Test Yo-kai Watch 2: Knochige Gespenster und Kräftige Seelen rufen zur Geisterjagd

von Michael Krüger (06. April 2017)

Schwammurai, Rebelzebub und Winzikado lassen grüßen. Die Jagd nach bunten Geistern geht weiter. Mehr Aktion und ein Wiedersehen mit alten Bekannten inklusive.

Auch wenn Yo-Kai Watch bislang nicht den gleichen Kultstatus wie Pokémon erreichen konnte, begeistert es weltweit viele Spieler. Sammelleidenschaft kombiniert mit putzigen Wesen funktioniert auch hier und liefert auf dem Nintendo 3DS kurzweiligen Spaß. Das soll nun auch die Fortsetzung schaffen. Wie es das große Vorbild zuletzt mit Pokémon Sonne und Pokémon Mond wieder einmal vormachte, erscheint auch Yo-Kai Watch 2 gleich in zwei Fassungen.

Spielerisch unterscheiden sich Yo-Kai Watch 2 - Kräftige Seelen und Yo-Kai Watch 2 - Knochige Gespenster nur in wenigen Aspekten. Ihr bekommt jeweils eine kleine Auswahl exklusiver Yo-Kai und erlebt hier und da modifizierte Szenen. Yo-Kai Watch 2 setzt bei der Handlung neben neuen Elementen vor allem auf eine Auffrischung der bisherigen Ereignisse.

Auf diese Weise soll die Geschichte rund um Nathan und seine spezielle Uhr nicht nur fortgesetzt werden, sondern Neulingen einen leichten Einstieg ermöglichen und über die Geschehnisse des Vorgängers informieren. Auch die kosmetischen Aspekte von Yo-Kai Watch entwickeln sich weiter. Eine Auffrischung, die auch den Kämpfen gut täte.

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Zurück in Lenzhausen

Kurz nach den Ereignissen des ersten Teils bekommt ihr in der Rolle von Nathan beziehungsweise Katie im Schlaf Besuch von zwei unheimlichen Yo-Kai. Die beiden klauen nicht nur die wertvolle und titelgebende Yo-Kai Watch, sondern löschen alle Erinnerungen, die ihr an die Erlebnisse aus dem Vorgänger habt. Ähnlich den ersten Begegnungen von damals lernt ihr die beiden Yo-Kai Whisper und Jibanyan kennen. Diese helfen euch dabei, weitere Geister für eure Reihen zu rekrutieren.

Dabei war das mal eine ganz ruhige Gegend hier.Dabei war das mal eine ganz ruhige Gegend hier.

Bevor das wirkliche Abenteuer allerdings beginnt, steht euch ein etwas zäher Abschnitt bevor. Besonders wenn ihr den ersten Teil bereits gespielt habt, könnte hier Langeweile aufkommen. Sowohl die Szenarien, als auch die Akteure und Aufgaben sind häufig exakt gleich wie im ersten Teil oder ähneln diesen zumindest stark. Erst nach gut und gerne 15 Stunden entfaltet sich die eigentliche Handlung.

Stört euch diese Auffrischungsphase nicht und ihr lasst es sowieso gerne gemütlich angehen, ist das Tempo in Ordnung. Immerhin erlebt ihr so auch ein paar der charakteristischen Szenen des Vorgängers nochmal, die durchaus amüsant sind. Was die neue Geschichte angeht, dürft ihr euch auf einige Überraschungen gefasst machen. Dank einer Menge neuer Gebiete liefert Yo-Kai Watch 2 eine Menge Abwechslung und führt spannende neue Begleiter ein, unter denen sich durchaus euer nächster Favorit befinden könnte.

Eine gemütliche Runde

Gleich vorweg: Spielerisch ändert sich an den Kämpfen in Yo-Kai Watch 2 nur wenig. Erst im späteren Verlauf des Spiels erhaltet ihr ein paar neue strategische Möglichkeiten. Einen großen Sprung in Sachen Taktik erreichen diese allerdings auch nicht. Ansonsten verlaufen die Kämpfe wie gewohnt. Ihr nehmt sechs Yo-Kai mit in den Kampf, aus denen ihr durch Rotation drei an die Front stellt, die dann automatisch angreifen und verteidigen. Aktiv werdet ihr nur dann, wenn ihr einen Gegenstand verwendet, einen Yo-Kai reinigt oder ein sogenanntens Ultiseel aktiviert.

Vor jedem Ultiseel wartet ein Minispiel auf euch.Vor jedem Ultiseel wartet ein Minispiel auf euch.

Um ein Ultiseel, also die Spezial-Attacke eines Yo-Kai, zu aktivieren, wartet ihr, bis die entsprechende Seelenanzeige gefüllt ist und erledigt ein Minispiel. Je schneller ihr dabei seid, umso eher ist der Angriff bereit. Wird eines eurer Yo-Kai beschmutzt und ist dadurch handlungsunfähig, holt ihr es per Rotation in die hintere Reihe und putzt es. Ebenfalls durch Absolvieren eines Minispiels. Geringe Gesundheit behandelt ihr mit kleinen Snacks. Das macht alles Spaß, bietet dafür aber nur wenig Spielraum für Strategien.

