Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon

Test Bayonetta Origins: Märchenhafte Überraschung

von Sergej Jurtaev (Dienstag, 14.03.2023 - 15:00 Uhr)

Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon – Story Trailer

Bayonetta-Fans können es kaum glauben. Erst mussten sie viele Jahre auf den dritten Teil warten und nur wenige Monate später erscheint mit Bayonetta Origins das nächste Spiel aus dem Universum der Umbra-Hexe für Nintendo Switch. Optisch und spielerisch könnte dieses Spin-off kaum weiter von der Hauptreihe entfernt sein. In unserem Test erfahrt ihr, ob ihr am 17. März in den Wald von Avalon aufbrechen solltet.

Überblick zu Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon
• Spielzeit: circa 10 Stunden für die Hauptstory
• Multiplayer: nein
• Switch-Online-Funktionen: nein
• Speicherdaten-Cloud: kompatibel
• amiibo-Support: nein

Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon - [Nintendo Switch]

Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon - [Nintendo Switch]

Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 28.03.2023 06:57 Uhr

Es war einmal …

Bevor sich Bayonetta mit unzähligen Engeln und Dämonen anlegte, war sie als Cereza bekannt. Als junge Hexenschülerin wird sie von ihrer Lehrerin Morgana in der Hexenkunst unterrichtet. Sie möchte eine starke Umbra-Hexe werden, um ihre Mutter retten zu können. In der Praxis stellt sie sich jedoch unbeholfen an. In einem Traum verspricht ihr ein Junge, ihr die gewünschte Kraft zu geben, wenn sie ihn im verbotenen Wald von Avalon findet. Weil es ihr mit dem Hexen-Training nicht schnell genug vorangeht, ergreift Cereza eines Nachts die Gelegenheit und stürzt sich ins Abenteuer.

Bayonetta Origins sieht auf den ersten Blick nicht nur malerisch aus, auch die Geschichte wird im Stile eines märchenhaften Bilderbuchs erzählt. Während ihr durch die Seiten mit den animierten Zeichnungen blättert, liest euch eine Erzählerin die Texte vor. Das ist ebenso simpel wie charmant … aber auch etwas langsam. Der Einstieg, der in wenigen Sätzen zusammengefasst ist, zieht sich deshalb über eine Stunde und könnte euch ermüden. Das ist der schwächste Teil des Spiels, der aber nicht repräsentativ für den Rest ist. Danach überwiegend das Gameplay und es gibt nur noch selten Unterbrechungen.

Optisch ist Bayonetta Origins eine Augenweide. (Bildquelle: Nintendo)
Optisch ist Bayonetta Origins eine Augenweide. (Bildquelle: Nintendo)

Ein Singleplayer-Koop-Spiel?

Ein weiterer Grund, warum Bayonetta Origins so behäbig beginnt: Ihr steuert zwei Figuren gleichzeitig und das muss ruhigen Schrittes gelernt werden, um euch nicht zu überfordern. Aus der Not heraus beschwört Cereza nämlich einen Dämon, der sich in ihrem Stofftier Cheshire einnistet. Die beiden sind sich erst nicht grün, sind aber aufeinander angewiesen. Cheshire braucht Cerezas magischen Kräfte, um zu überleben und dafür beschützt er die Hexenschülerin vor den gefährlichen Feen im Wald.

Mit dem linken Joy-Con steuert ihr Cereza und mit dem rechten Joy-Con Cheshire (der Pro-Controller ist auch kompatibel). Im Kampf kann Cereza nicht angreifen, dafür die Gegner aber mit ihrer Magie kurzzeitig fesseln, um Cheshire zu helfen. Der Dämon erledigt die Hauptarbeit und schaltet mit seinen Angriffen die Gegner aus. Ihr müsst Cereza dennoch gut im Blick behalten und ausweichen, da ihre Lebensleiste entscheidend ist. Beide Charaktere parallel zu steuern, ist eine schöne Herausforderung für das Gehirn. Es braucht eine Eingewöhnungsphase, aber ihr kommt dann gut rein. Zumal das Spieltempo an diesen Umstand angepasst wurde. Die Gegner agieren langsam und lassen euch genug Zeit, um auf ihre Angriffe zu reagieren.

