20 Jahre Virtual Boy: Darüber spricht Nintendo nicht gerne - Beerdigungsstimmung beim Start

(Special)

Preissenkung nach dem Start

Der Virtual Boy müsse schon deshalb jetzt in den Handel kommen, damit der Konzern seine Energie wieder uneingeschränkt dem Nintendo 64 widmen könne. Die Veröffentlichung auf Teufel komm raus geht gehörig nach hinten los. In einem Anflug von heimlicher Selbstkritik senkt Nintendo den Verkaufspreis zwar gleich am ersten Tag um satte 25 Prozent, „um mit dem Virtual Boy ein noch breiter gefächertes Publikum anzusprechen“. Aber selbst die große Mehrheit enthusiastischer Nintendo-Untertanen straft das bizarre Machwerk mit Ignoranz.

Red Alarm ist einer der vier Starttitel. Bei aller Kritik müsst ihr euch natürlich vorstellen, dass die Grafik in 3D dann doch mehr hermacht - wie beim 3DS.Red Alarm ist einer der vier Starttitel. Bei aller Kritik müsst ihr euch natürlich vorstellen, dass die Grafik in 3D dann doch mehr hermacht - wie beim 3DS.

Mit Mario's Tennis, der Boxsimulation Teleroboxer, Galactic Pinball und dem Weltraumballerspiel Red Alarm stehen vier Starttitel im Händlerregal und wirklich gut oder gar ein Kaufköder ist keines davon. Kaum ein Drittentwickler hat den Virtual Boy im Vorfeld überhaupt zu Gesicht bekommen. Hiroshi Yamauchis fast schon paranoide Qualitätskontrolle – wie er es nennt – lässt nur Nintendo persönlich und ein paar Auserwählte Hand anlegen an den Virtual Boy.

Der Deal mit NBC

Der Spielenachschub fällt freilich auch in den kommenden Monaten deshalb nur sehr spärlich aus. Das Fiasko vom Japan-Start steckt den Entwicklern noch lange in den Knochen. Der Ruf des altehrwürdigen Unternehmens ist auf einmal erheblich angekratzt. In Nordamerika, so schwört die dortige Dependance von Nintendo, soll es nächsten Monat besser laufen!

"Fortschrittliche 3D-Spielgrafik kann auf dem Fernsehschirm nicht demonstriert werden." Deshalb erlaubt Nintendo den potentiellen Kunden, das Gerät für zehn Dollar zu mieten."Fortschrittliche 3D-Spielgrafik kann auf dem Fernsehschirm nicht demonstriert werden." Deshalb erlaubt Nintendo den potentiellen Kunden, das Gerät für zehn Dollar zu mieten.

Minoru Arakawa, Yamauchis Schwiegersohn und Präsident von Nintendo of America, schmiedet einen Pakt mit dem Fernsehsender NBC und der Warenhauskette Blockbuster. Die Manager sind sich sicher: Wenn die Leute den 3D-Effekt des Virtual Boys nur mal sehen könnten, würden sie augenblicklich zugreifen, ein entrücktes Grinsen im Gesicht. Aber in Werbebroschüren oder auch im Fernsehen kommt gerade das spektakuläre Alleinstellungsmerkmal der neuen Konsole nicht zum Ausdruck, weil diese Medien schlicht eine Dimension zu wenig haben. Fortan wirbt NBC damit, dass sich die Kunden von Blockbuster ab sofort für eine Gebühr von zehn Dollar einen Virtual Boy leihen könnten.

Weiter mit: Nintendo warnt seine Kunden vor

Tags: Retro   Onkel Jo  

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