Einer der großen Kritikpunkte an Yo-Kai Watch bleibt also auch in Yo-Kai Watch 2 erhalten. So unterhaltsam die Kämpfe sich präsentieren und so spannend sie hin und wieder sind, so gering sind eure taktischen Möglichkeiten. Das führt vor allem dann zu einem Problem, wenn ihr weit unter oder über der Charakterstufe eines Gegners liegt. Ist ein Feind deutlich zu stark, verhilft euch auch die beste Taktik kaum zum Sieg. Sind eure Kontrahenten recht schwach, gewinnt ihr jeden Kampf ohne eigene Aktion. Ein wenig mehr Feinschliff hätte dem System mit Sicherheit nicht geschadet und den Spaß nachhaltig geprägt.

Der Schein trügt

Der Spaß, den ihr mit Yo-Kai Watch 2 habt, rührt allerdings nicht ausschließlich von den Kämpfen. Dazwischen gibt es nämlich eine Menge zu entdecken und zu erledigen. Etliche Nebenmissionen und Aufgaben warten an jeder Ecke und auch neue Elemente sorgen für Abwechslung. So findet ihr gelegentlich kleine Rätsel, die eure Yo-Kai-Kenntnisse auf die Probe stellen oder ihr messt euch in versteckten Herausforderungsräumen mit besonders starken Gegnern.

Die doppelschwänzige Katze Jibanyan darf natürlich nicht fehlen.Die doppelschwänzige Katze Jibanyan darf natürlich nicht fehlen.

Auch wenn die ersten Stunden im Spiel ein anderes Bild vermitteln, bietet Yo-Kai Watch 2 nicht einen bloßen Aufguss des Vorgängers. Frische Eindrücke in Form unentdeckter Umgebungen, sowie neue Spielmechaniken liefern auch denjenigen unter euch, die bereits mit dem Universum rund um Nathan, Katie und die quirligen Geister vertraut sind, einen Grund die Geschichte weiterzuverfolgen.

Eine Sache wurde bei der Entwicklung allerdings etwas vernachlässigt. Lange Laufwege sind auch in Yo-Kai Watch 2 noch vorhanden und mindestens so mühsam wie im ersten Teil. Zwar erhaltet ihr mit der Zeit auch Schnellreisefunktionen, doch ausgiebige Spaziergänge zwischen Missionsstart und eurem Ziel sind durchweg vorhanden. Da selbst Zugfahrten den Spielfluss verlangsamen, entsteht zwischen euren Aktionen immer wieder Potenzial für Langeweile.

Level 5 in Bild und Ton

Wenigstens verlauft ihr euch jetzt nicht mehr. So ist die Spielwelt nun nicht nur deutlich aufwändiger gestaltet, sie ist auch übersichtlicher. Die Karte markiert wichtige Gebäude und Punkte mit passenden Symbolen und Texten, so dass ihr zu jeder Zeit eine Idee davon habt, wo ihr euch gerade befindet und wo ihr am besten langlauft. Zusätzlich verfügen manche Bereiche der Umgebung jetzt über neue Interaktionsmöglichkeiten.

Freut euch auf viele neue Freunde.Freut euch auf viele neue Freunde.

Die Kampfsequenzen machen ebenfalls einen gestalterischen Satz nach vorne. Waren die Hintergründe in Yo-Kai Watch noch etwas flach und einfach, blickt ihr nun auf weite Räume, die dank des 3D-Effekts des 3DS eine schöne Weitsicht bieten. Die Kämpfe sind dadurch plastischer und die Action noch spürbarer. Auch die Attacken und Übergänge von Szenen sind in Yo-Kai Watch 2 noch hübscher und zeigen eure gesammelten Geister von ihrer Schokoladenseite.

Die Musik-Auswahl enthält natürlich neben der Titelmelodie auch die ortstypischen Lieder, die zur Heimat von Nathan und Katie gehören. Hier reihen sich die Stücke der neuen Gebiete nahtlos aneinander und bringen wie gewohnt eine Menge Ohrwurm-Material. Wenn Level 5 als Entwickler draufsteht, klingt es eben in der Regel auch gut. Die konsequente Verfeinerung der Präsentation ist also nicht weiter verwunderlich und zeigt erneut, das umfangreiche und schön inszenierte Spiele auch auf dem kleinen Bildschirm hervorragend funktionieren.

Weiter mit: Meinung und Wertung

Inhalt

  • 1. Yo-kai Watch 2: Knochige Gespenster und Kräftige Seelen rufen zur Geisterjagd
  • 2. Meinung und Wertung

Tags: Singleplayer   Anime   Fantasy  

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