Test Crash Bandicoot N. Sane Trilogy: Verrückte, kunterbunte Neuauflage hoch drei

von Emily Schuhmann (29. Juni 2017)

Sega hat Sonic, Nintendo hat Mario und für Sony war Crash Bandicoot lange Zeit das Maskottchen. Noch längere Zeit war es still um ihn, jetzt meldet er sich mit einem neuen, alten Abenteuer zurück.

Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass der ikonische Beutelwolf Crash Bandicoot in seinem letzten Abenteuer über die Bildschirme gewirbelt ist. Seit dem ersten Auftritt auf der PlayStation 1996 erschienen insgesamt 17 Spiele rund um den verrückten Wirbelwind. Dabei musste sich der oft als "Sonys Mario" bezeichnete Crash schon unterschiedlichen Aufgaben stellen. Autorennen, Mutantenreiten, Erkundung von verlassenen Ruinen à la Indiana Jones, alles war schon vertreten.

Die ursprüngliche Trilogie um den antromorphen, im wahrsten Sinne des Wortes abgedrehten Crash war der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Über 40 Millionen Expemplare der im Laufe der vergangenen Jahre erschienenen Spiele verkauften sich weltweit. Seit der Veröffentlichung von Crash Bandicoot - Nitro Kart 2 2010 blieb es aber ruhig um die Serie. Zwar müssen Fans noch immer auf ein neues Abenteuer warten, aber auf der E3 2016 wurde immerhin eine komplett überarbeitete Version der ersten drei Spiele angekündigt, und jetzt erscheint Crash Bandicoot N. Sane Trilogy vorraussichtlich morgen, am 30. Juni 2017, für die PlayStation 4. Wir haben für euch einen Blick auf die Neuauflage geworfen.

Überarbeiteter Wahnsinn

Ein Remake ist für Spieler die die Ur-Version kennen meist mit sehr hohen Erwartungen und großen Gefühlen verbunden. Bei Crash setzen schon in den ersten paar Sekunden diese nostalgischen Gefühle ein, denn wirklich alles erinnert an die Vorlage. Der Soundtrack, die Grafik, die unmöglichen Kamerawinkel und damit verbundenen Sprünge in den Tod, während man vor einem Felsen davonläuft. Auch die Bewegungsmöglichkeiten sind so eingeschränkt wie eh und je. Statt in offennen Gebieten, rennt und wirbelt ihr durch schlauchartige Levels, bei denen die unbewegliche Kamera immer mal wieder zum Fluchen verleitet.

Das Wasser in der Neuauflage sieht toll aus, tötet Crash aber leider bei Kontakt.Das Wasser in der Neuauflage sieht toll aus, tötet Crash aber leider bei Kontakt.

Die Neuauflage des Retro-Klassikers Wonderboy - The Dragons Trap besitzt die Möglichkeit, zwischen alter und neuer Grafik umzuschalten, und auch die Levels in Crash Bandicoot sehen so aus, dass so eine Option vermutlich möglich gewesen wäre. Das weckt mit schöner Regelmäßigkeit Erinnerungen an stundenlange Versuche, eine besonders vertrackte Stelle endlich zu schaffen. Wenn man Crash eines nicht nachsagen kann, dann dass seine Abenteuer zu einfach sind. An manchen Abschnitten muss der Controller wirklich Angst haben, an der nächsten Wand zu landen.

Auftritt Crash

Der erste Teil ist, was die Herausforderung für den Spieler anbelangt, vermutlich am heftigsten. Im Gegensatz zu den späteren Spielen gibt es hier keine Lobby, in der ihr Level anwählen könnt, sondern ihr müsst sie in einer festgelegten Reihenfolge abschließen. Zu Beginn bekommt ihr eine kurze Einleitung, in der ihr die Hauptcharaktere der Geschichte kennenlernt: den wahnsinnigen Dr. Neo Cortex und den von ihm erschaffenen Crash, der so gar keine Lust hat, auf sein Herrchen zu hören. Auch Crashs Freundin Cindy wird euch vorgestellt. Um Bonuswelten zu betreten braucht ihr Marken mit ihrem Gesicht, aber abgesehen davon ist sie nur eine typische Prinzessin in Nöten.

Meistens könnt ihr wählen, ob ihr lieber das Leben von Crash oder Coco riskieren wollt.Meistens könnt ihr wählen, ob ihr lieber das Leben von Crash oder Coco riskieren wollt.

