Kirby und das vergessene Land

Test Kirby und das vergessene Land: Super Mario bekommt Konkurrenz

von Sergej Jurtaev (Mittwoch, 23.03.2022 - 13:00 Uhr)

Wer Jump 'n' Runs liebt, greift oftmals zur Nintendo Switch. Aber auch hier sind 3D-Plattformer rar gesät. Donkey Kong, Yoshi und zuletzt auch Kirby waren immer klassisch von links nach rechts unterwegs. In großen 3D-Levels durfte sich nur Großmeister Super Mario austoben. Das ändert sich jetzt, denn in Kirby und das vergessene Land schickt Nintendo seinen knuddeligen Staubsauger auf eine Reise mit neuer Perspektive!

Kirby und das vergessene Land erscheint am 25. März 2022 exklusiv für Nintendo Switch. (Bildquelle: Nintendo)
Kirby und das vergessene Land erscheint am 25. März 2022 exklusiv für Nintendo Switch. (Bildquelle: Nintendo)

Überblick zu Kirby und das vergessene Land
• Spielzeit: ca. 12 bis 15 Stunden für 100 %
• Multiplayer: ja (Koop-Modus)
• Switch-Online-Funktionen: nein
• Speicherdaten-Cloud: kompatibel
• amiibo-Support: ja

Kein Super Mario Odyssey, aber trotzdem gut

Nachdem Nintendo schon bei Pokémon-Legenden: Arceus für einen irritierenden Ersteindruck gesorgt hat, war Spielerinnen und Spielern bei der Ankündigung von Kirby und das vergessene Land nicht ganz klar, was sie erwarten würde. Aufgrund einiger Ähnlichkeiten keimte die Hoffnung, dass Kirby sein Super Mario Odyssey bekommen würde. Spätestens mit der Veröffentlichung der kostenlosen Demo wurde aber deutlich, dass das neue Kirby-Abenteuer weniger Super Mario Odyssey, sondern mehr Super Mario 3D World gleicht.

Es gibt eine klassische Oberwelt, über die ihr die Level anwählt und nach und nach neue Welten freischaltet. Die Level selbst sind durchaus groß und weitläufig, die Kamera könnt ihr jedoch nur minimal bewegen. Nintendo-typisch erwartet euch viel Abwechslung. Jeder Level hat ein eigenes Thema und in jedem Abschnitt gibt es neue Herausforderungen und kreative Kniffe. Zusätzlich werdet ihr auch zum Erkunden animiert. Neben versteckten Waddle Dees, die es zu befreien gilt, gibt es in jedem Level auch drei geheime Missionen, die ihr optional abschließen könnt.

Die Level sind nicht nur weitläufig, sondern im Vergleich zu Mario-Spielen auch ganz schön lang. (Quelle: Screenshot spieletipps)
Die Level sind nicht nur weitläufig, sondern im Vergleich zu Mario-Spielen auch ganz schön lang. (Quelle: Screenshot spieletipps)

Zwischen euren Abenteuern entspannt ihr euch bei Bedarf in Waddle-Dee-Stadt, das als Hub-Welt dient. Die von euch geretteten Waddle Dees bauen nach und nach die Stadt auf und errichten neue Gebäude. Es gibt ein Kino, ein Café und sogar ein eigenes Haus für Kirby. Im Waffenladen verbessert ihr eure Fähigkeiten, die ihr sogleich im Kolosseum unter Beweis stellen könnt. Darüber hinaus gibt es natürlich auch ein paar Minispiele, in denen ihr dem Highscore hinterherjagt.

Kirbys neue Fähigkeiten

Die Steuerung wurde gut in die neue Dimension übertragen. Kirby steuert sich nicht nur direkt und präzise, sondern auch sehr simpel. Neben dem Analogstick braucht ihr im Prinzip nur zwei Knöpfe zum Springen und Saugen. Saugt ihr bestimmte Gegner ein, übernimmt Kirby ihre Spezial-Power. Der Saugknopf wird dann zur Aktionstaste, mit der ihr zum Beispiel Feuer speit oder einen Bumerang werft. Kirby-Fans wird direkt auffallen, dass es relativ wenige Spezial-Powers gibt. Ihr könnt sie zwar mehrfach verbessern, aber von den Basisfähigkeiten existieren nur zwölf Stück. Zum Vergleich: Kirby Star Allies hat mehr als doppelt so viele.

Kirby und das vergessene Land | Der neue Vollstopf-Modus vorgestellt

Kirbys neue Vollstopf-Fähigkeiten sollen das kompensieren. Neben Gegnern kann Kirby auch bestimmte Gegenstände einsaugen und sich so neue Fähigkeiten aneignen. So düst ihr als Auto über eine Rennstrecke, erleuchtet als Glühbirne dunkle Bereiche oder baut euch als Treppe neue Wege. Die Vollstopf-Kniffe grenzen sich stark vom normalen Gameplay ab und sorgen immer wieder für frische Akzente.

Nichtsdestotrotz hätte es auch gerne noch mehr Vollstopf-Fähigkeiten geben können. Wir haben die Abwechslung zwar zurecht gelobt, aber gegen Ende ist die Luft etwas raus. Es werden vermehrt bekannte Aufgaben wiederverwendet oder auch Bosskämpfe recycelt.

