3 Dinge, die ich von Nier - Automata gelernt habe

von Daniel Kirschey (19. März 2017)

Erst vor knapp einem Jahr habe ich Nier komplett durchgespielt - mit allen Enden. Nun rotiert die Disc von Nier - Automata in meiner PlayStation 4. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass mich das zweite Spiel im Universum von Nier ebenfalls so kalt erwischt. Und - Nier Automata hat mir etwas vor Augen geführt.

Von Videospielen lernen. Das ist so eine Sache. Freilich soll das Medium in erster Linie unterhalten und nicht lehren. Dennoch kann es vorkommen, dass man aus einem guten Spiel - und auf ganz andere Art und Weise auch aus einem schlechten Spiel - etwas mitnimmt. Dass man etwas über sich selbst lernt, etwas fürs Leben lernt, oder auch einfach nur unnützes Wissen anhäuft, das man dann nie wieder aus dem Hirn bekommt. In dieser Reihe wollen wir euch von unseren Erfahrungen berichten, die wir während des Spielens gemacht haben. Von lebensverändernden Weisheiten bis zu erspieltem Blödsinn kann alles dabei sein.

1. Ich sehne mich nach neuen Erfahrungen

Klar, jeder will immer wieder neue Erfahrungen sammeln. Na ja, wenn ich mir die Spielelandschaft so anschaue, vielleicht doch nicht. Die meisten sind zufrieden, wenn sie Call of Duty 13, Battlefield 14 oder Assassin's Creed 15 zocken können. Selbst ein Horizon - Zero Dawn oder ein The Legend of Zelda - Breath of the Wild bietet nichts, was ich nicht schon in zig anderen Spielen gesehen habe. Das bedeutet nicht, dass dies schlechte Spiele sind, aber etwas wirklich Neues wird dort auch nicht erfunden.

Nier - Automata ist das genaue Gegenteil. Natürlich ist in dem Spiel ebenfalls vieles eingegangen, dass ich aus anderen Spielen so schon kenne. Doch immer wieder halte ich nach bestimmten Abschnitten inne und bemerke meine eigene Verwunderung, dass ich diesen Übergang von einem Genre in das andere, diesen Handlungs-Twist, diese Art der Integration eines Fähigkeitensystems in einem Rollenspiel oder diese Art der Erzählweise so in einem Spiel noch nie erlebt habe. Das ist selten - für einen Videospielredakteur, der im Laufe seinen Berufslebens - sozusagen - gezwungenermaßen viel zockt, etwas Besonderes, etwas wirklich Schönes.

2. Genre-Begrenzungen existieren nicht

Der Einfachheit halber stecken wir Menschen alles Mögliche in Kategorien. Eigentlich soll es unter anderem wohl helfen, dass wir als Gemeinschaft sinnvoll über bestimmte Sachverhalte kommunizieren können. Wenn ich einem Kumpel von einem Ego-Shooter erzähle, dann weiß er sofort, was ich damit meine. Als Ego-Shooter neu waren, nannte man sie jedoch Doom-Klone.

Die Kategorien sind also Konstrukte. Da wir sie alle ständig benutzen, verlieren wir das aber oft genug aus den Augen. Wenn etwas nicht in eine Kategorie passt, ist das erstmal merkwürdig. Seitdem Videospiele in den Mainstream gefunden haben, sind Experimente mit diesen Konventionen noch seltener. Warum den Spielern etwas geben, was sie noch nicht kennen - wer weiß schon, ob ihnen das überhaupt gefällt?

Ab und zu erscheinen recht erfolgreiche Spiele, die Genres mixen, wie etwa Spellforce. Meist wird diesen Spielen, vor allem von Kritikern, vorgeworfen, dass die Mixtur nicht so gut funktionieren würde. Umso erfrischender ist es, wenn sich jemand wie Yoko Taro darum einen Dreck kümmert und das macht, wozu er Lust hat. Allein die Startmission von Nier - Automata wechselt in kurzer Zeit von einem Shoot 'em Up, zu einem Actionspiel aus der Verfolgerperspektive, zu einem "Top Down"-Action-Spiel und streut nebenbei Platformer-Passagen ein. Die Grenzen der Genres existieren nur in unserem Kopf.

3. Aus mäßigen Spielen kann etwas Goßartiges erwachsen

Heutzutage ist für die meisten Spieler eine Wertung im siebziger Bereich schon der Hinweis darauf, dass das Spiel "scheiße" ist. Wenn es ein Spiel nicht mindestens auf eine 80 oder am besten auf eine 90 bringt, ist es mies und die Zeit nicht wert.

Schaut euch einmal die Metacritic-Wertungen der Drakengard- und Nier-Spiele an. Stopp. Drakengard? Ja, denn Nier ist im Grunde nur ein Spin-Off der Drakengard-Spiele. Im fünften Ende des ersten Teils stürzt ein magisches Wesen in unsere Welt. Dadurch verändert sich diese und setzt Geschehnisse in Gang, die zu Nier führen. Eine kleine Zusammenfassung seht ihr im folgenden Video.

Doch zurück zu den Wertungen. Bitte schön:

Bis auf Nier - Automata hat keines der Spiele eine Wertung über 70 Punkten bekommen. Und doch findet ihr in dieses Spielen fast alles wieder, was auch Nier - Automata ausmacht: Eine Handlung, die sich erst nach dem ersten oder gar zweiten Ende entfaltet, eine Mischung aus verschiedenen Genres, interessante Charaktere, verrückte Gedanken, philosophische Fragen und vieles mehr.

Inzwischen haben Drakengard und vor allem Nier so etwas wie ein "Cult Following" bekommen. Nach meiner Meinung vollkommen zu Recht. Die Wertungen sind wahrscheinlich auch dem Umstand geschuldet, dass nicht alle Kritiker alle Enden erspielt haben. Doch trotzdem: Das soll hier auch ein Aufruf sein, Spielen mit niedriger Wertung eine Chance zu geben. Zwar passt mal das Kampfsystem nicht oder die Grafik ist altbacken - das muss aber noch lange nicht heißen, dass das Spiel wertlos ist.

Hier am Ende noch ein letzter Bonuspunkt, den ich von Nier - Automata gelernt habe: Androiden vertragen keine Makrelen. Denkt immer daran.

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Tags: Fantasy   Science-Fiction   Drei Dinge gelernt  

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