Test Flatout 4 - Total Insanity: Schadensbegrenzung

von Michael Krüger (23. März 2017)

Schnallt euch an oder lasst es. Auf den Rennstrecken von Flaout 4 - Total Insanity hilft euch auch ein Sicherheitsgurt nicht weiter. Hohes Tempo und Vollkontakt mit anderen Autos führen nicht selten zu fiesen Stürzen.

Angesichts der eher durchwachsenen Meinungen zu Flatout 3 - Chaos & Destruction ist es nicht groß verwunderlich, dass eine Fortsetzung auf sich warten lässt. Nun, cirka fünf Jahre später, wagen die Entwickler einen erneuten Versuch und geloben mit Flatout 4 - Total Insanity Besserung. Zumindest für PlayStation 4 und Xbox One. Eine bessere Fahrphysik, hübschere Strecken und saubere Spielmechaniken sollten hierfür eigentlich ausreichen.

Seid ihr Fans der Flatout-Reihe, habt ihr den dritten Teil vermutlich verdrängt oder kämpft immer noch mit euren Erinnerungen daran. Dabei ist Flatout 2 für viele eines der besten Rennspiele seiner Zeit und sucht auch heute noch nach einem würdigen Nachfolger. Sollte die Rechnung mit dem vierten Teil aufgehen, käme das schon fast einer Wiederbelebung gleich.

Zurück auf dem alten Weg

Eine wichtige Lektion haben die Entwickler aus dem vergangenen Versuch gelernt. In Flatout 4 habt ihr nämlich wieder einen richtigen Karriere-Modus. Zumindest etwas, was diesem Begriff grundsätzlich gleichkommt. Aufgeteilt in drei Klassen, fahrt ihr in sogenannten Derbies in Wettrennen und Abwandlungen klassischer Rennen um den Sieg und erhaltet zur Belohnung Geld. Dieses wiederum investiert ihr in Verbesserungen und neue Fahrzeuge.

Jeder Zusammenstoß füllt eure Nitro-Anzeige.Jeder Zusammenstoß füllt eure Nitro-Anzeige.

Habt ihr ein neues Auto, schafft ihr schwierigere Rennen und ermöglicht euch dadurch wiederum erneute Investitionen. Der ewige Kreislauf des Rennfahrerlebens. Das klingt prinzipiell nicht verkehrt und übt für eine Weile durchaus einen Reiz aus, verkommt allerdings mit der Zeit zu einem monotonen Ablauf. Hierfür sind noch nicht einmal die Rennen oder die Strecken verantwortlich, sondern vielmehr die Gestaltung der Umgebung.

Mit gerade einmal vier Szenarien plus Wettereffekten auf insgesamt 20 Strecken sorgt Flatout 4 nicht gerade für Abwechslung auf der Rennpiste. Kennt ihr ein Thema, gibt es kaum noch Überraschungen und die verwendeten Elemente wiederholen sich schnell. Auch die Autos könnten ruhig etwas mehr Variation bieten, unterscheiden sich aber immerhin durch ihren Zustand und die inneren Werte. Doch nicht alle Aspekte des Umfangs sind derart schlicht, denn anders als der direkte Vorgänger bietet euch Flatout 4 wieder genau die bunte Mischung an durchgeknallter Renn-Action, mit der euch der zweite Teil schon überzeugte.

Nur noch ein paar Meter!

Was die technischen Aspekte der Optik angeht, ist Flatout 4 grundsolide. In seinen besten Momenten bietet es euch rasante und vor allem adrenalingeladene Rennen voll wuchtiger Unfälle und gewagter Manöver. Trotz eigenwilliger Fahrphysik machen die Wettkämpfe Spaß. Die Stunts sind besonders im lokalen Mehrspielermodus gelungen, da ihr hier durch Weiterreichen des Controllers gegenseitig eure Leistungen überbietet, was natürlich für reichlich Zunder sorgt.

Bier-Pong darf in einer Fortsetzung nicht fehlen.Bier-Pong darf in einer Fortsetzung nicht fehlen.

Auf die Ohren gibt es passend zu Schrott-Rennen mit Rostlauben dreckige Gitarren und rockige Melodien. Das ist stimmig, nutzt sich allerdings in etwa so schnell ab wie die Umgebung der Rennstrecken. Diese und andere Elemente erwecken immer wieder den Eindruck, als wäre den Machern auf den letzten Metern der Sprit ausgegangen.

Für eine solide Fahrphysik hat es aber glücklicherweise gereicht. Diese tröstet euch schnell über die Schreckensbilder hinweg, die der Vorgänger möglicherweise in eurem Gedächtnis hinterlassen hat. Meistens spielt sich das Geschehen auf Wegen abseits des Asphalts ab, was ein wenig Eingewöhnungszeit erfordert. Die Lernkurve ist aber angenehm und belohnt eure Versuche schon früh mit Erfolgen.

Meinung von Michael Krüger

Auch wenn es viele nicht verstehen können, aber ich mag Blur. Für mich eines der unterhaltsamsten Arcade-Rennspiele, lässt es dennoch auf eine Fortsetzung warten und meine Hoffnung auf eben diese ist mittlerweile gering. Da begrüße ich Flatout 4 natürlich. Immerhin füllt es zumindest einen Teil der Lücke, die Blur bei mir hinterlässt. Gerade bei den Rennen, in denen ihr Waffen einsetzen dürft, kommt ordentlich Freude auf, wenn es gerade wieder richtig kracht und euch die Einzelteile eurer Kontrahenten um die Windschutzscheibe fliegen.

Flatout 4 vergeudet ein wenig Potenzial durch zu viel Wiederholung und teilweise veraltete Mechaniken. Mögt ihr Arcade-Rennspiele und braucht mal wieder etwas dreckige Unterhaltung, wie sie nur abgenutzte Reifen eines schrottreifen Autos auf frischem Waldboden bieten können, dann könnte euch Flatout 4 zumindest für ein paar Stunden Vergnügen bereiten. Der Mehrspieler-Modus vielleicht sogar noch etwas länger.

67

meint: Die Fehler der Vergangenheit sind überwunden und reicht es nicht für den Nitro-Sprung aus der Mittelmäßigkeit. Solider Rennspaß für Zwischendurch.

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Tags: Arcade   Singleplayer   Multiplayer   Highscore  

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