Wesentlich interessanter ist da Coco, Crashs geniale Schwester. Sie ist ebenfalls ein Produkt von Cortex' Experimenten und ebenso unwillig ihm zu gehorchen wie ihr großer Bruder. Bei eurer Reise über die Wumpa-Inseln könnt ihr ab einem gewissen Punkt zwischen den beiden Geschwistern wählen. Spielerisch macht das aber keinen Unterschied.

Jedes Level läuft nach dem selben Prinzip ab: Zerstöre alle Kisten und erreiche das Ziel ohne vorher von wildgewordenen Affen, rollenden Felskugeln oder Fallgruben aufgehalten zu werden. Und das ist leichter gesagt als getan, denn die Steuerung ist gleich geblieben. Übrigens landet jede Box, die ihr nicht zu Kleinholz verarbeitet, später auf eurem Kopf. Das ist nicht nur demütigend, sondern dauert auch eine kleine Ewigkeit.

Weltherrschaft durch Kristalle

Alle drei Spiele der Trilogie haben denselben Stil, dieselben spielbaren Charaktere und dieselben Mechaniken. Dadurch ist der Wechsel vom einen ins andere fließend und ihr müsst euch nicht erst umgewöhnen. Dennoch gibt es einige spürbare Veränderungen. Im zweiten Teil Crash Bandicoot 2 - Cortex Strikes Back bekommen Coco und Crash beispielsweise die Fähigkeit über den Boden zu rutschen und zu krabbeln. Glücklichweise kam auch jemand auf die großartige Idee, euch am Ende des Levels nicht mehr mit Kisten zu bewerfen. Bonuswelten erfordern ab jetzt auch keine besonderen Marken mehr. Um sie zu betreten, müsst ihr einfach nur eine Fragezeichen-Plattform finden.

Die Handlung ist schnell erklärt. Cortex will wieder die Weltherrschaft erlangen und verfrachtet Crash in eine Art Turm, in dessen Stockwerken immer fünf Level und ein Boss warten. Einfach nur die Level zu überstehen reicht jetzt nicht mehr, ihr müsst in jedem Gebiet vorher einen Kristall finden. Damit will der Herr Doktor die Macht an sich reißen.

Möglichst viele Wumpa-Früchte einzusammeln sollte ebenfalls eine eurer Prioritäten sein. Für jeweils hundert dieser Hybriden aus Apfel und Mango erhaltet ihr nämlich ein zusätzliches Leben und das kann verdammt viel wert sein. Endlich den nächsten Checkpoint zu erreichen und zu wissen, dass er in dem Moment nutzlos ist, weil der nächste Tod sowieso Game Over bedeutet, das ist einfach ein grausames Gefühl.

Wenn man denkt es geht nicht verrückter ...

Stets an Crashs und Cocos Seite ist in allen Spielen die Tiki-Maske Aku Aku. Befreit ihr sie aus ihren Kisten, schützt sie euch einmal davor Schaden zu nehmen. So lang sie euch begleitet, stellen Gegnerangriffe und sogar die Nitro- und TNT-Boxen keine Gefahr mehr für euch dar. Leider ist der Schutz vor der häufigsten Todesart, selbstverschuldete Stürze in etwaige Abgründe, nicht mitinbegriffen.

Im dritten Teil der Trilogie Crash Bandicoot 3 - Warped schafft es der böse Zwilling dieser guten Maske aus seinem Gefängnis zu entkommen und gemeinsam mit Cortex macht Uka Uka euch das Leben schwer.

Als wäre ein großköpfiger Bösewicht nicht schon genug, hier gibt es gleich zwei davon.Als wäre ein großköpfiger Bösewicht nicht schon genug, hier gibt es gleich zwei davon.

Wie schon in Cortex Strikes Back könnt ihr wählen, welches Level ihr wann spielen möchtet, und dieses Mal geht es wirklich verrückt zu. Bei eurem Versuch das Duo aufzuhalten, reist ihr per Warp-Portal einmal quer durch die Zeitalter. Eine steinzeitliche Verfolgungsjagd, bei der euch ein Triceratops auf den Fersen ist, Tiefseetauchen, Autorennen, ein Ritt auf einem Tiger über die große Mauer von China und viele andere Absonderlichkeiten erwarten euch. Auch hier gibt es wieder Bosskämpfe und jeder Sieg belohnt euch mit einer neuen Fähigkeit. Das Remake behält wirklich alles bei, was Crash Bandicoot ausmacht: Level die keine Fehler verzeihen, kunterbunter Wahnsinn und eine Menge Spielspaß.

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Tags: Remake  

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