Vorschau Quake Champions: Fühlt sich an wie Quake, ist aber doch ein bisschen anders

von Emily Schuhmann (03. Mai 2017)

Spricht man von der Geschichte der Videospiele und insbesondere die der Egoshooter, kommt man an dem Namen Quake nicht vorbei. Kann das neue Quake Champions diesem großen Vermächtnis gerecht werden?

Die Quake-Serie war in der Form wie ihr sie heute kennt, eigentlich gar nicht geplant. Ursprünglich sollte ein mittelalterliches Rollenspiel mit Nahkampf namens "Quake" entstehen, aber als die Engine nach Monaten endlich fertig war, entschied sich Entwickler id Software stattdessen für den einfacheren Weg und damit für Schusswaffen. Eigentlich sollte dieses erst seit 2011 in Deutschland nicht mehr indizierte Spiel eigenständig bleiben. Der noch immer auf dem Index stehende zweite Teil der Serie war gar nicht als Fortsetzung geplant, was den veränderten Schauplatz und die unzusammenhängende Geschichte erklärt.

Soviel zu den ersten Schritten der Reihe, in der nur das Kerngeschehen größtenteils gleich blieb: Waffen sammeln, Gegner ausschalten und dabei nicht selbst gefragged werden. Bis heute entstanden um diese Mechaniken viele neue Modi. Sogar heute hat der Shooter eine aktive Spielerschaft, denn er wurde nach Einstellung der offiziellen Unterstützung an die Community übergeben. Jetzt geht die Serie mit Quake Champions in eine neue Runde, einem Helden-Shooter. In einer Zeit, in der Overwatch erfolgsmäßig durch die Decke geht, ist eine solche Entscheidung verständlich. Viele Fans haben jedoch Angst, dass das neue "Free to Play"-Quake weichgespült sein wird. Ein Blick in die geschlossene Beta verrät, was es damit auf sich hat.

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Helden der Arena

Zu der Geschichte hinter den erbarmungslosen Kämpfen gibt es im Spiel und in den Lebensläufen der Helden Hinweise, aber eine Kampagne ist bisher nicht geplant. Startcharakter ist immer der Protagonist aus dem ersten Teil von Quake: Ranger. In der geschlossenen Beta sind es bisher 9 spielbare Figuren, aber id Software setzt sich keine Grenzen und hat auch keine Skrupel, Champions, die nicht funktionieren, wieder aus dem Spiel zu entfernen. Alle Charaktere - abgesehen von Ranger - müsst ihr entweder tageweise mit Spielwährung mieten oder für Echtgeld kaufen. Außerdem soll es ein Champions Pack geben, das alle Champions sowie zusätzliche, exklusive Boni enthält und das Spiel so zum Vollpreisprodukt macht.

Dieses Outfit von Galena findet ihr zum Beispiel in den Beutekisten.Dieses Outfit von Galena findet ihr zum Beispiel in den Beutekisten.

Wie so oft könnt ihr eure Helden auch noch individualisieren. Beim Spielen werdet ihr mit Beutebehältern belohnt oder ihr kauft sie euch mit echtem Geld. Darin enthalten sind neue Farbschemata und Rüstungsteile. Statt Ganzkörperkostümen gibt es einzelne Skins für Kopf, Oberteil und Unterteil. Auf die Frage nach spielübergreifenden Kostümen, wie etwa einem Vault-Tec Anzug oder einer Rüstung aus The Elder Scrolls 5 - Skyrim, musste Entwickler Matt Charles im Interview lachen. „Wer weiß was noch kommt? Warum nicht?“ Das alles ist aber nur kosmetisch und nimmt keinerlei Einfluss auf das Spielgeschehen.

Abwechslungsreich, wenn es denn läuft

Jeder Held unterscheidet sich in seinen Werten. Manche sind schneller, andere haben mehr Panzerung und sind dafür behäbiger. Anhand dieser Unterschiede könnt ihr also schon ungefähr sehen, welcher Champion zu eurem Spielstil passen könnte. Interessant wird es aber erst durch die speziellen Fähigkeiten. Sorg-Weibchen Sorlag kann durch ihre aktive Fähigkeit beispielsweise Säure auf ihre Gegner spucken und Nyx kann für kurze Zeit in eine andere Dimension springen und ist derweil unantastbar. Besonders befriedigend ist es, wenn ihr mit ihr innerhalb eines Gegners wieder materialisiert, denn dann zerlegt es ihn in seine Einzelteile. Passive Fähigkeiten machen die Helden noch ein bisschen spezieller. Bergbauroboter Clutchs "Still Defense" macht ihn zum Beispiel zum nahezu unüberwindbaren Bollwerk, solange er stillsteht oder nur geht, nicht jedoch läuft.

