Gamergate: Wie Online-Schikane beinahe ein Leben zerstört hätte

von Micky Auer (05. April 2017)

Quelle: Endgadget.comQuelle: Endgadget.com

Wenn jemand ein Liedchen darüber singen kann, welche lebensverändernde und einschneidende Erfahrung eine groß angelegte Online-Hetzjagd darstellt, dann ist das vermutlich Zoe Quinn. Die 30-jährige US-Amerikanerin arbeitet als Entwicklerin, Programmiererin und Autorin. Bekanntheit erlangte sie durch ihre zentrale Rolle in den Geschehnissen rund um die Vorfälle des sogenannten Gamergate.

Im August 2014 veröffentlichte ein ehemaliger Partner von Quinn Details zu der vorangegangenen Beziehung. Aufgrund des Inhaltes dieses Texts wurde Quinn fälschlicherweise beschuldigt, positive Bewertungen für ihre Arbeit von einem Journalisten erhalten zu haben, mit dem sie sich in einer Beziehung befunden haben soll. Später stellte sich heraus, dass besagter Journalist Quinn nur kurz in seiner Arbeit erwähnt hat, darüberhinaus auch nicht während der Zeit der Beziehung. Diese Anschuldigungen waren der Auslöser für die Gamergate-Kontroverse. Quinn wurde zum Opfer von anhaltender Schikane, darunter die Offenlegung von persönlichen Daten, Vergewaltigungs- sowie Todesdrohungen. Der Vorfall sorgte im Nachhall für ein erhöhtes Bewusstsein gegenüber Sexismus in der Branche.

Jetzt veröffentlicht Quinn ein Buch mit dem Titel "Crash Override", in dem sie ihren Kampf gegen die Online-Schikane schildert. Crash Override ist gleichzeitig auch der Name der Gruppierung, die sie gegründet hat, um Opfer von Online-Schikane zu unterstützen. Die ersten Kapitel des Buches befassen sich mit ihren Erfahrungen im Zuge von Gamergate, jedoch scheint dieser Inhalt nur die Oberfläche anzukratzen.

Die Kollegen der englischsprachigen Seite Endgadget berichten, die Zusammenfassung verspricht "einen genauen Blick in die Tiefen der Kontroverse, Drohungen und soziale sowie kulturelle Kämpfe, die in den hintersten Winkeln des Internets geboren wurden und seitdem unser tägliches Online-Leben durchdringen." Der Rest des Buches fokussiert sich auf Quinns Arbeit mit der Branche und der Regierung, die darauf abzielt, das Internet zu einem sicheren Ort zu machen.

Im Text versucht sie zu ergründen, was sie und ihre Partner getan haben, um eine solche Welle der Online-Gewalt auszulösen, welche ihrer Bemühungen Früchte getragen haben und welche nicht. Um das Buch auch für den alltäglichen Gebrauch tauglich zu machen, inkludiert sie Ratgeber, die im Falle von Online-Schikane hilfreich sein sollen.

Die englische Version von Crash Override kann auch hierzulande über Amazon als gebundene Ausgabe oder Kindle-Edition vorbestellt werden. Die Veröffentlichung erfolgt voraussichtlich am 6. September 2017.

Sexismus in der Branche, in Spielen und auch in der Community selbst ist immer noch ein Thema, das immer wieder sein hässliches Haupt hebt. Seid besser als feige Online-Bullies. Sorgt dafür, dass die virtuelle Welt, die uns allen gehört, ein schöner Ort ist, über den man auch im nicht virtuellen Raum sprechen kann, ohne, dass die dümmsten und niedersten Wesenszüge der Gesellschaft die Oberhand gewinnen.

Tags: Politik  

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