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FIFA sollte Free-to-Play sein – aber PES nicht (Kolumne)

von Gregor Elsholz (Samstag, 31.07.2021 - 09:00 Uhr)

FIFA und PES gehen ab jetzt getrennte Wege. (Bildquelle: EA; Konami)
FIFA und PES gehen ab jetzt getrennte Wege. (Bildquelle: EA; Konami)

Das Fußball-Franchise Pro Evolution Soccer wird ab diesem Jahr ein Free-to-Play-Game. Tatsächlich aber würde der Live-Service-Charakter deutlich besser zu FIFA als zu PES passen.

Mit dem Ankündigungstrailer zu eFootball hat Konami möglicherweise eine Revolution im Genre der Sport-Simulationen angezettelt. Nicht genug, dass eFootball offiziell den Namen Pro Evolution Soccer ersetzen wird – zusätzlich wird das Franchise nun ein Live-Service-Game mit Cross Play auf allen Plattformen.

Während Fans der Reihe sich bereits lautstark über die Taktik beschweren, ist das Free-to-Play-Konzept bei Sportspielen an und für sich gar nicht so abwegig. Allerdings hätte es zum Konkurrenten FIFA deutlich besser gepasst.

eFootball: Fußball nach dem Fortnite-Vorbild

eFootball wird als Live-Service-Game in der Basis-Version kostenlos spielbar sein und konstant Updates erhalten. Konami wird allerdings andere Wege für die Monetarisierung finden müssen. In erster Linie werden dies zweifellos Mikrotransaktionen sein – bestimmte Spielinhalte und Modi könnten als DLCs, Add-Ons und möglicherweise Season Passes verkauft werden.

Für die populäre Meister Liga wurde dies bereits angekündigt: Der Offline-Modus, für viele Fans seit jeher das stärkste Argument für PES, wird als kostenpflichtiger DLC erscheinen.

Als Live-Service-Game will eFootball nicht mehr nur das Konsolen- und PC-Publikum ansprechen, sondern sich vor allem die Millionen an Mobile Gamern schnappen. Dies liegt wohl auch daran, dass FIFA als Konkurrent in den letzten Jahren auf den traditionellen Plattformen wegen der umfangreicheren Lizenzen uneinholbar vorne lag.

eFootball: Warum PES nicht Free-to-Play sein sollte

Nun fährt PES also in Form von Free-to-Play und Cross Play einen Konter, der finanziell durchaus erfolgreich sein könnte: Mikrotransaktionen in einem Fußball-Spiel drängen sich quasi von alleine auf: Stadien, Teamwappen, Spieler, Manager, Schuhe, Trikots – es gibt fast nichts, was sich nicht monetarisieren ließe.

Das Problem an der Sache ist jedoch, dass Konami die Lizenzen fehlen. Wer möchte Geld für ein gefaktes Trikot bezahlen? Für einen inoffiziellen Stadiongesang? Für ein fiktives Vereinslogo?

Über den Team-Editor hat sich die PES-Community deswegen auch über Jahre hinweg stets ihre eigenen Patches erstellt. Somit scheint hier die Strategie naheliegender, alle zwei oder drei Jahre ein neues, vollwertiges Spiel mit echten Gameplay-Verbesserungen zu releasen, während die Community die fehlenden Lizenzen selbst einfügt.

Live-Service-Game: FIFA wäre besser geeignet

Im Gegensatz dazu wäre FIFA der perfekte Kandidat für ein Free-to-Play-Game – nicht zuletzt, weil dort fast alle wichtigen Lizenzen bereits vereint sind. EAs erfolgreichster Modus, FIFA Ultimate Team, ist im Wesentlichen jetzt schon ein Pay-to-Win Mobile-Game mit Lootboxes, Mikrotransaktionen und einem riesigen Pool an Spielern.

Der einzige wirklich nennenswerte Unterschied zwischen FUT und einem Live-Service-Game ist, dass EA jedes Jahr mindestens 70 Euro als Eintrittspreis verlangt.

FIFA, PES und Co: Ist Live-Service die Zukunft?

An sich scheint das Live-Service-Konzept für Sportspiele durchaus eine Überlegung wert zu sein: Das Gameplay ändert sich bei den großen Franchises von Jahr zu Jahr ohnehin nur minimal und mit den festgesteckten Saisonzyklen im Profisport gibt es die perfekte Vorlage für Fortnite-ähnliche Seasons.

Für EA ist dieser Schritt allerdings momentan nachvollziehbarerweise nicht besonders attraktiv – schließlich gibt es mehr als genug Spieler, die die 70 Euro bezahlen und auch danach noch in Kartenpacks und FIFA-Points investieren.

Möglicherweise könnte es jedoch zu einem Umdenken kommen, wenn eFootball tatsächlich ein riesiger finanzieller Erfolg für Konami werden sollte. Bis dahin stehen Fußball-Fans nun aber vor einem Dilemma: Sie haben die Wahl zwischen einem Free-to-Play-Game, das keines sein sollte und zwischen einem Spiel, das als Live-Service-Game geeignet wäre, aber keines sein will.

In unserem Video zeigen wir euch, welche Spiele-Highlights euch dieses Jahr noch erwarten:

Was haltet ihr von dem neuen Konzept von eFootball? Denkt ihr, dass sich FIFA als Live-Service-Game eignen würde? Besucht uns auf unserer Facebook-Seite und schreibt uns dort eure Meinung in den Kommentarbereich!

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