Ihr wolltet schon immer mal eine Treppe spielen? Nun, in Kirby und das vergessene Land könnt ihr das. (Quelle: Screenshot spieletipps)
Ihr wolltet schon immer mal eine Treppe spielen? Nun, in Kirby und das vergessene Land könnt ihr das. (Quelle: Screenshot spieletipps)

Auch im Koop-Modus ein großer Spaß

Kirby und das vergessene Land hat zwei Schwierigkeitsgrade (normal und leicht), wobei das Spiel auch auf dem normalen Schwierigkeitsgrad recht einfach ist. Wenn ihr die Hauptstory durchspielt, erwarten euch aber noch neue Aufgaben, die mitunter richtig knackig sind. Darüber hinaus gibt es noch sogenannte „Straßen der Schätze“. Das sind kurze Herausforderungen, die den Fokus auf eine besstimmte Fähigkeit legen. Diese Missionen sind zwar an sich leicht, haben aber ein optionales Zeitziel, das euch Übung abverlangt.

Erwähnt werden muss auf jeden Fall noch der Koop-Modus. Ihr könnt das komplette Spiel nämlich mit einer Freundin oder einem Freund angehen. Der zweite Spieler übernimmt dabei die Rolle des Waddle-Dee-Assistenten. Dieser kann zwar keine Gegner einsaugen, hat dafür aber eigene Angriffe, mit denen er Kirby unterstützt. Da sich die Kamera immer selbst passend ausrichtet, lässt sich das Spiel sehr gut im Koop-Modus genießen.

Das Spielgeschehen bleibt auch im Koop-Modus übersichtlich, sodass beide Spieler ihren Spaß haben. (Quelle: Screenshot spieletipps)
Das Spielgeschehen bleibt auch im Koop-Modus übersichtlich, sodass beide Spieler ihren Spaß haben. (Quelle: Screenshot spieletipps)

Was die Technik betrifft: Kirby und das vergessene Land sieht größtenteils sehr schick aus. Aufgrund des simplen Grafikstils ist es aber etwas überraschend, dass es in 30 und nicht in 60 FPS läuft. Was zudem sofort auffällt, ist, dass Frames von Gegnern und beweglichen Objekten in der Ferne reduziert werden. Das kennt ihr sicherlich auch aus anderen Spielen. In Kirby und das vergessene Land blickt die Kamera oft in die Ferne und da insgesamt nicht so viel auf dem Bildschirm passiert, fallen die hakeligen Animationen auf und trüben die Atmosphäre. Alles in allem ist es technisch aber vollkommen in Ordnung – Bugs sind uns auch keine begegnet.

Für wen lohnt sich Kirby und das vergessene Land? Für wen eher nicht?

Abschließend möchten wir euch kurz und knapp eine Einschätzung geben, ob sich Kirby und das vergessene Land für euch lohnt, oder eben nicht. Ihr werdet mit dem Jump 'n' Run euren Spaß haben, wenn ...

  • ihr ein einen guten 3D-Plattformer sucht, denn allzu viele gibt es davon nicht.
  • ihr mit verschiedenen Fähigkeiten herumexperimentieren wollt und gerne Level erkundet.
  • euch ein Koop-Spiel interessiert, das ihr mit einer Freundin oder einem Freund spielen könnt.

Nicht sonderlich geeignet ist Kirby und das vergessene Land für euch, wenn ...

  • ihr ein Spiel erwartet, das eure Plattformer-Skills knallhart auf die Probe stellt. Kirby geht sein Abenteuer lieber entspannt an.
  • euch die knuffige Optik abschreckt.
Kirby und das vergessene Land - [Nintendo Switch]

Kirby und das vergessene Land - [Nintendo Switch]

Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 17.05.2022 02:26 Uhr

Bewertung von Sergej Jurtaev

Eigentlich unglaublich, dass Kirby erst jetzt – nach 30 Jahren – sein erstes richtiges 3D-Abenteuer bekommt. Keine Ahnung, wieso Nintendo es so lange hinausgezögert hat, denn Kirby und das vergessene Land ist richtig gut geworden! Nachdem mich Kirby zuletzt nicht mehr begeistern konnte, ist das der richtige Schritt, um die Spielreihe wieder weiterzuentwickeln.

Ich habe nicht viel zu meckern. Am Ende fehlt es an Abwechslung, da sich die Rätsel und Abschnitte mit den Vollstopf-Fähigkeiten wiederholen. Außerdem habe ich etwas die Nintendo-Magie vermisst. Das Spiel hält durchgehend gutes bis sehr gutes Nintendo-Niveau, aber es gab keine Momente, die mich komplett verzaubert oder überrascht haben.

Ansonsten könnt ihr euch auf eine tolle und vielseitige Mario-Alternative freuen. Je nachdem, welche Fähigkeiten ihr nutzt, erlebt ihr das Spiel auch immer ein wenig anders. Mit einem Schwert ausgerüstet fühlt es sich fast schon an wie ein Action-Adventure. Und ganz ohne Fähigkeiten werden die gelungenen Bosskämpfe plötzlich zu einer richtigen Herausforderung.

Was mir im Vergleich zu Mario-Spielen gefallen hat, sind die langen Level. Allein für den ersten Level braucht ihr circa zehn Minuten. Es gibt immer viel zu entdecken und die optionalen Missionen motivieren euch, einen Abschnitt mehrmals zu erkunden. Ich habe knapp 15 Stunden gebraucht, um wirklich alles im Spiel zu machen und die 100 Prozent zu erreichen – Langeweile kam nie auf.

86 Spieletipps-Award

spieletipps meint: Umfangreicher Plattformer mit viel Charme und tollen Ideen. Ein gelungenes 3D-Debüt für Kirby!

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