Vorschau Agents of Mayhem: Saint's Row war gestern

von Thomas Stuchlik (03. April 2017)

Die Macher von Saint's Row legen erneut los. In Agents of Mayhem erwartet euch ein abgedrehtes Zukunfts-Szenario mit offener Welt und witzigen Helden aber wenig Innovativem. spieletipps hat sich das genauer angesehen.

Entwicklerstudio Volition hat eine Schwäche für Abgedrehtes. Anders ist es nicht zu erklären, dass deren GTA-Konkurrent Saints Row einen dermaßen derben Humor aufbietet. Auch, um im Schatten des großen Vorbilds zu bestehen. Doch schon in Saints Row 4 von 2013 geht die Welt unter. Allerdings ist das nicht das Ende. Denn Agents Of Mayhem soll im selben Universum spielen und das Geschehen weiterführen – und zwar in der fernen Zukunft in Südkorea. Das Stadtszenario von Seoul wartet mit chaotischen Zuständen auf.

Die fiese Vereinigung namens LEGION (abgekürzt für: „League of Evil Gentlemen Intent On Obliterating Nations“) sorgt hier für anarchistisches Treiben. Höchste Zeit, dass sich die tapferen Recken von MAYHEM (steht für: „Multinational AgencY for Hunting Evil Masterminds“) darum kümmern. Bereits an den albernen Abkürzungen könnt ihr erkennen, in welche Richtung die Bildschirm-Action abdriftet. Entsprechend dümmlich-klischeehaft treten auch die zwölf wählbaren Helden sowie deren Gegenspieler auf.

Heldenpaket aus der Comic-Retorte

Bevor es in die Einsätze geht, wählt ihr ein Dreier-Team aus. Dessen Mitglieder sollten sich in Hinblick auf die jeweiligen Situationen und der anzutreffenden Gegnerart gut ergänzen. Praktischerweise wechselt ihr die Kameraden jederzeit per Steuerkreuz aus.

Mit einem schlagkräftigen Dreier-Gespann geht es zur nächsten Ballermission.Mit einem schlagkräftigen Dreier-Gespann geht es zur nächsten Ballermission.

Zur Wahl steht ein Dutzend Charaktere, die einem 80er Comic entsprungen sein könnten. Der Filmstar mit dem Codenamen Hollywood erweist sich dank Sturmgewehr als allseits beliebter Rundum-Kämpfer. Die agile Piratin Fortune setzt dagegen auf Doppelpistolen sowie ihre Sprungkraft. Der stämmig-muskulöse Hardtack ist dank dicker Schrotflinte der Mann fürs Grobe. Ebenso wie das Militärmädel Daisy, die auf Rollschuhen mit ihrer Minikanone ganze Gegnerscharen auseinandernimmt.

Weitaus subtiler geht die Bogenschützin Rama vor, genauso wie Oni – ein gepflegter Yakuza-Killer. Gangster-Verschnitt Kingpin, Armee-Anhänger Bradock und Flintenjäger Red Card finden sich ebenso im abgedrehten Aufgebot. In eurem Hauptquartier stattet ihr eure Charaktere mit frischer Ausrüstung und Skins aus. Dann rast ihr zur nächsten Mission durch den Stadtdschungel.

Sprungkräftig ins Chaos

Wie sich diese skurrile Mixtur spielt, konnte spieletipps bereits auf einer Veranstaltung in London austesten. Doch eines vorweg: Trotz vielfältiger Helden ändert sich eure Spielweise nur wenig. Denn die ständigen Ballereien laufen so oder so chaotisch ab.

Im Dauerfeuer hetzt ihr zwischen Deckungen hin und her und erledigt Soldaten, Roboter oder Ninja-Krieger.Im Dauerfeuer hetzt ihr zwischen Deckungen hin und her und erledigt Soldaten, Roboter oder Ninja-Krieger.

Erstes Beispiel: die angespielte Operation „Spin-Off“. Dabei macht ihr Jagd auf einen Oberfiesling namens Dr. Babylon. Der Weg zu ihm führt nur über seine zahllos erscheinenden Handlanger. Ständig knallt ihr anstürmende Gegner weg und versucht, euch nicht umzingeln zu lassen. Dazu aktiviert ihr auch einen Radarimpuls, um Feinde hinter Hindernissen auszumachen.

Derselbe Ablauf wiederholt sich bei allen weiteren angetesteten Einsätzen. Beispielsweise sollt ihr einen Außenposten einnehmen, bei dem ständig Angreiferwellen anrollen. Über Aufzüge und Plattformen gelangt ihr ins Innere und hackt Computer in einem Minispielchen. Nichts Neues an der Front: Genretypisch feuert ihr auf Kontrahenten und rennt zur nächsten Deckung, um dem Feindfeuer zu entgehen. Ebenso weicht ihr mit gekonnten Sprüngen aus.

