Evil West

Evil West im Test: Düsterer Vampir-Shooter ist ein Muss für Action-Fans

von Daniel Boldt (Dienstag, 22.11.2022 - 15:45 Uhr)

Evil West – Release Date Reveal Trailer

Mit Evil West präsentieren die polnischen Entwickler von Flying Wild Hog (Shadow Warrior) einen blutigen Mix aus Wild-West-Shooter und Vampir-Szenario. Wir haben die knackige Kampagne durchgeballert und das ist unser Fazit.

Überblick zu Evil West
• Multiplayer: Ja (Koop)
• Plattformen: PC, PS4, PS5, Xbox Series X/S
• Genre: Third-Person-Shooter
• Entwickler: Flying Wild Hog

Willkommen im besonders wilden Westen

Erinnert ihr euch noch an den Film Van Helsing aus dem Jahr 2004? In dem Fantasy-Horror-Streifen bekämpft Hugh Jackman blutsaugende Vampire und bissige Werwölfe mit abgefahrenen Waffen. Kein Kritikerliebling, aber durchaus unterhaltsam! Nun. Wild West, der neue Shooter der Shadow-Warrior-Macher, schlägt in die selbe Kerbe.

Ihr schlüpft in die Rolle von Jesse Rentier, seines Zeichens kerniger Cowboy und professioneller Monstertöter. Und natürlich seid ihr die letzte Hoffnung der Menschheit, wenn es darum geht, die USA vor einer Vampir-Invasion zu retten.

Präsentiert wird euch die rund 8 Stunden lange Story dabei in diversen Zwischensequenzen, die nicht nur diverse Kraftausdrücke enthalten, sondern auch immer den selben Ton angeben: „Jesse, geh dorthin und töte alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist!“ und das tut Jesse dann auch. Oder anders formuliert: Die Geschichte von Evil West ist „okay“, kommt aber nie über „Wir sind die Guten und Vampire sind Böse“ hinaus.

Aber gut, für die Story kauft sich sowieso niemand das Spiel, sondern für die pausenlose Action! Und hier punktet Evil West gewaltig. Selbst Action-Blockbuster wie Call of Duty bieten nicht so viel bleihaltige Unterhaltung – und das will schon was heißen!

Dieser Fledermaus-Boss wird später ein Standard-Gegner. Na danke! (Bild: Focus Entertainment)
Dieser Fledermaus-Boss wird später ein Standard-Gegner. Na danke! (Bild: Focus Entertainment)

Lineare Level, aber schicke Umgebungen

Der Aufbau der 16 Missionen ist immer gleich: Ihr ballert, prügelt und rollt euch durch schlauchartige Level, die regelmäßig einen größeren Bereich bieten, wo ihr es Arena-typisch mit unzähligen Feinden gleichzeitig zu tun bekommt.

Trotz des linearen Aufbaus überzeugen die Level aber mit abwechslungsreichen Umgebungen und Lichtstimmungen. Vom unterirdischen Vampir-Tempel bis zum grünleuchtenden Frankenstein-Labor ist so ziemlich alles dabei. Hier profitiert Evil West von seinem exotischen Szenario.

Ab und zu gibt es aber auch ein paar Abzweigungen, die euch stets mit Geld oder Sammelgegenständen belohnen. Darüber hinaus bietet der Shooter auch noch ein paar ganz simple Schalter- und Schiebe-Rätsel. Im Fokus steht aber klar die Action in den Arenen.

Technisch kein Meisterwerk, dafür aber sehr stimmungsvoll. (Bild: Focus Entertainment)
Technisch kein Meisterwerk, dafür aber sehr stimmungsvoll. (Bild: Focus Entertainment)

Für viele Feinde braucht man viele Waffen

Schon auf den normalen Schwierigkeitsgrad wird euch das Spiel an manchen Stellen massiv unter Druck setzen. Dann rollt ihr wie ein Irrer durch die Gegend und bearbeitet eure Feinde mit Kugeln und nützlichen Gadgets, wie zum Beispiel einem Kreuz, das einen Lichtblitz entfesselt und sämtliche Feinde für einen kurzen Moment paralysiert.

