Vorschau Dreadnought: Energie zu den Waffen und auf in die Schlacht!

von Emily Schuhmann (23. Mai 2017)

Den hektischen Kampfalltag eines Raumschiffkapitäns könnt ihr in allerlei Serien miterleben, aber in Dreadnought schlüpft ihr selbst in die Rolle des Kommandoinhabers.

Treffen sich Han Solo, Commander Adama und Jean-Luc Picard ... Klingt wie der Anfang eines schlechten Witzes, ist aber eine Grundidee von Dreadnought. Statt einem Weltraumshooter bei dem es hauptsächlich auf schnelle Reaktionen ankommt, erwarten euch entschleunigte, taktische Schlachten mit unterschiedlichen Raumschiffklassen. Inspiration dafür waren die genannten Kapitäne aus berühmten "Science Fiction"-Geschichten und ihre Schiffe. Bei der klaren Rollenverteilung innerhalb eines Teams haben sich die Entwickler vor allem von Team Fortress 2 beeinflussen lassen.

Viele Schüler zeichnen im Unterricht lieber als aufzupassen, und Mathias Wiese war da keine Ausnahme. Seiner DDR-Lehrerin waren die Motive rund um die US-Serie Airwolf allerdings zu amerikanisch und so brachte er statt Helikoptern Raumschiffe aufs Papier. Zwar ist er längst kein Schüler mehr, aber die Faszination ist geblieben, und als Gründungsmitglied und Art Director des Berliner Entwicklerstudios Yager darf er sie frei ausleben. Nach dem gleichnamigen Spiel Yager von 2003 geht es im neuen Dreadnought erneut um Raumschiffschlachten, aber um ein ganz anderes Kaliber. Wir haben den Entwicklern einen Besuch abgestattet, um einen genauen Blick auf das "Free to Play"-Spiel zu werfen.

Massig Handlungspotenzial

Yager bewies mit Spec Ops - The Line, dass sie erzählerisch einiges auf dem Kasten haben. Dieses Mal müsst ihr euch die Hintergrundgeschichte aus Gegenstandsbeschreibungen und Kurzgeschichten auf der Homepage von Dreadnought zusammenpuzzlen; eine Kampagne gibt es nicht. Einige Hinweise zu Schlachten und wichtigen Personen liefern beispielsweise die sogenannten Heldenschiffe, die ihr euch mit echtem Geld kaufen könnt. So erfahrt ihr, dass die Kapitäne der Weltraumkreuzer meistens als Söldner agieren, und wer heute der Feind war, könnte morgen ein Verbündeter sein. Diese unklaren Beziehungen sorgen dafür, dass die Besatzungen gegnerischer Schiffe nach einem Kampf sogar häufig zusammen etwas trinken gehen.

Bix ist eine Legende unter den Kapitänen und erklärt euch auf der "Morningstar" eure Aufgaben.Bix ist eine Legende unter den Kapitänen und erklärt euch auf der "Morningstar" eure Aufgaben.

In Dreadnought steuert ihr fliegende Festungen über unterschiedliche Karten, die im gesamten Sonnensystem verteilt sind. Euer taktisches Geschick könnt ihr unter anderem auf dem offenen Gebiet der "Rings of Saturn" und bald auch auf der eher vertikal ausgerichteten Karte "Ixion" beweisen. Dabei spielt ihr auf der PlayStation 4 fünf gegen fünf, am PC acht gegen acht. Mathias Wiese erzählt, dass der Spieler sich ursprünglich wirklich wie der Kapitän auf der Brücke fühlen und das Geschehen aus der Egoperspektive überblicken sollte. Diese ungewöhnliche Perspektive stellte sich aber als zu unübersichtlich heraus und die Entwickler entschieden sich stattdessen für einen Blickwinkel, in dem ihr euer Schiff und das Kampfgeschehen besser im Auge habt.

Kommandiert eure Flotte

Was ihr seht, sind in den meisten Spielmodi zwei Teams, die vorzugsweise aus unterschiedlichen Schiffsklassen bestehen. Da wären zum einen die gigantischen, namensgebenden Dreadnoughts, die zwar extrem schwerfällig sind, dafür aber einstecken können. Größentechnische direkt dahinter liegen zum anderen die Destroyer. Sie sind wendiger, halten weniger aus, aber können vernichtenden Schaden austeilen. Als einzige Klasse verfügt dieser Schiffstyp über eine Nahkampfwaffe: die Plasmaramme. Die Idee dazu stammt aus den Reihen der Spieler und sie erlaubt es euch, geradewegs in eure Gegner hineinzufliegen. Die beiden Cruiser Typen, Tactical und Artillery, sind meistens mittelgroße Schiffe mit durchschnittlicher Geschwindigkeit.