Bemüht, aber nicht genug

Witzig jedoch, dass sich die Entwickler in Sachen Akrobatik auf selbstironische Weise Gedanken gemacht haben. Nach dem Motto: "Was ist besser als ein Doppelsprung? Genau, ein Dreifachsprung!" Entsprechend hoch turnt ihr durch die Lüfte oder erklimmt Häuserdächer.

Mit manchen Kämpfern bewegt ihr euch mehr in der Luft als am Boden.Mit manchen Kämpfern bewegt ihr euch mehr in der Luft als am Boden.

Letztlich mischt ihr immer wieder wichtige LEGION-Mannen auf. Sei es der besagte Wissenschaftler Dr. Babylon oder ein rachedürstender Armee-Fanatiker namens Hauser. Letzteren jagt ihr quer durch die Stadt, da er immer wieder flüchtet und seine Untergebenen in den Weg stellt. Daneben erwarten euch gewohnt ablaufende Bosskämpfe: Um den verrückten Hammersmith auf seiner schwebenden Plattform auszuschalten, knipst ihr zunächst dessen Schutzschilde und Energiepunkte aus. Doch vorher nehmt ihr dessen Spur quer durch die Stadt auf, während dieser euch per Laser aus dem Orbit beschießt.

Mit genug Abschüssen füllt ihr eure Mayhem-Leiste auf. Damit aktiviert ihr je nach Charakter eine spezifische Brachial-Aktion. Je nach Held löst ihr Explosionen aus, friert Gegner ein, greift zum Minen-Werfer oder erzeugt ein Giftfeld. Die Kombination aus Schießen, Ausweichen und Spezialfähigkeiten erinnert hin und wieder an Battleborn, nur chaotischer und offline. Denn Agents of Mayhem verfügt ausschließlich über einen Einzelspieler-Modus.

Überschaubare Fernost-Metropole

Die offene Spielwelt von Seoul bietet neben den Missionen die typischen Beschäftigungsmöglichkeiten und Sammelaufgaben. Die Interaktion mit nichtfeindlichen Nebendarstellern oder der Bevölkerung hält sich bisher in Grenzen.

Das futuristische Comic-Seoul wirkt bisher austauschbar. Auch an den Details und der Lebendigkeit mangelt es noch.Das futuristische Comic-Seoul wirkt bisher austauschbar. Auch an den Details und der Lebendigkeit mangelt es noch.

Enttäuschend wirkt bisher die Größe der Stadt. Das Areal erscheint kleiner als beispielsweise die überschaubaren Städte in Infamous-Teilen, kein Vergleich mit GTA oder den früheren "Saint's Row"-Episoden aus dem selben Hause. Auch das Autofahren kann noch nicht überzeugen. Zum einen dürft ihr nicht in jeden Wagen einsteigen, zum anderen sind die Vehikel - trotz Boost und zuschaltbarem Drift - fahrerisch so simpel und langweilig wie nur möglich gehalten.

Auch optisch erscheint die Umgebung bisher zu steril. Denn trotz kunterbuntem Comic-Stil sind die Straßenzüge leblos. Lediglich die Helden punkten mit ihrer spritzigen Energie und ebensolchen Sprüchen. Eine gute Idee sind hierbei die gezeichneten Tricksequenzen, die die Geschichte vorantreiben. Logisch, dass hier voll auf die Humorschiene gesetzt wird. Der gezeigte Trailer im Stile des Vorspanns der 80er Fernsehserie „A-Team“ macht Lust auf mehr. Doch noch fehlt der Geschichte und der Welt der echte Biss, der schon Saint's Row auszeichnete.

Weiter mit: Fakten und Ausblick

Inhalt

Tags: Singleplayer   Open World   Science-Fiction  

Kommentare anzeigen

Need for Speed - Payback: Das sagt die Community zum neuen Teil

Need for Speed - Payback: Das sagt die Community zum neuen Teil

Zahltag bei Electronic Arts. Mit Need for Speed - Payback will der Publisher die Marke in neuem Glanz erstrahlen lassen. (...) mehr

Weitere Artikel

Rockstar Games startet Black Friday Sale

Rockstar Games startet Black Friday Sale

Im Zuge des Black Friday hat das Entwicklerstudio Rockstar Games den Thanksgiving Weekend Sale gestartet und damit dutz (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

zurück zur Vorschau-Übersicht