Schnitte in Videospielen, Teil 2: Gekürzter Spielspaß - Command & Conquer - Generäle, Call of Duty - Black Ops

(Special)

Command & Conquer - Generäle

Die inzwischen eingestampfte Taktikreihe Command & Conquer feierte in den 90er Jahren einen Verkaufserfolg nach dem anderen. Schließlich handelt es sich um einen der Urväter des Echtzeitstrategie-Genres. Doch deutsche Hobbygeneräle bekommen ständig gekürzte Versionen vorgesetzt.

Links einige Einheiten der ungekürzten Fassung, rechts die deutsche Versionen. Aus Menschen werden Androiden oder fahrende Bomben. (Bilder von schnittberichte.com)Links einige Einheiten der ungekürzten Fassung, rechts die deutsche Versionen. Aus Menschen werden Androiden oder fahrende Bomben. (Bilder von schnittberichte.com)

Schon der erste Teil ersetzt menschliche Soldaten durch Roboter, die nicht rot, sondern schwarz bluten. Entsprechend haben die damaligen Macher Westwood Studios die Geschichte zurechtgebogen. Ähnlich läuft es bei weiteren Teilen wie Alarmstufe Rot - Gegenangriff, in denen auch Teile der Videosequenzen beschnitten sind.

Noch schlimmer ergeht es Command & Conquer - Generäle das 2003 wegen Kriegsverherrlichung indiziert wird. Hersteller Electronic Arts bringt deshalb eine verharmloste Version nach Deutschland. Neben der Robotisierung aller Menschen entfallen auch Zivilisten sowie Selbstmordattentäter. Aus Arbeitern werden Arbeitsbots, aus Terroristen werden fahrende Bomben.

Auch die Kriegsparteien China und USA weichen fiktiven Ländern. Selbst das Spielintro mit politisch angehauchten Videoschnipseln wurde umgeändert. Im Spiel fehlen ebenso die Endsequenzen nach den letzten Missionen. 2013 hat die Bundesprüfstelle jedoch die Generäle-Episode wieder vom Index gestrichen.

Call of Duty - Black Ops

Folterungen sind bei Jugendschützern gar nicht gern gesehen, vor allem nicht in Bezug auf eine Kriegsballerei. Kein Wunder, dass Call of Duty - Black Ops bei uns gekürzt erscheint. Kurioserweise fehlt beim Ego-Shooter aber auch Musik.

Nicht für Deutschland: Hier quält ihr einen Informanten mittels Glasscherbe.Nicht für Deutschland: Hier quält ihr einen Informanten mittels Glasscherbe.

Obligatorisch entfallen einige Bluteffekte sowie abtrennbare Gliedmaßen, die ihr normalerweise wegschießen könnt. Selbst das Bonusspiel Dead Ops Arcade, das ihr an einem virtuellen Spielautomaten zocken könnt, ist blutleer. Außerdem finden sich keine brennenden Gegner, die sich in Schmerzen winden.

Auch der Zombie-Modus verzichtet auf derartige Splatter-Effekte, was sich dummerweise auch auf die Punktevergabe auswirkt. Hier gäbe es nämlich Boni für gezielte Kopftreffer. Interessant, dass der Zombie-Modus im aktuellen Serienteil Call of Duty - Advanced Warfare komplett ungekürzt ist.

Zu Beginn der Kampagnenmission "Numbers" entgeht deutschen Spielern auch eine Foltersequenz, in der ihr einen Informanten verhört. Mit Glasscherben im Mund und dem richtigen Tastendruck sollt ihr das Gegenüber zum Reden bringen. Dieser Schnitt mag vielleicht noch nachvollziehbar sein. Doch warum das Lied "Sympathy for the Devil" von den Rolling Stones in der deutschen Version fehlt, ist rätselhaft.

Weiter mit: Yakuza 3, Persona - Revelations

Tags: Uncut  

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