Counter-Strike Global Offensive: Transgender-Team von Turnier ausgeschlossen

von Frank Bartsch (08. Mai 2017)

Ein Team von Transgender-Frauen wollte an einem Turnier von Counter-Strike Global Offensive teilnehmen. Sie wurden ausgeschlossen mit dem Hinweis, dass Täuschungen bestraft werden.

Der typische Zocker von Counter-Strike ist männlich und Mitte 20. So die Statistik. In der Realität stimmt das natürlich nicht ganz. Es gibt auch Frauen, die sich für das Spiel interessieren und sich sogar in speziellen Frauenligen rund um das Taktikspiel messen.

Für ein Turnier der Damenliga hat sich auch ein Team aus fünf Transgender-Frauen beworben. Per Mail erhielten sie nun die Absage. Die Teamchefin Sly Buehl Rigilio hat diesen Fall dem englischsprachigen Magazin Buzzfeed mitgeteilt.

Der Grund für die Absage ist, dass die Veranstalter dem Team "Täuschung" vorwerfen, da sie sich als Männer für ein reines Frauenturnier angemeldet hatten.

Rigilio und der Rest des Teams zeigen sich enttäuscht, missverstanden und fühlen sich diskriminiert. Der Veranstalter von Munich Finest Gaming erklärt Buzzfeed, dass eine Teilnahme durchaus möglich wäre, wenn sie in einem Ausweisdokument nachweisen könnten, dass sie tatsächlich als weiblich angesehen werden.

Das kann allerdings kein Teammitglied nachweisen. Munich Finest Gaming zeigt Verständnis für die damit einhergehende Enttäuschung des Teams, bleibt aber hart. Das begründet der Veranstalter damit, dass es sich um eine Veranstaltung in Deutschland handelt und das offizielle Geschlecht im Pass zu finden sei. Nur danach könnte der Veranstalter gehen. Wohl auch, um in Zukunft keine Türen zu öffnen, die Täuschungsversuche erlauben, denn dieses sei durchaus schon vorgekommen.

Rigilio und ihre Freundinnen sind am Boden zerstört, da ihnen gerade das Zocken über viele Tiefs ihres doch mitunter herausfordernden Alltags als Transgender-Frauen geholfen hat.

Transgender in Spielen und auch in der Gamer-Community führen meist noch ein Schattendasein, wie auch dieser Fall zeigt. Es kam auch bereits zu offenen Diskriminierungen gegen Transgender und Homosexuelle von Seiten eines Entwicklers.

Counter-Strike Global Offensive hat schon so einige Geschichten zu bieten. Viele davon auch abseits des eigentlichen Spiels, wie jetzt auch der Fall des Transgender-Teams, dem "Täuschung" vorgeworfen wird.

Tags: E-Sport   Multiplayer   Online-Zwang   Politik  

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