Tacticals sind die Unterstützer des Spiels, sie können ihre Verbündeten heilen und so spielentscheidend sein. Die Artillery Cruiser erinnern mit ihrer schlanken Form an ein Scharfschützengewehr und haben eine ähnliche Funktion. Aufgrund ihrer Schadensanfälligkeit sollten sie im Hintergrund bleiben, aber wehe sie nehmen euch ins Visier. Zu guter Letzt wären da noch die Corvettes. Kleine Schiffe, die durch ihre hohe Mobilität für Chaos auf dem Schlachtfeld sorgen können. Durch Warpsprünge und ähnliche Manöver sind sie kaum vom Himmel zu holen. Vor jedem Kampf könnt ihr eine Flotte aus unterschiedlichen Schiffen für euch festlegen. Merkt ihr im Kampf beispielsweise, dass euer Team mehr Heilung braucht, könnt ihr reagieren und zu einem Tactical Cruiser wechseln.

Taktisch statt rasant

Insgesamt könnt ihr momentan aus über 50 Schiffen wählen, aufgeteilt auf fünf Klassen, drei Ränge und drei Manufakturen. Neben dem Design gibt es auch Unterschiede in den spielerischen Schwerpunkten. Durch Offiziersschulungen und Module könnt ihr sie und euren Spielstil noch weiter individualisieren und verbessern. Optische Verschönerungen gibt es zwar gegen Echtgeld, aber Yager legt großen Wert darauf, dass der Einsatz einer Kreditkarte keine Kämpfe entscheidet. Mit dem käuflichen Elite-Status beschleunigt sich zwar der Gewinn von Erfahrungspunkten und der Spielwährung Credits, aber das macht euch nicht automatisch zum Profi. Für die Entwickler war es wichtig, dass die übrige Spielerschaft diese zahlenden Spieler nicht als etwas Schlechtes sieht. Befindet sich jemand mit Elite-Status in eurem Team, bekommt deshalb auch ihr einen Bonus.

Durch eine einheitliche Farbe oder Embleme könnt ihr eure Teamzugehörigkeit signalisieren.Durch eine einheitliche Farbe oder Embleme könnt ihr eure Teamzugehörigkeit signalisieren.

In Team Elimination habt ihr quasi nur ein Leben. Nach eurem Tod kommt ihr zwar als kleiner Jet zurück, aber der kann kaum noch etwas ausrichten. Das klassische Team Deathmatch erlaubt euch nach eurem Tod den Wiedereinstieg mit demselben oder einem anderen Schiff eurer Flotte. Onslaught existiert bisher nur auf dem PC und addiert von der KI gesteuerte Schiffe zu dem Getümmel eines normalen Team Deathmatch hinzu. Holt ihr diese vom Himmel, bekommt ihr ebenfalls Punkte. Der Havoc-Modus existiert bisher nur auf der PS4. Gemeinsam mit zwei anderen Spielern stellt ihr euch hier Gegnerwellen entgegen. Nach jeder Runde bekommt ihr Punkte, für die ihr euch Verbesserungen kaufen könnt und nach sieben Runden wartet ein Boss auf euch.

Kontrollprobleme

Die Steuerung auf PC und Konsole fällt unterschiedlich aus. Neben der Bewegung in der Horizontalen und Vertikalen, müsst ihr auch Fähigkeiten und Energie im Auge behalten. Mit Tastatur und Maus fühlt sich das alles etwas kompliziert, aber immerhin durchaus exakt an. Jede Funktion hat ihren Platz und das genaue Zielen ist kein Problem. Die Closed Beta auf der PS4 zeigt, dass es hier noch Nachholbedarf gibt. Besonders die Artillery Cruiser leiden unter der Ungenauigkeit der Analogsticks. Zwar lassen sich einige technische Fehler durch den Beta-Status der Konsolenvariante erklären, aber hier muss Yager auf jeden Fall noch nachlegen. Unglücklich ist es beispielsweise, dass ihr zum Waffenwechsel eure Schubdüsen unterbrechen oder merkwürdige Fingerakrobatik ausführen müsst. Verdienterweise sogar von Sony gelobt, ist hingegen die Nutzung des Touchpads. Das Stiefkind des Controllers ist für die Energie-Verteilung zuständig und wird durch Wischen bedient.

Wie ein richtiger Kapitän könnt ihr die Energie eures Raumschiffs auf Antrieb, Waffen oder Schilde legen.Wie ein richtiger Kapitän könnt ihr die Energie eures Raumschiffs auf Antrieb, Waffen oder Schilde legen.

Seit dem 16. Mai ist die Beta auf dem PC für alle Spieler offen und ungefähr Mitte bis Ende Juli, möchten die Entwickler diesen Schritt auch auf der PlayStation 4 machen. Bis dahin könnt ihr euch auf der offiziellen Seite schon mal registrieren oder die PC-Variante direkt herunterladen und euch ins Schlachtgeschehen stürzen. Plattformübergreifendes Spielen ist bisher nicht vorgesehen, genau so wenig wie eine Version für die Xbox One. Bisher steht noch kein Veröffentlichungstermin für das fertige Spiel fest.

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Tags: Beta   Deathmatch   Free 2 play   Multiplayer   Science-Fiction  

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