Test Injustice 2: Die DC-Prügelorgie geht in die zweite Runde

von Emily Schuhmann (18. Mai 2017)

Gerade hat die Menschheit sich vom letzten größenwahnsinnigen Alien erholt, da macht schon der nächste Außerirdische Probleme. Und auch im übrigen DC-Multiversum herrscht nichts als Chaos.

Ein Prügelspiel und eine filmreife Geschichte sind unvereinbar? Wer so denkt, hatte noch nicht das Vergnügen, über die gemeinsamen Projekte von NetherRealm Studios und Comic-Gigant DC zu stolpern. Schon das 2013 erschienene Injustice - Götter unter uns erntete viel Lob für seine ungewöhnlich spannende Kampagne, und sein Nachfolger will alles noch besser machen. Wir haben für euch getestet, ob Injustice 2 diesen hohen Ansprüchen gerecht wird.

Die Grenze zwischen Gut und Böse ist in den "Injustice"-Spielen sehr schwammig. Im ersten Teil ernannte sich ausgerechnet Superman nach einem tragischen Vorfall zum Herrscher der Erde. Batman führte den Widerstand gegen ihn an und dank interdimensionaler Unterstützung gelang es ihm, den tyrannischen Kryptonier zu stürzen. Injustice 2 setzt diese Geschichte fort. Zwar ist Superman weggesperrt, aber mit Brainiac wartet schon der nächste gefährliche Außerirdische auf seine Chance, der Erde Probleme zu bereiten. Um dem skrupellosen Wissenssammler Einhalt zu gebieten und den Planeten zu retten, raufen sich sogar frühere Feinde zusammen.

Abwechslung garantiert

Euch erwarten in der Kampagne knapp zwei Stunden Filmsequenzen, die inhaltlich und grafisch perfekt in geschichtsrelevante Kämpfe übergehen. Insgesamt bietet die Geschichte um den Kampf gegen Brainiac ungefähr sechs bis acht Stunden Beschäftigung. Und die könnt ihr gücklicherweise ohne technische Probleme genießen. Gerade für Spiele dieser Art ist ein ruckelfreies Spielgeschehen essenziell und hier macht Injustice 2 eine wirklich gute Figur. Die Animationen sind abwechslungsreich, immer flüssig und durch das hohe Tempo der Kämpfe fällt es kaum auf, wenn doch mal ein Bein durch einen Umhang clippt. Warum müssen Superheldenkostüme auch so unpraktisch sein?

Die detaillierten Arenen sind nicht nur schön anzusehen, ihr könnt Teile davon sogar im Kampf einsetzen.Die detaillierten Arenen sind nicht nur schön anzusehen, ihr könnt Teile davon sogar im Kampf einsetzen.

Während der Geschichte ist euer Kämpfer meist vorgegeben, aber außerhalb könnt ihr zwischen vorerst 29 Helden und Schurken wählen. Es liegt an euch, ob ihr als Black Adam magische Kräfte einsetzen wollt oder lieber Catwomans Peitsche knallen lasst. Jeder Charakter spielt sich anders, nutzt unterschiedliche Kampfstile und besitzt individuelle Fähigkeiten. Red Lantern Atrocitus etwa ruft seinen Partner, den ehemaligen Hauskater Dex-Starr zu Hilfe und Green Arrow setzt seine namensgebenden Pfeile ein. In speziellen Tutorials könnt ihr euch mit den Eigenheiten jedes Einzelnen vertraut machen.

Ganz individuell

Nimmt euer Kämpfer Schaden oder trefft ihr euren Widersacher mit Spezialattacken, füllt sich eine Leiste am unteren Bildschirmrand. Ist sie voll, könnt ihr einen Superangriff auslösen. In NetherRealm Studios' brutaler "Mortal Kombat"-Serie würde es bei der folgenden Filmsequenz sicher blutig zugehen. Injustice 2 setzt den Fokus stattdessen auf Action. Beispielsweise nimmt euch Supergirl mit auf einen Ausflug zur Sonne und Poison Ivy, Aquaman und Harley Quinn lassen ihre niedlichen ... Haustiere auf euch los.

Abgesehen von all diesen Spezialaktionen, bleiben euch natürlich auch noch die guten alten Tastenkombinationen, um Gegner auf die Bretter zu schicken. Die Steuerung lässt sich ganz nach euren Wünschen anpassen und auch die Charaktere könnt ihr durch das umfangreiche Ausrüstungssystem verändern. Das betrifft nicht nur die Optik, sondern auch wie sich ein Charakter spielt. Mit jedem Duell erhalten die Kämpfer Erfahrungspunkte, die ihre Stufe und damit ihre Werte erhöhen und manchmal werdet ihr auch mit Ausrüstungsgegenständen belohnt. Skeptiker dürfen übrigens aufatmen: Durch den Einsatz von Echtgeld lassen sich nur Skins ohne Werte und keinerlei spielerische Vorteile kaufen.

Reichlich zu tun

Hauptquelle für Ausrüstung sind die sogenannten Motherboxen, die ihr vor allem im neuen Multiversum gewinnen könnt – die Lebenden Türme aus Mortal Kombat X standen Modell für diesen Modus. Auf den unendlichen Erden warten stündlich, täglich oder wöchentlich wechselnde Aufgaben auf euch. Besonders die abwechslungsreichen Modifikationen machen diesen Modus spannend. Ein schwankender Bildschirm oder plötzlicher Sekundenschlaf kann so manche Taktik durcheinanderbringen.

Bei diesem Kampf im Multiversum erlaubt euch die Sidekick-Modifikation, Robin zu Hilfe zu rufen.Bei diesem Kampf im Multiversum erlaubt euch die Sidekick-Modifikation, Robin zu Hilfe zu rufen.

Und auch wenn ihr Lust auf Gesellschaft habt, hat Injustice 2 einiges zu bieten. Sowohl mit Freunden auf dem Sofa wie auch mit Gegnern auf der ganzen Welt, könnt ihr euch im Mehrspieler-Modus messen. Online beeinflussen Charakterstufe und Ausrüstung das Kampfgeschehen nicht. Offline könnt ihr wählen, ob eure erspielten Verbesserungen einen Effekt haben sollen oder ob ihr ein faires Duell bevorzugt. Aber kann man in einer Welt voller übermächtiger Superhelden und Bösewichte überhaupt von Fairness sprechen? Hauptsache ihr habt Spaß!

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