Bombergirl, oder: Knuddeliger Sexismus für Anfänger

von Matthias Kreienbrink (13. Februar 2017)

Alle Welt - so zumindest hofft es Nintendo - freut sich derzeit auf Super Bomberman R, welches direkt zum Start der Nintendo Switch erscheinen wird. Bei dem von Konami entwickelten Spiel handelt es sich um eine konsequente Forführung des altbekannten Spielprinzips: Erledigt eure Gegner mit Bomben, lasst euch nicht selbst von Bomben erlegen. Doch das reicht Konami nicht. Und so gibt es nun eine weitere konsequente Fortführung eines altbekannten Prinzips: Sexismus in Videospielen.

Wenn ihr bisher an Bomberman gedacht habt, dann war dieser - trotz des "Man" im Namen - wahrscheinlich ein ziemlich geschlechtloser Geselle. Das sehr simpel gehaltene Charakterdesign kann ikonisch genannt werden, da es auf einer sehr einfachen und daher einprägsamen Form baute.

Doch nun wird Bombergirl erscheinen. Zunächst nur für Arcade-Automaten angekündigt, handelt es sich um ein Multiplayer-Spiel, in dem es gilt, die anderen Mitspieler mit Bomben zu eliminieren und somit das Match zu gewinnen. Dabei soll es vier Charaktere geben: Shiro, die Bomberin; Momoko, die Blockerin; Oren, die Hochgeschwindigkeits-Angreiferin und Emera, die auf größere Distanz bombadieren kann. An sich also ein wenig inspiriertes Spin-off, das dennoch durchaus spaßig sein kann.
Schaut euch doch aber mal an, wie diese Bombergirls so aussehen - ihr werdet alle sexistischen Videospiel-Klischees wiederfinden, die es so gibt. Riesige Brüste, kaum Kleidung.

Ich frage mich an dieser Stelle wirklich, WIESO? Wieso ist es notwendig, aus einem "Man" ein "Girl" zu machen, wieso können das keine Frauen sein? Und wieso müssen diese Mädchen dann so unendlich sexualisiert werden, während das männliche Gegenstück zu keinem Zeitpunkt als sonderlich "männlich" noch als sexualisiert markiert war?

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Wieso ist es scheinbar so schwer, Frauen in Videospielen adäquat einzukleiden? Wieso basiert die Verkörperung von Frauen so oft auf einem Paar großer Brüste, denen sich der restliche Körper - die Persönlichkeit sowieso - unterzuordnen hat?

Diese Fragen mögen euch am Beispiel von Bombergirl vielleicht als lächerlich erscheinen, handelt es sich doch nur um ein schnödes Arcade-Spiel. Doch handelt es sich bei diesem Phänomen auch um ein strukturelles Problem, das sich nach wie vor durch die Videospiel-Industrie zieht.

Umso mehr freuen wir uns, dass es auch positive Beispiele gibt, wie etwa das bald erscheinende Horizon - Zero Dawn, oder The Last Of Us 2.

Fallen euch noch andere Beispiele absurder Sexualisierung ein? Schreibt sie uns in die Kommentare.

Hat euch dieser Artikel gefallen? Oder habt ihr Anregungen, Kritik, Verbesserungsvorschläge? Lasst es uns gerne wissen! Schreibt uns eine Mail an redaktion@spieletipps.de und verratet unserer Redaktion eure Meinung.

Tags: Politik   Arcade  

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