Später erhaltet ihr außerdem noch zusätzliche Waffen. Darunter einen praktischen Flammenwerfer oder auch Sprengstoff. Mit entsprechenden Uprgrades, die ihr mit Geld beziehungsweise einem Levelaufstieg freischaltet, wird so aus einer Stange Dynamit schnell ein elektrischer Tornado, der die feindlichen Reihen spektakulär ausdünnt.

Wesentlich elementarer ist aber euer Kampfhandschuh! Dieser spielt nicht nur inhaltlich eine wichtige Rolle, sondern ist der Schlüssel zum Erfolg. Obwohl Evil West prinzipiell ein Third-Person-Shooter ist, werdet ihr oft in den Nahkampf gehen müssen. Wer nämlich die Angriffe seiner Feinde perfekt blockt, der kann besonders starke Finisher einsetzen.

Alternativ müsst ihr auf die Schwachstellen eurer Gegner schießen. Diese leuchten als gelber Kreis auf und unterbrechen eine feindliche Spezialattacke.

Wer die Augen offen hält, der wird in Evil West stets belohnt. (Bild: Focus Entertainment)
Wer die Augen offen hält, der wird in Evil West stets belohnt. (Bild: Focus Entertainment)

Der Schwierigkeitgrad hat es durchaus in sich

Das große Problem: Oftmals werdet ihr dermaßen in die Mangel genommen, dass ihr schnell die Kontrolle verliert, wenn ein dutzend Feinde euch permanent angreift, während drei Gegner gleichzeitig einen Spezialangriff aus der Ferne vorbereiten.

Das kann dann durchaus etwas frustrieren. Und spätestens bei den Bossen werdet ihr um euer Leben rollen – da kommt schon fast Dark-Souls-Flair auf.

Glücklicherweise könnt ihr den Schwierigkeitsgrad aber jederzeit anpassen und die Checkpoints sind fair gesetzt. Evil West ist also ein knackiges Abenteuer, aber immer machbar.

Ihr könnt das Spiel übrigens auch gemeinsam mit einem Freund angehen. Dann wird das Leben eurer Feinde entsprechend skaliert. Der Koop-Modus ist aber nur eine nette Dreingabe, denn wirklich ausgelegt auf so einen Modus ist Evil West nicht.

Der größte Wermutstropfen ist aber die Technik. Das Spiel läuft prinzipiell flüssig und gleicht die mittelprächtige Grafik durch viel Stimmung aus. Während der Testphase kam es dennoch zu einigen Fehlern auf der PlayStation 5. Darunter ein nerviger Soundbug oder aber Animationen, die nicht mehr richtig funktioniert haben.

Der Flammenwerfer ist perfekt, um die Horden auf Abstand zu halten. (Bild: Focus Entertainment)
Der Flammenwerfer ist perfekt, um die Horden auf Abstand zu halten. (Bild: Focus Entertainment)

Für wen lohnt sich Evil West? Für wen eher nicht?

Abschließend wollen wir euch verraten, für wen sich der Vampir-Shooter eignet und für wen nicht.

Evil West ist ein klares Must Buy,

  • wenn ihr Action, Action und noch mehr Action wollt.
  • wenn ihr ein Herz für spezielle Mischungen (Cowboys x Vampire) habt.
  • wenn ihr die PS3-Ära vermisst, wo Games auch mal wilder unterwegs waren.

Evil West ist eher nichts für euch,

  • wenn ihr kein Bock auf Druck und Stress habt.
  • wenn ihr mit Schlauch-Leveln nichts anfangen könnt.
  • wenn eine Story euch mindestens 10 Stunden lang beschäftigen muss.

Bewertung von Daniel Boldt

Evil West ist ein brachiales Action-Fest und fühlt sich herrlich altmodisch an – solche Games werden heutzutage nur noch selten oder gar nicht mehr produziert. Im Prinzip fehlt nur noch ein Highscore am Ende jedes Levels.

Wer kuriose, aber charmante Spiele wie Shadows of the Damned, Wet oder Darkwatch mochte, der wird mit diesem Vampir-Shooter seine helle Freude haben!

77

spieletipps meint: Evil West macht einen Heidenspaß! Wer einfach nur Monster wegballern will, der kann beherzt zugreifen.

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