Manchmal kontert eine aktive Fähigkeit auch die eines anderen Champions. Da ihr jedoch nach jedem Tod theoretisch zu einem anderen Held wechseln könnt, sind Kräfteungleichgewichte nur von kurzer Dauer. Die Charaktereigenschaften geben dem Spiel etwas Würze, aber das Grundprinzip ist so unbarmherzig und schnell wie immer. So schnell, dass sogar gute PCs mit dem Spiel so ihre Probleme haben können. Und mit einem mittelmäßigen Computer gibt es Momente, in denen es dann einfach keinen Spaß mehr macht. Auch Spieler ohne Hochleistung-PC sollten nicht mehrmals abgeschossen werden können, bevor sie überhaupt den Ladebildschirm verlassen haben. Da gibt es noch Nachholbedarf, aber Quake Champions ist ja noch in der Entwicklung.

Neues und Altes

Wer ausreichend starke Hardware besitzt, kann sich auf mehreren Karten mit einzigartigen Mechaniken austoben. Und um es vorweg zu nehmen: Ja, der Rocketjump ist nach wie vor dabei. Eines der neuen Spielfelder könnte alten Hasen bekannt vorkommen. "Blood Covenant" ist inspiriert von der Karte "The Camping Grounds" aus dem bei uns ebenfalls indizierten dritten Teil der Serie. Der Rocket Launcher ist noch immer nur durch einen weiten Sprung erreichbar und die eng beieinanderstehenden Pfeiler bieten wieder hervorragende Möglichkeiten für Hinterhalte. Eine etwas makabre Neuerung ist der Blutpfuhl, in dem ihr eure Lebenspunkte regenerieren könnt. Aber Achtung: Ihr steht dort auch wie auf dem Präsentierteller und seid ein leichtes Ziel.

Die höchste Säule ist die ideale Position für Scharfschützen oder zum Abwerfen von Granaten.Die höchste Säule ist die ideale Position für Scharfschützen oder zum Abwerfen von Granaten.

Wie gehabt sind Power-ups und Waffen, zwischen denen ihr nach Erhalt hin- und herwechseln könnt, auf der gesamten Karte verteilt. Für eine effektive Waffe müsst ihr oft den offensten und damit risikoreichsten Raum betreten. Besonders im Deathmatch, wo es "jeder gegen jeden" heißt, solltet ihr hier also lieber zweimal überlegen. Abgesehen von diesem Modus gibt es in der Closed Beta bisher auch Team Deathmatch und den Duell-Modus, in dem ihr euch im Zweikampf messen könnt. Weitere Modi sollen hinzukommen, aber wie viele und welche ist noch unklar. Die Entwickler schließen auch nicht aus, Besonderheiten wie das Freeze Tag für saisonale Events ins Spiel zu bringen. Ein entscheidender Faktor für die Auswahl der Modi ist bei id Software die E-Sport-Szene.

Spaß für alle

Jedoch muss nicht nur das obere Ende der Nahrungskette bedacht werden, auch Spieler für die Champions das erste Quake ist, sollen Spaß haben. Den Entwicklern ist bewusst, dass es nichts Frustrierenderes für einen Neuling gibt als Spiel um Spiel in der Luft zerrissen zu werden. Matchmaking ist deshalb einer der wichtigsten Punkte auf ihrer Agenda. Und auch wenn Matt Charles keine klare Antwort geben konnte, sagte er zum Thema Partien gegen KI folgendes: „Wir wissen, dass sich viele diese Möglichkeit wünschen. Manchmal braucht man auch einfach einen weniger kompetitiven Modus, um ohne Druck zu spielen oder neues ausprobieren zu können. Ich kann nichts versprechen, aber soviel sei gesagt: Wir haben euch gehört.“

Dieser Augapfel ist Zentrum der Karte "Ruins of Sarnath", die ihr in der Closed Beta erkunden könnt.Dieser Augapfel ist Zentrum der Karte "Ruins of Sarnath", die ihr in der Closed Beta erkunden könnt.

id Software möchte Quake Champions zu einem würdigen Erben machen. Dass sie durchaus in der Lage sind so große Vermächtnis anzutreten, haben sie schon mit dem vergangenes Jahr erschienen Doom bewiesen. Es gibt noch keinen fixen Termin für die Veröffentlichung und selbst ein Ende der geschlossenen Beta steht noch in den Sternen. Wer schon jetzt mitmischen will kann sich auf der offiziellen Quake-Website registrieren. Voraussichtlich am 4. Mai beginnt die nächste Runde der Closed Beta. Quake Champions ist zwar eine Art Helden-Shooter, aber im Kern ist und bleibt es Quake: schnell, rau und brutal.

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Tags: Deathmatch   E-Sport   Free 2 play   Multiplayer  

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