Test ARMS: Schere, Stein, schwingende Faust

von Michael Krüger (07. Juni 2017)

Habt ihr gedacht, ARMS sei nur eine Tech-Demo für die Bewegungssteuerung der Joy-Cons der Nintendo Switch, solltet ihr genauer hinsehen. Denn im Kern ist ARMS ein forderndes Prügelspiel.

Damit eure Nintendo Switch nicht einstaubt, kommt ARMS vermutlich gerade rechtzeitig. Die Formel ist allerdings zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Immerhin handelt es sich dabei um ein Prügelspiel, das vorrangig auf die Eingabe mittels echter Bewegungen setzt. Zwar kann zur Not ein normaler Controller verwendet werden, das nimmt dem Spiel allerdings etwas den Reiz.

Sprungfedern statt Arme weiten den Raum in Kämpfen aus, so dass genügend Platz für eine Bewegungssteuerung bleibt. Garniert wird das Ganze mit gewohnt bunten Charakteren und der typischen guten Laune, für die Nintendo-Spiele bekannt sind. Stilistisch zwischen Lucha Libre und brasilianischem Karneval lädt euch ARMS zu ungewöhnlichen Faustkämpfen ein.

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Doch nicht Standard

Eine Handlung oder tiefgründige Hintergrundgeschichten findet ihr in ARMS nicht. Stattdessen konzentriert sich das Spiel voll und ganz auf das Kampfgeschehen. In bunten Arenen, die sich auf dem Globus verteilen, treten seltsame Persönlichkeiten wie Spring Man und Ribbon Girl gegeneinander an. Ein wenig einfallslos wirken die Namen und Figuren teilweise schon, doch irgendwie sind sie trotzdem recht charmant.

Jeder Kämpfer bringt eine eigene Arena mit.Jeder Kämpfer bringt eine eigene Arena mit.

Ein flinker Ninja, ein Roboter-Polizist oder auch eine muskulöse Mumie - Charaktere wie diese gewinnen heutzutage vermutlich einfach keinen Preis für Innovation. Hierfür sind dann in ARMS eher die Spielmechaniken verantwortlich. Da eure Arme aus Sprungfedern bestehen und eure Handschuhe über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen, ergibt sich nämlich durchaus eine ganze Reihe interessanter Taktiken.

Greift ihr an, habt ihr die Wahl zwischen geraden und kurvigen Schlägen. Diesen entkommt ihr auf der anderen Seite durch Ausweichen oder Blocken. In beiden Fällen macht ihr euch dafür anfällig für Griffe. Diese könnt ihr wiederum durch Schläge blocken. Ähnlich wie bei "Schere - Stein - Papier stehen sich die Möglichkeiten gegenüber und setzen auf Prognosen des gegnerischen Verhaltens.

Angenehme Lernkurve

Für Abwechslung sorgen die besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten der Handschuhe. Manche bewegen sich schneller, manche langsamer. Auch die Bewegungsmuster unterschieden sich. Die Variationen reichen von starken, dafür langsamen Metallkugeln, über schwingende Peitschen bis hin zu kleinen Dreifach-Raketen, die sich breit auffächern.

Min Min besitzt einen schießenden Drachen-Arm. Ihre Arena ist eine riesige Nudelschüssel.Min Min besitzt einen schießenden Drachen-Arm. Ihre Arena ist eine riesige Nudelschüssel.

Zusammen mit aufladbaren Zusatzeffekten, wie Strom oder Feuer, ergeben sich spannende Kämpfe. Erste Erfolge erreicht ihr schnell, merkt jedoch auch bald, dass Übung ein wichtiger Bestandteil des Spiels ist, denn besonders ab der Hälfte der zehn Schwierigkeitsgrade verlangt euch ARMS einiges ab. Damit seid ihr dann aber auch gut auf den Mehrspielermodus vorbereitet.

Hier tretet ihr in allen verfügbaren Disziplinen gegen andere Spieler an. Neben den klassischen Kämpfen warten eine Art Volleyball, 1 vs 100, Zielscheibenschießen und Basketball auf euch. Letzteres funktioniert dabei ohne Ball. Ziel ist es nämlich, den Gegner in den Korb zu werfen. Sämtliche Varianten spielt ihr wahlweise alleine oder in Zweier-Teams. Und zu zweit vorm Fernseher die Fäuste schwingen macht gleich nochmal so viel Spaß. Denn ARMS zeigt besonders im kooperativen Spiel ein paar unerwartete Stärken.

Meinung von Michael Krüger

Grundsätzlich ist ARMS ein gutes Spiel. Freischaltbare Inhalte motivieren zu langen Spielsitzungen und die Steuerung ist präzise und gleichzeitig unterhaltsam. Der Umfang ist dafür etwas dürftig. Weder die Auswahl an Kämpfern, noch die an Aktivitäten ist so richtig groß. Zwar sollen wie bei Splatoon regelmäßig kostenlose Updates erscheinen, doch lässt sich aktuell nur der momentane Umfang bewerten, und der ist nun einmal ein wenig mager. Fragwürdig ist auch die Tatsache, warum zwar im Mehrspielermodus zwei Spieler-Profile Fortschritte sammeln können, nicht aber innerhalb der Einzelspieler-Inhalte. Da wurde die Einbindung eines zweiten lokalen Spielers wohl einfach nicht zu Ende gedacht.

Mit der Hoffnung darauf, dass genannte Kritikpunkte dank künftiger Aktualisierungen bald der Vergangenheit angehören, gibt es an ARMS eigentlich kaum etwas auszusetzen. Auch wenn die Figuren nicht so richtig originell sind, versprühen sie doch einen gewissen Charme und scharen teilweise bereits ganze Fan-Gruppen im Internet um sich. Sowohl die Balance der Kämpfer als auch der Arme und ganz besonders der Spielmechaniken ist durchweg gelungen, und der Unterhaltungswert ist nicht nur für Fans von Prügelspielen groß. ARMS fühlt sich frisch an, ist leicht zugänglich und lässt gleichzeitig genug Spielraum für fortgeschrittene Spieler. Und darauf kommt es ja letztendlich bei Spielen dieser Art an.

78

meint: Die Idee der Feder-Arme geht auf und macht Spaß. Trotz des aktuell noch relativ geringen Umfangs liefert ARMS fetzige Unterhaltung für einige Stunden.

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Tags: Singleplayer   Koop-Modus   Multiplayer  

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