Key-Reseller: Hauptsache billig!

(Kolumne)

von Daniel Kirschey (08. Juli 2017)

Da schaue ich mir - ganz unschuldig und unbedarft - die Kommentare unter einem Facebook-Posting an. Siehe da, ein Kommentar bringt doch mal die ganze Sauerei der Key-Reseller und ihrer Nutzer in seiner Ignoranz auf den Punkt: "Kriminell oder nicht scheiss drauf haha Hauptsache billige keys [sic!]". Der Schreiberling verzichtet dabei auf Rechtschreibung, Grammatik und andere Nebensächlichkeiten; verziert diesen Erguss aber mit einem Smiley. Passt.

Das Thema der Key-Reseller ist seit Juli wieder aktuell. Das liegt vor allem daran, dass G2A sein AGB geändert hat. Ab nun sind Key-Verkäufer nicht mehr anonym, sondern müssen Namen und Adresse angeben, wie die englischsprachige Seite Polygon berichtet. Ein Zugeständnis der Firma an alle Entwickler und Publisher, die seit einiger Zeit Druck ausüben. Immer wieder ist G2A in der Videospiel-Presse, da Entwickler wie Tiny Build die fehlende Transparenz des Konzerns kritiseren. Da tauchen plötzlich durch Kreditkartenbetrug erworbene Keys massenweise auf G2A auf, aber alle Verkäufer sind anonym und G2A will auch nichts gewusst haben. Das soll sich nun abgeblich ändern.

Noch hängt fast allen Key-Stores die Aura von gestohlenen Keys an. Doch ebenso schlimm, wie die Praktiken dieser Firmen, sind diejenigen, denen es "scheiß egal" ist, dass sie gestohlene Keys kaufen - solange das Spiel möglichst billig ist. Dass dabei Entwickler auf der Strecke bleiben scheint ebenso wurscht zu sein, wie die eigene ethische Haltung zur Problematik.

Der Gedanke "Hauptsache billig!" ist nicht nur in der Videospiel-Szene zu finden. Dieses Phänomen ist überall anzutreffen. Fleisch muss "hauptsache billig" sein; und dann wundern sich die Leute, warum statt Rindfleisch altes, vergammeltes Pferdefleisch in die Lasagne kommt.

Umso mehr Leuten es egal ist, ob die Keys bei Key-Stores von privaten Verkäufern oder anderen auf kriminelle Art und Weise erworben wurden, desto länger wird sich der Handel mit verdächtigen Keys aufrecht erhalten. Am Ende leiden nicht nur Entwickler darunter, die keinen Umsatz machen, sondern auch die Spielenden, die nur noch Triple-A-Spiele serviert bekommen, weil kleine Firmen wie etwa Tiny Build oder andere vor die Hunde gehen. Kein schöner Gedanke.

Wer günstige Spiele will, der kann mit reinem Gewissen in diese Bilderstrecke schauen. Für nur 20 Euro gibt's sieben Spiele mit gut 100 Stunden Spielspaß. Nicht schlecht, oder?

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