Test Resident Evil 6: Ballern statt Gruseln lautet Capcoms Rezept

von Thomas Stuchlik (10. Oktober 2012)

Ein Urgestein des Überlebenshorrors kehrt zurück. Resident Evil 6 will es mit riesiger Kampagne und Online-Anbindung jedem Spieler recht machen. Wo es trotzdem hakt, erfahrt ihr im Test.

Das Grauen hat neue Dimensionen erreicht, die nicht jedermann schmecken werden.Das Grauen hat neue Dimensionen erreicht, die nicht jedermann schmecken werden.

Resident Evil 6 zaubert pausenlose Hollywood-Action auf den Bildschirm. Ihr mäht Untote auf einem Unicampus nieder, verfolgt Bösewichte auf Zügen und pumpt immer eklige, mutierende Biester mit Blei voll.

Ach so, ein Flugzeugabsturz inmitten einer chinesischen Metropole und eine Geiselbefreiung in Manier eines Call of Duty fehlen auch nicht. Wie gesagt: pausenlose Action.

Die Horror-Reihe vergisst nahezu ihre Wurzeln, die Capcom damals im gruseligen Herrenhaus von Teil 1 gelegt hat. So geht Teil 6 konsequent den actionreichen Weg, den schon Resident Evil 5 eingeschlagen hat.

Dabei ist das Spiel aber düsterer und abwechslungsreicher. Denn hier absolviert ihr drei mehrstündige Kampagnen plus eine Bonuskampagne.

Gleichzeitig seid ihr nie allein unterwegs. Euer Partner agiert selbstständig oder per einfachen Kommandos, verfügt scheinbar über unendlich Munition und ebensoviel Lebensenergie. Gleichzeitig darf aber auch ein menschlicher Mitspieler eingreifen (mehr dazu später).

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Mit Leon S. Kennedy durch die Dunkelheit

Den Anfang der drei bereits am Spielstart wählbaren Kampagnen macht Leon S. Kennedy. In fünf Kapiteln begleitet ihr den Helden aus Resident Evil 2 und Resident Evil 4.

Auch liegend erwehrt sich Leon den Untoten aus der Dunkelheit.Auch liegend erwehrt sich Leon den Untoten aus der Dunkelheit.

Und gleich zu Beginn erschiesst er den amerikanischen Präsidenten, der gerade zum Zombie mutiert ist. Wie es dazu kommt und wie es weitergeht, versucht die Kampagne vergeblich klarzumachen. Denn die wirre Erzählweise lässt euch ratlos zurück.

Weniger ratlos seid ihr dagegen mit der flotten Steuerung, die endlich das gleichzeitige Ballern und Laufen ermöglicht (in anderen Spielen Standard, bei Resident Evil ein Novum). Zu zielen fällt allerdings nicht immer leicht.

In den linearen Abschnitten gibt es meist nur einen Weg. Doch selbst dieser verliert sich regelmäßig in der Dunkelheit einer Universität, eines Friedhofs oder in verwinkelten Katakomben. Wer nicht weiter weiss, kann sich aber per Navigationsgerät die aktuelle Route als Pfeil einblenden lassen.

Hier läuft Resident Evil 6 zur Hochform auf. Überraschend auftauchende Untote, knapper Munitionsvorrat und eine zuverlässige Ballerpartnerin namens Helena Harper liefern unterhaltsame Stunden.

Eine gute Idee: In manchen Kapiteln begegnet ihr auch den Hauptdarstellern der anderen Kampagnen. So bekämpft ihr gemeinsam mit Leon und Chris Riesenmutanten. Oder ihr unterstützt ein anderes Team im Überlebenskampf. So absolviert ihr vor allem Bosskämpfe mehrmals aus verschiedenen Blickwinkeln.

Weiter mit: Chris Redfield auf den Spuren von Gears of War

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