Test Dirt 2: Schrottreife Seifenkistenrennen

von Daniel Frick (30. September 2009)

Kann man eine mit Preisen überhäufte Rennspiel-Lizenz vor die Wand fahren? Und warum sollte man als Publisher seine Lizenz zum Gelddrucken riskieren, nur weil man bei einer Portierung eines erfolgreichen Titels geschlampt hat? Fragen, über die man bei der PSP-Umsetzung von "Colin McRae DIRT 2" vermutlich noch lange rätseln wird...

Die Herausforderungen fordern nicht. Auch wenn sie so aussehen.Die Herausforderungen fordern nicht. Auch wenn sie so aussehen.

Ein Spiel, zwei Welten

Vor einer guten Woche hat die Xbox360-Version von Dirt 2 bei spieletipps eine sagenhafte 88er-Wertung inklusive spieletipp-Award eingeheimst. Mit etwas Verspätung haben wir uns jetzt noch die PSP-Portierung angesehen, für die Publisher Codemasters ein externes Studio beauftragt hat. Vielleicht ist das ja die Erklärung dafür, warum zwischen der Konsolen- und der Handheldversion Wertungs-Welten liegen. Die Gründe dafür sind so zahlreich, dass alles nur umso schmerzlicher ist.

Dieses Video zu Dirt 2 schon gesehen?

Bei der Kerndisziplin eines Rennspiels geht die PSP-Umsetzung voll daneben: Die Fahrphysik ist ein schlechter Witz. Jedes Auto fährt sich gleich und ihr fühlt euch vielleicht an alte Rennspielklassiker erinnert, in denen man durch Ölflecken auf der Fahrbahn vom Kurs abkam. Genauso fühlt sich "Dirt 2" auf der PSP an. Nur, dass weit und breit kein Öl zu sehen ist. Statt dessen finden sich immer wieder Hindernisse auf der Fahrbahn, die man eigentlich gekommt umfahren soll. Nur versucht das mal, wenn sich jeder Wagen anfühlt, als hätte er anstatt Reifen vier monströse Stücke Gallseife an die Felgen montiert!

Die Filmsequenzen gefallen, die Spielgrafik kämpft mit Durchhängern.Die Filmsequenzen gefallen, die Spielgrafik kämpft mit Durchhängern.

Künstliche Doofheit

Die KI der Gegner verdient ihren Namen nicht. Denn welcher intelligente Rennfahrer lässt seinen Verfolger schon aufholen, wenn dieser zu weit zurück fällt? Vermutlich soll dieser Mechanismus ein Zugeständnis an Motivation auch für Renneinsteiger sein. Nur: Warum soll sich der Spieler bemühen, Rennkurse einüben, ein Gefühl für das Spiel entwickeln, wenn er ohnehin immer wieder jeden Fahrfehler ohne verbesserte Fahrleistung aufholen kann? Kein Vergleich zum Vorgänger! Einsteigerfreundlichkeit kann man auch mit spürbar unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden hinbekommen.

Die Grafik sähe eigentlich noch ganz vernünftig aus, doch leider haben die Entwickler auch hier geschlampt. Immer wieder gibt es Ruckler, die es dann gänzlich unmöglich machen, die Seifenkisten um Kurven oder Hindernisse zu bugsieren. Der Soundtrack und die Motorensounds machen zwar nicht viel verkehrt, kommen aber ebenfalls nicht über das hinaus, was andere Spiele im Genre ebenfalls bieten.

Weiter mit: Test Dirt 2 - Seite 2

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