Special SOPA und PIPA: Naht das Ende des Internets für Spieler?

(Special)

von Philipp Sickmann (18. Januar 2012)

Wikipedia und Co. demonstrieren gegen ein geplantes Gesetz in den Vereinigten Staaten. Offenbar könnten die SOPA und PIPA abgekürzten Gesetzesvorschläge auch deutsche Spieler betreffen.

Im Netz formiert sich Widerstand gegen SOPA.Im Netz formiert sich Widerstand gegen SOPA.

Es ist, als wäre das halbe Internet verschwunden: Über 100 amerikanische Seiten nehmen am 18. Januar 2012 ihre Inhalte aus dem Netz. An diesem "Blackout" beteiligen sich unter anderem Wikipedia, Reddit und zahlreiche Webcomics wie Cyanide & Happiness. Auch die Internetseite der Major League Gaming oder die von Spieler-Liebling Minecraft schließen sich den Protesten an.

Sie alle machen damit auf zwei Gesetze in den Vereinigten Staaten aufmerksam, die die Zukunft des Internets gefährden: den Stop Online Piracy Act (SOPA) und den Protect-IP Act (PIPA).

Die Gesetze sollen die Piraterie bekämpfen und ausländische Seiten blockieren, die urheberrechtlich geschützte Inhalte anbieten. Viele befürchten jedoch, dass es zu einer umfassenden Zensur des Internets kommt. So gut wie jede Seite im Internet könnte davon betroffen sein - selbst Google, Youtube, Twitter und spieletipps.

SOPA - was ist das überhaupt und welche Probleme könnte es verursachen?

SOPA und PIPA sollen Urheberrechtsvergehen wie Raubkopien im Netz verhindern. Das ist an sich ein legitimes Ziel.

Minecraft-Vater Notch schließt sich dem weltweiten Protest an, wie der gelbe Schriftzug beweist.Minecraft-Vater Notch schließt sich dem weltweiten Protest an, wie der gelbe Schriftzug beweist.

Das soll jedoch nicht wie bisher geschehen, indem die illegalen Inhalte gelöscht werden. Die Befürworter der Kampagne wollen in den Vereinigten Staaten gleich den Zugang zu den kompletten Seiten sperren.

Dies betrifft zunächst ausländische Seiten. Findet sich dort etwa eine illegale Kopie, ein Link zu einer Kopie oder auch nur eine Beschreibung, wie man eine DVD brennt oder seine Konsole moddet, dürfte die Seite mit aufwändigen Zensur-Maßnahmen quasi lahmgelegt werden.

Dann taucht sie zudem weder in Suchmaschinen wie Google auf, noch läuft dort Werbung. Auch Zahlungen über Finanzdienstleister wie PayPal sollen nicht mehr möglich sein.

Das Besondere an SOPA und PIPA ist, dass diesmal nicht die Nutzer für die Inhalte verantwortlich sind. Haftbar macht die Regierung die Betreiber einer Seite. Dadurch ergeben sich neue Dimensionen des digitalen Gehorsams:

Stellt euch vor, auf Youtube würde nicht nur ein Video gesperrt, weil ein Rechteinhaber sich in einem Land meldet, sondern gleich die komplette Youtube-Seite. Das Ende von Seiten mit nutzergenerierten Inhalten?

Weiter mit: DNS-Sperren und Proteste auch in Deutschland, Wer steht hinter SOPA und PIPA?

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