Stray

Test Stray ist Cyberpunk auf Pfoten: Kein Katzen-Fan darf das verpassen

von Martin Hartmann (Montag, 18.07.2022 - 18:00 Uhr)

Stray: Trailer zum knuddeligen Katzen-Abenteuer

Stray entführt euch in ein packendes Abenteuer, in dem ein kleiner orangefarbener Streuner ein großer Held werden kann. In unserem Test verraten wir euch, warum die Kombination aus viel Katzen-Power und dichter Cyberpunk-Atmosphäre eines der kreativsten Spiele des Jahres ergibt.

Stray ist vollgepackt mit Katzenliebe

In Stray macht Entwickler BlueTwelve Studio eine Katze zum Protagonisten. Anstatt jedoch nur den ganzen Tag lang zusammengerollt auf der Couch herumzuliegen, muss der Stubentiger auf PS4, PS5 und PC durch eine finstere Cyberpunk-Stadt streifen. Der Streuner hat seine Familie verloren und ihr müsst ihm dabei helfen, zu ihr zurückzukehren. Unterwegs erfahrt ihr immer mehr über die trostlose Metropole. Mit der Kraft von vier Pfoten könnt ihr vielleicht sogar der ganzen Welt ein Happy End bescheren.

Die kleine orangefarbene Katze ist der unbestreitbare Star von Stray. BlueTwelve Studio hat viel Wert darauf gelegt, den miauenden Helden so authentisch wie möglich abzubilden. Das zeigt sich an jeder leichtfüßigen und geschmeidigen Bewegung. Ihr könnt außerdem an Türen, Teppichen und anderen Möbeln kratzen und Gegenstände von Tischen und Dächern schubsen. Manchmal kann es auch ganz entspannend sein, sich einfach auf einem Kissen zusammenzurollen, etwas zu schnurren und die Atmosphäre zu genießen. Ein besonderes Highlight: Eine Miau-Taste, die natürlich grenzenlos und so oft wie möglich eingesetzt werden will.

Immer wieder könnt ihr in Stray eure innere Katze ausleben. (Bildquelle: Annapurna Interactive)
Immer wieder könnt ihr in Stray eure innere Katze ausleben. (Bildquelle: Annapurna Interactive)

Eine Katze wird zum Helden – Wie spielt sich das?

Der Fokus von Stray liegt auf der Erkundung. Die Welt stellt euch dabei ständig vor verschlossene Türen und Häuserschluchten, die auch für den athletischsten Streuner zu breit sind. Für gewiefte Stubentiger ist das allerdings nur ein temporäres Problem. Hier eine Planke über einen Abgrund geschubst, da einen Farbeimer durch ein Dachfenster krachen lassen, und schon ist der Weg wieder frei. Stray strotzt nur so vor kreativer Problemlösung.

Auch wichtig: Eure Katze springt niemals daneben. Statt frei springen zu können, müsst ihr ein Ziel auswählen, zu dem der Streuner dann hüpft. Das funktioniert meistens sehr gut. In hektischen Situationen findet die Katze manchmal aber etwas zu langsam ein passendes Ziel. Dazu kommt, dass es manchmal nicht sofort eindeutig wird, worauf ihr springen könnt, und mit welchen Gegenständen die Katze genau interagieren kann. Da hilft es dann nur, planlos herumzuprobieren, bis sich eine Lösung offenbart.

Indem ihr den Eimer ins Maul nehmt, könnt ihr den Ventilator stoppen. Wer braucht schon Hände. (Bildquelle: Annapurna Interactive)
Indem ihr den Eimer ins Maul nehmt, könnt ihr den Ventilator stoppen. Wer braucht schon Hände. (Bildquelle: Annapurna Interactive)

Dreckig, aber bunt – Stray meistert Cyberpunk-Atmosphäre

Neben dem Katzen-Gameplay punktet Stray besonders mit seiner Spielwelt. Ihr erkundet eine Cyberpunk-Stadt, die in ewiger Dunkelheit liegt. Menschen gibt es hier keine mehr. Stattdessen streifen Roboter durch die von Neonschildern beleuchteten Gassen. Gerade die besondere Kameraperspektive schafft eine packende und auch bedrohliche Atmosphäre.

