Pokémon Go: Russischer Spieler wegen Spielen in der Kirche verurteilt

von Sören Wetterau (12. Mai 2017)

Eine Verurteilung ist erfolgt, dennoch ist die Angelegenheit für Ruslan Sokolovsky glimpflich ausgegangen: Der russische Blogger wurde im September 2016 verhaftet, weil er in einer Kirche Pokémon Go gespielt hat. Ein Gericht in Jekaterinburg hat nun das Urteil gefällt: Dreieinhalb Jahre auf Bewährung und gemeinnützige Arbeit wegen "Anstiftung zum Hass und Verletzen religiöser Gefühle".

Ein vergleichsweise mildes Urteil, denn Sokolovsky hätte es auch viel schlimmer erwischen können. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde eine dreieinhalb Jahre lange Haft in einem Straflager gefordert. Um diesen Aufenthalt ist der 22-Jährige erst einmal drumherum gekommen.

(Quelle: Youtube, Sokolovsky! - das Video, welches Sokolovsky zum Verhängnis wurde)

Sokolovsky wurde nicht ausschließlich wegen der Verletzung religöser Gefühle vor Gericht gebracht, sondern auch wegen Verdacht auf Extremismus. In früheren Videos hätten die russischen Behörden Anzeichen erkannt, dass der Youtuber in seinen Videos "Hass und Feindschaft schüre", so ein Bericht der Tageszeitung TAZ.

Außerdem sollen die Fahnder geringe Rauschgiftspuren und einen Stift mit eingebauter Kamera entdeckt haben, die beide offenbar keine Auswirkungen auf das Strafmaß genommen haben.

Pokémon Go ist damit um eine weitere Geschichte reicher, die, so zeigt die Vergangenheit, nicht immer positiv für Spieler ausgegangen sind. Ein belgisches Dorf hat zum Beispiel schon Geldstrafen gegen Spieler des Smartphone-Spiels durchgesetzt. In China und im Iran ist Pokémon Go sogar gleich ganz verboten.

2016 war das Jahr von Pokémon Go: Im Sommer eroberte das Smartphone-Spiel die Welt und lockte hunderttausende Menschen auf die Straße. Der Hype war riesig und flaute erst Monate später nach und nach ab.

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Tags: Politik   Free 2 play  

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