Test Destiny - Halo again

Junkie-Food

Positiv formuliert, scheint Bungie ihr Spiel laufend zu erweitern. Nicht nur durch Kauf-Inhalte. „Bungie arbeitet hinter den Kulissen regelmäßig an neuen Updates, Aktualisierungen und Verbesserungen“, lässt Unternehmenssprecher David „Deej“ Dague verlauten. Glaubhafte Worte. Denn eine Woche nach dem Erstverkaufstag haben die Entwickler im Spiel etwa den Abschnitt „Gläserne Kammer“ freigeschaltet – eine mehrstündige Mission für sechs Spieler um Stufe 26, die euch in die Tiefen der Venus führt.

Gleichzeitig unterwerft ihr euch mit dem Online-Zwang (auch wenn ihr alleine spielt, müsst ihr online sein) auch dem Willen Bungies. Weshalb zum Beispiel der gelungene Mehrspieler-Modus „Bergung“ am Wochenende spielbar ist und am Mittwoch nicht, erklärt sich nicht schlüssig. Irgendjemand in den Vereinigten Staaten scheint das wohl für eine tolle Idee zu halten.

Dieses Video zu Destiny schon gesehen?

Doch genug lamentiert. Destiny liefert exzellente Unterhaltung! Die Feuergefechte suchen ihres Gleichen. Selten gießt ein Entwickler das Gefühl für Waffen derart stimmig in die Passform eines Spiels. Destiny macht euch zum Junkie: Denn egal ob mit Impulsgewehr Starfall MSc, Schrotflinte „Der Komödiant“, Raketenwerfer Disruptor 5000 oder einer der anderen zahlreichen Waffen, ihr freut euch einfach auf den nächsten Schuss. Und das bei jederzeit flüssiger Bildrate und mit brillant eingesetzten Musikeinlagen.

Halo again

Die Kämpfe gegen die menschenähnlichen Außerirdischen setzt Bungie ebenso rasant in Szene wie seinerzeit in ihrem Klassiker Halo. Schon bald kennt ihr die Schwachstellen jedes Angreifertyps, wisst etwa, dass ihr diesen Phalanx-Kämpfern auf dem Mars erst einen Treffer in die Extremitäten verpassen müsst, damit sie hinter ihrem Schild hervorlugen und ihr sie danach mit Kopftreffern zu Pluto ins Reich der Toten schicken könnt.

Die Phalanx-Kämpfer verstecken sich hinter ihrem Schild und beschießen euch.Die Phalanx-Kämpfer verstecken sich hinter ihrem Schild und beschießen euch.

Auch optisch wirkt vieles wie direkt aus Halo importiert. Der Blick über die Planetenoberfläche, die Raumanzüge, die Fahrzeuge. Na gut, bei den Fahrzeugen kommt noch eine große Prise Star Wars ins Spiel – wer auf einem Gleiter durch enge Schluchten düst, fühlt sich wie im Sattel eines Podracers aus „Die dunkle Bedrohung“. Schön, dass die Kamera für solche Momente in die Verfolgerperspektive schaltet und ihr das Gefährt in seiner ganzen Pracht bewundern dürft. Verfolgerperspektive gewährt euch das Spiel bis auf kleine Ausnahmen nur im Turm. Dort verbessert ihr Waffen und Rüstung und nehmt Bonusmissionen an.

Die Gewalt inszenieren die Entwickler übrigens harmlos genug, dass keiner Mutter bei einem Blick auf den Fernseher ein Herzinfarkt droht. Statt Blutfontänen sprühen bunte Lichteffekte. Willkommen in der Mitte der Gesellschaft. Eine niedrigere Altersfreigabe als die ab 16 Jahren hätte das Spiel nur noch bekommen können, wenn den Gegnern Blumensträuße aus dem Hals wachsen würden.

Weiter mit: Der Weg ins Licht ab Stufe 20

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