Test Micro Machines World Series: Kleine Raser in zu großen Fußstapfen

von Thomas Stuchlik (04. Juli 2017)

Diese Rennspiel-Reihe ist Kult: Seit 1991 heizt ihr mit winzigen Spielzeugfahrzeugen um die Wette. Doch kann das uralte Spielprinzip mit dem neuesten Ableger World Series immer noch überzeugen?

1991 erschuf Entwickler Codemasters mit Micro Machines einen Raser-Partyhit für maximal vier Spieler. Ein Erfolg, an den das neu erschienene Micro Machines World Series anknüpfen will. Dabei halten sich die Macher nicht nur an alte Serienstärken. Nach wie vor tretet ihr aus der Vogelperspektive auf ausgefallenen Pisten mit driftlastigen Gefährten an.

Die zwölf enthaltenen Fahrzeuge rangieren zwischen Monster-Truck, Krankenwagen, Panzer und Pistenraupe. Selbige verhalten sich auf der Piste mal mehr, mal weniger schleuderfreudig, sind aber allesamt identisch schnell. Das wendige Fahrverhalten ist flott erlernt und erfordert auch wegen der ungewohnten, stark begrenzten Spielperspektive ein gutes Reaktionsvermögen. Bei normalen Rennen besteht deshalb Chancengleichheit. Bei den neu eingeführten Schlachten verfügen die Wägelchen jedoch über spezifische Bewaffnung.

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Turbulente Mini-Raserei

Dank ihres Miniatur-Formates rasen die Spielzeugautos auf ungewohntem Terrain herum. Schließlich siedeln sich die zehn Pisten meist in häuslichen Umgebungen auf unterschiedlichsten Tischen an. Dabei dienen auch mal Toastscheiben als Schanzen und Bleistifte als Streckenbegrenzung.

Für ein Kaffeekränzchen bleibt keine Zeit! Mit Vollgas und Waffengewalt kämpft ihr um Platz 1.Für ein Kaffeekränzchen bleibt keine Zeit! Mit Vollgas und Waffengewalt kämpft ihr um Platz 1.

Als Kulisse kommt unter anderem ein Pokertisch mitsamt Karten und Chips oder eine Werkbank mit übergroßen Gerätschaften zum Einsatz. Auf weiteren Kursen heizt ihr vorbei an Bücherstapeln, Hausaufgaben oder grünen Spielzeugarmeen. Optisch wie spielerisch wird immer wieder Überraschendes geboten. Beispielsweise verschluckt ein Toaster am Frühstückstisch das gesamte Fahrerfeld und spuckt es wieder aus. Einige Randobjekte wie Würfelzucker oder Backwaren agieren obendrein als Hindernisse, um euch auszubremsen.

Witzig sind auch Details im Hintergrund, wie beispielsweise ein freudiger Hund, der kurz davor ist, auf den Tisch zu springen. Mangelndes Können kompensiert ihr auch bei normalen Rennen mit Waffengewalt. Genauso wie beim Genremeister Mario Kart sammelt ihr zufällige Power-Ups auf. Mit Rakete, Nerf-Gun oder Hammer bedrängt ihr Gegner vor euch. Ebenso praktisch sind enge Abkürzungen, die ihr vielleicht erst bei wiederholten Fahrten entdeckt. Dennoch werden viele Rennen nicht durch Können, sondern das richtige Extra zur richtigen Zeit entschieden.

Die Kampfarena ruft

Etwas ungewöhnlich für den neuesten Ableger einer der kultigsten Local-Multiplayer-Serien: Der Schwerpunkt wird klar auf Online-Veranstaltungen gelegt. Zwar dürfen wie schon im Original offline vier Spieler an einem Bildschirm an den Start gehen – ganz ohne Splitscreen. Doch erst online wächst das Fahrerfeld auf 12 Teilnehmer. Fehlende Mitspieler werden dabei durch Computerraser ersetzt.

Nur bei den turbulenten Schlachten nutzen die Fahrzeuge ihre speziellen Fähigkeiten.Nur bei den turbulenten Schlachten nutzen die Fahrzeuge ihre speziellen Fähigkeiten.

Neben normalen Rennen tretet ihr zu Ausscheidungswettbewerben an. Dabei scheidet der Fahrer aus, der zu langsam für den aktuellen Bildausschnitt ist. Außerdem gibt es Arena-Schlachten, ähnlich dem Battle-Mode in Mario Kart. Auch hier gilt wieder: entweder offline zu viert oder online mit 12 Duellanten. Letzteres gefällt mit weitaus größeren Arealen und entsprechend taktischerer Spielweise. Nur in den Schlachten spielen die Fahrzeuge ihre Vorteile mit dreierlei individuellen Waffen aus. Obendrein holt ihr zum aufladbarem Spezialangriff wie beispielsweise einem Luftschlag aus.

Technisch ist Micro Machines nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Zwar gefällt die kunterbunte Kulisse mitsamt Unschärfe-Effekt. Allerdings stechen immer wieder unschöne Polygon-Kanten ins Auge, selbst auf der PS4 Pro. Zumindest beschränken sich Ladezeiten sowie Wartereien bei Online-Modi auf ein Minimum.

Meinung von Thomas Stuchlik

Leider verschenkt die neueste Raserei viel Potenzial. Denn der Umfang in Sachen Wagen und Strecken erscheint etwas dürftig, gerade im Vergleich zu den Vorgängern. Auch der Fokus auf Online-Spiele verschreckt so manchen Fan, denn viele Inhalte fehlen offline einfach. Da müsst ihr mit kleineren Arenen und wenigen Fahrern auskommen. Besonders bitter: Offline mangelt es sogar an Meisterschaften und einem Karriere-Modus. Online dagegen geht es weitaus vielfältiger, chaotischer und spaßiger zu Sache.

Im Spielkern macht Micro Machines World Series seine Sache richtig. Die Kurse sind schick präsentiert, die Rennen schnell und kurzweilig. Das Fahrverhalten empfinde ich als rutschiger als in den anderen Episoden, was jedoch Geschmackssache ist. Freude bringt das Rasen natürlich auch zu viert vor dem heimischen Bildschirm. Dann kommt auch wieder das alte Feeling aus PSone-Zeiten auf. Doch das reicht leider nicht aus, um wirklich länger zu begeistern, erst recht nicht für Einzelspieler.

62

meint: Traditionsreiches Spaß-Rennspiel aus der Vogelperspektive mit dürftiger Ausstattung und (unverständlichem) Schwerpunkt auf Online-Wettbewerbe.

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Tags: Fun   Multiplayer  

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