! Und dann kommt ihr in einer leblosen Landschaft an, die trockener als die Sahara wirkt. Das ist sehr schade, denn so bin ich oft mit Vollgas durchgerannt, habe die Quest erledigt und lieber meine Zeit in der Stadt verbracht.

Aber ich kann es nur immer wieder sagen: Der Loop funktioniert. Das Sammeln der Eier ist furchtbar langweilig – und trotzdem konnte ich kaum einem Monster-Bau widerstehen. Vielleicht ist hier doch noch ein seltenes Ei! Oder hier! Oder hier!

Wer auf japanische Rollenspiele steht und mit Monster Hunter World nicht so richtig warm geworden ist, könnte mit Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin echt Spaß haben. Ja, manchmal zieht es sich ein wenig. Aber nur, um im nächsten Moment eine tolle Sequenz zu starten, die wieder richtig spannend wird. Gemixt mit einer ordentlichen Prise Humor, der an manchen Stellen sogar fast zum Slapstick mutiert, unterhält das JRPG für einige Stunden. Nur der Begriff „Monsties“ klingt auch nach vielen Stunden Spielzeit einfach furchtbar in meinen Ohren und macht das Spiel kindlicher, als es ist.

82

spieletipps meint: Monster Hunter Stories 2 vereint coole Kreaturen aus dem Franchise mit dem Sammel-Loop von Pokémon zu einem putzigen RPG in einer leider recht leeren Welt.

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