Cereza hält Gegner mit ihrer Magie fest, damit Cheshire sie in Ruhe attackieren kann. (Bildquelle: Nintendo)
Cereza hält Gegner mit ihrer Magie fest, damit Cheshire sie in Ruhe attackieren kann. (Bildquelle: Nintendo)

Da es zu umständlich wäre, mit beiden Figuren die komplette Spielwelt zu erkunden, könnt ihr Cheshire jederzeit in ein Stofftier verwandeln, das Cereza dann in ihren Armen hält. Aber auch in der Spielwelt werdet ihr auf Hindernisse und Rätsel stoßen, die nur zu zweit zu meistern sind. So kann Cereza Gegenstände greifen, Pflanzen wachsen lassen oder Cheshire auf eine höhere Ebene werfen. Und Cheshire lernt dank der gesuchten Elementarkerne neue Fähigkeiten, mit denen er zum Beispiel schwimmen oder Felsen zerstören kann.

Einen auswählbaren Koop-Modus gibt es nicht, obwohl es sich angeboten hätte. Da die Knopfbelegung aber klar getrennt ist, könnt ihr einer zweiten Person einen Joy-Con in die Hand drücken und so im Koop spielen. Das funktioniert überraschend gut und macht ebenfalls Spaß.

Arbeitsteilung: Erst schleudert Cheshire Cereza nach oben, wo sie einen Weg für den Dämon konstruieren muss. (Bildquelle: Nintendo)
Arbeitsteilung: Erst schleudert Cheshire Cereza nach oben, wo sie einen Weg für den Dämon konstruieren muss. (Bildquelle: Nintendo)

Bayonetta als Metroidvania?

Der Wald von Avalon ist riesig und erstreckt sich über etliche abwechslungsreiche Gebiete. Mit neu gelernten Fähigkeiten erschließen sich euch neue Pfade und ihr lüftet Geheimnisse, an denen ihr zunächst vorbeilaufen musstet. Bayonetta Origins hat also auch einiges von einem Metroidvania. Das Leveldesign ist herausragend. Alle Gebiete sind übergangslos miteinander verwoben, was euch immer vorgeführt wird, wenn ihr Abkürzungen und Zwischenwege freischaltet.

Damit ihr euch im Wald nicht verlauft, weist euch ein weißer Wolf den Weg. Die Fußspuren des Wolfs markieren den Hauptpfad, sodass ihr leicht zurückfindet, wenn ihr optionale Wege erkundet. Das ist wichtig, denn die Karte im Menü ist nicht sonderlich hilfreich bei der Orientierung. Sie dient mehr als Überblick für die Sammelobjekte, denn im Wald von Avalon könnt ihr jede Menge finden. Schatztruhen, Aufzeichnungen, Irrlichter, Mondperlen und Höllenfrüchte. Perlen und Früchte benötigt ihr, um neue Fähigkeiten im Skilltree freizuschalten.

Am spannendsten sind aber die sogenannten „Tir na nÓg“. Vergleichbar mit den Schreinen aus Zelda: Breath of the Wild erwarten euch hier kurze Rätsel- und Kampfherausforderungen. Etwas schade ist jedoch, dass es überwiegend Kampfherausforderungen sind.

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Bewertung von Sergej Jurtaev

Ich muss gestehen, ich habe Bayonetta Origins bei der Ankündigung nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die es verdient hätte. Der reduzierte Grafikstil und der Release so kurz nach Bayonetta 3 hatten bei mir den Eindruck erweckt, das es sich um ein kleines Spielchen handeln würde. Der Vollpreis hat mich dann verwundert und wird vermutlich auch viele Spielerinnen und Spieler abschrecken.

Ein „kleines Spielchen“ ist Bayonetta Origins aber keineswegs. Hier trifft ein durchdachtes Spielkonzept auf ein reduziertes, aber audiovisuell überzeugendes Bilderbuch, das euch mindestens 10 Stunden beschäftigen wird (einige Stunden mehr, wenn ihr 100 Prozent erreichen wollt). Abgesehen vom Einstieg hat mir der Spielfluss richtig gut gefallen. Es gibt keine Spielzeitstreckung und kein nerviges Backtracking. Die Spielzeit ist ehrlich verdient und es bleibt bis zum Ende motivierend und unterhaltsam.

Bayonetta Origins könnte auch interessant für Leute sein, die sonst nichts mit Bayonetta anfangen können. Andererseits könnte ich mir gut vorstellen, dass Fans der Hauptreihe eher skeptisch sind. Für mich ist Bayonetta Origins jedenfalls eine willkommene Abwechslung und eine schöne Überraschung!

85 Spieletipps-Award

spieletipps meint: Bayonetta mal ganz anders: Erkundet eine große Metroidvania-Spielwelt, löst Rätsel und besiegt Gegner, während ihr zwei Figuren gleichzeitig steuert.

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