Im krassen Gegensatz dazu sind die Einwohner extrem tierlieb. Schon mit wenigen Sätzen verleiht ihnen Stray jede Menge Persönlichkeit. Auch der kleine Robo-Begleiter B-12 ist da keine Ausnahme. Er hilft dem tierischen Helden dabei, mit den Maschinen zu reden und Computer zu hacken. Eben die Aufgaben, die für eine Katze dann doch etwas zu fortgeschritten wären.

Trotz der großen Stadt ist Stray aber kein Open-World-Spiel. Meistens streunt ihr in linearen Arealen umher, in denen ihr einen Weg von Punkt A zu Punkt B finden müsst. Abwechslung bieten einige größere Roboter-Siedlungen. Dort könnt ihr mit den Bewohnern reden und kleinere Quests für sie erfüllen. Trotzdem gibt die Hauptstory immer den Ton an. Komplexe Nebengeschichten und optionale Gebiete gibt es in Stray nicht.

Auch die Grafik von Stray kann sich sehen lassen. (Bildquelle: Annapurna Interactive)
Auch die Grafik von Stray kann sich sehen lassen. (Bildquelle: Annapurna Interactive)

Nur eine Katze kann die Welt von Stray retten

Die Story in Stray gibt ein gutes Tempo vor, sodass sich auch die immer wieder auftauchenden Sprung- und Fluchtabschnitte nicht zu repetitiv anfühlen. Auch die erkundbaren Areale haben die perfekte Größe, sodass ihr schnell vorankommt und ihr nicht die Orientierung verliert. Immer wieder führt Stray außerdem ein neues Feature ein, dass das bekannte Gameplay auflockert.

Ein nichtmenschlicher Protagonist würde so manches Spiel sicherlich vor ein Problem stellen. So süß Katzen auch sind, ihre Handlungsmöglichkeiten zur Rettung der Welt sind doch tatsächlich etwas eingeschränkt. BlueTwelve Studio hat sich hier spürbar jede Menge Gedanken darüber gemacht, wie wirklich nur der kleine Streuner, die Geschichte zu einem erfolgreichen Ende bringen kann. Im Ergebnis erzählt Stray eine spannende Geschichte in einer stimmungsvollen Welt. Der niedliche Katzen-Protagonist rundet das Ganze perfekt ab.

Für wen lohnt sich Stray?

  • Katzenliebhaber, die einen Streuner nach Hause bringen wollen

  • Cyberpunk-Fans, die auf düstere Städte mit packender Atmosphäre stehen

  • Story-Liebhaber, die eine packende, aber gradlinige Geschichte erzählt bekommen wollen

Für wen lohnt sich Stray nicht?

  • Gamer, die viel Action und fordernde Kämpfe erwarten

  • Open-World-Fans die eine riesige Welt voller Nebenquests brauchen

Bewertung von Martin Hartmann

Stray ist sofort anzumerken, dass es ein Spiel von Katzen-Fans für Katzen-Fans ist. Das zeigen schon die perfekten Animationen und die geniale Miau-Taste. Da diese Beschreibung auch genau auf mich zutrifft, habe ich den flauschigen Helden von Stray sofort lieben gelernt.

BlueTwelve Studio hat mich außerdem damit überrascht, wie sehr mich die wirklich trostlose Cyberpunk-Welt in ihren Bann gezogen hat. Einen großen Beitrag dazu leistet die einzigartige Perspektive, wenn die Katze über alte Rohre auf Dächer klettert oder zwischen den Beinen der Roboter-Bewohner hindurchschleicht.

Zugegeben, große Revolutionen in Sachen Gameplay gibt es in Stray nicht. Es ist ein simples Abenteuer mit Fokus auf Erkundung, spannender Geschichte und einen einzigartigen Protagonisten. Mehr braucht es aber auch gar nicht zu sein.

85 Spieletipps-Award

spieletipps meint: Stray ist eine perfekte Liebeserklärung an Katzen. Die düstere Cyberpunk-Welt macht es zusätzlich zu einem packenden und mitreißendem Abenteuer.

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