Vorschau Watch Dogs - An den Grenzen einer Welt

Von Kamera zu Kamera

Ungewöhnlich auch der Ansatz, euch von System zu System zu hacken. Ihr übernehmt die Kontrolle über Sicherheitskameras, die im gesamten Stadtgebiet ihren Dienst erledigen. Jetzt springt ihr von Kamera zu Kamera und schließlich in andere elektrischen Systeme. So lasst ihr für euer physisches Alter Ego Aiden Türen aufspringen oder sorgt für Störfälle, die wiederum Wachen ablenken. Möglich macht das euer „Profiler“.

Die Grafik auf den von Ubisoft zur Verfügung gestellten Bildern wirkt besser als im eigentlichen Spiel.Die Grafik auf den von Ubisoft zur Verfügung gestellten Bildern wirkt besser als im eigentlichen Spiel.

Den Profiler aktiviert ihr per Tastendruck. Das ist ein Programm auf eurem virtuellen Smartphone, das euch alle Interaktionspunkte im Spiel offenbart. Zum Beispiel Ampeln, die sich auf grün schalten lassen, Passanten, deren Telefongespräche ihr mithören könnt oder eben besagte Sicherheitskameras, mittels derer ihr abseits eures Körpers agiert.

Alternativ zu Schleich- und Hacker-Aktionen dürft ihr allerdings auch mit einem Lieferwagen einfach in den Stützpunkt brettern, ein paar Gegner überrollen und den Rest per Kopfschüssen aus dem Verkehr ziehen. Watch Dogs spielt sich dann ähnlich wie Deckungs-Ballereien im Stil von Gears of War.

„Das Spiel unterstützt beide Herangehensweisen“, behauptet Belanger. „Niemand soll benachteiligt werden.“ Auch Morin bekräftigt die Aussage: „Das Spiel ist dafür gemacht so gespielt zu werden, wie ihr es wollt. Versucht ruhig die Künstliche Intelligenz an ihre Grenzen zu bringen.“

Die Grenzen einer künstlichen Welt

Und diese Grenzen erreicht ihr durchaus. Es ist nicht so, dass Watch Dogs den Ansatz verfolgt, eine echte Welt zu simulieren. Ihr könnt nur in ausgesuchte Häuser und Zimmer hinein, ihr habt nicht das Gefühl, dass die Figuren trotz ihrer im ctOS hinterlegten Persönlichkeitsinformationen wirklich gleich zu einer Sadomaso-Stunde gehen oder sich wegen ihrer manischen Depression von einer Brücke stürzen wollen.

Auch wenn sich eine Frau mit Regenschirm mit unbewegtem Gesichtsausdruck in euer Sichtfeld stellt, während ihr gerade in einem Minispiel außerirdische Hologramme abschießt, wirkt das doch befremdlich. Überhaupt wirkt die Grafik mit ihrem Kantenflimmern, plötzlich aufpoppendem Gegenverkehr und den hektischen Animationen nicht unbedingt so, als wollen die Entwickler wirklich die „Konsolen der nächsten Generation an ihre Grenzen treiben“, wie es einer der Animationskünstler bei dem Besuch ausgedrückt hat. Die Grafik ist zweckmäßig gut, aber keine neue Evolutionsstufe, wie es etwa The Division werden könnte.

Zwischensequenzen treiben die Hauptgeschichte voran.Zwischensequenzen treiben die Hauptgeschichte voran.

Das Geschehen um euch herum ist schlicht Kulisse. Allerdings eine geschickt platzierte Kulisse. Es ist unterhaltsam, sich die Passanten anzuschauen. Zu erfahren, dass die attraktive Dame auf der anderen Straßenseite Olivia Menezes heißt, 27 Jahre alt ist, mehrere Fremdsprachen spricht und 77.800 Dollar im Jahr verdient.

Weiter mit: Clara Lille stellt sich vor

Tags: Open World   Singleplayer   Multiplayer  

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