Vorschau Knack 2: Diesmal mehr als nur Mittelmaß?

von Thomas Stuchlik (13. Juli 2017)

Zum Start der PS4 Ende 2013 versuchte Sony vergeblich, den bescheidenen Plattformer Knack an den Mann (und Frau) zu bringen. Nun will Teil 2 alles besser machen. Gelingt das?

Das erste Knack bildete unter den Starttiteln der PlayStation 4 eine Überraschung - aber keine positive: Das drollige Hüpfspiel kämpfte mit ungenauer Steuerung, Eintönigkeit und unfairen Checkpoints. Verwunderlich, dass das enttäuschende Werk ausgerechnet vom Hardware-Architekten der PS4 Mark Cerny stammt. Der Entwickler-Boss zeigt sich bei der Vorführung des Nachfolgers jedoch einsichtig und kommentiert: "Es hätte besser sein können". Umso ehrgeiziger ist er, alle Kritikpunkte bei seiner neuesten Kreation Knack 2 auszumerzen.

Die Kernidee hat schon beim Erstling überzeugt. Eure Spielfigur Knack besteht nämlich nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus einer Vielzahl an Steinsplittern. Durch selbige erhaltet ihr nicht nur einen Wachstumsschub, sondern auch mächtige Fähigkeiten. An diesem Prinzip rüttelt auch der Nachfolger nicht, was bei unserem ersten Probespiel schnell klar wird. Das Rad wird nicht neu erfunden, stattdessen ließen sich die Macher offensichtlich bei den Lego-Hüpfereien inspirieren.

Plattform-Künstler

Ganz wie bei einem typischen Klötzchen-Titel wie Lego Star Wars oder Lego Jurassic World tretet ihr alleine oder zu zweit in den Levels an. Der Spielpartner (egal ob am selben Bildschirm oder online) darf jederzeit ins laufende Spiel springen.

Bewegliche Plattformen erfordern gekonnte Hüpfaktionen - egal ob allein oder zu zweit.Bewegliche Plattformen erfordern gekonnte Hüpfaktionen - egal ob allein oder zu zweit.

Im Spielverlauf wird Abwechslung groß geschrieben. Denn in den Abschnitten wechseln regelmäßig Sprung-Einlagen mit Kämpfen und Sammelaufgaben. Beim Springen auf beweglichen Plattformen kommt es auf gutes Timing und Geschick an. Vor allem bei wippenden oder rotierenden Untergründen. Dank Doppelsprung und Verwandlungsfähigkeit alles kein Problem.

Denn jederzeit morpht der Held von seiner normalen Form zu einer Mini-Version seiner selbst. Somit gelangt ihr nicht nur durch niedrige Passagen und kleine Durchgänge bis ans Level-Ende. Ebenso entdeckt ihr so auch versteckte Schatzkisten. Auf dem Weg sackt ihr goldene Kristalle ein, um euer Wachstum anzukurbeln. Denn auf diese Weise wird euer kantiger Held zu einer immer mächtigeren Figur, was sich vor allem bei Kämpfen auszahlt.

Voller Körpereinsatz

In Knack 2 erwartet euch eine Bedrohung alter Fieslinge sowie neuer Killerroboter, die die Levels bevölkern. Entsprechend holt ihr zu Faust-, Tritt- und Sprungattacken aus. Bei den angespielten Levels tauchen Feinde vom kleinen Kobold über gepanzertem Ritter bis zum riesigen Titanen auf.

Weicht den Attacken des dicken Ritter-Robos aus, bevor ihr ihn mit Schlägen eindeckt.Weicht den Attacken des dicken Ritter-Robos aus, bevor ihr ihn mit Schlägen eindeckt.

Vor allem zu zweit sind die Auseinandersetzungen ein netter Spaß, da ihr auch kooperativ angreift. An vorgegebener Stelle sind bestimmte Tasteneingaben beider Spieler nötig, um beispielsweise Bossgegnern den Garaus zu machen. Unterwegs kämpft ihr auch mal in Arenen mit Gegnerwellen, bevor es weitergeht. Ebenso dürft ihr auch mal einen Panzer bemannen und die gegnerische Armada wegholzen.

Nach wie vor ungewohnt ist der Einsatz des rechten Analogsticks. Denn damit dreht ihr nicht die Kamera, sondern weicht aus. Die Spielperspektive ist wie bei God of War fest vorgegeben. Die automatische Kameraführung wandert mit der Action mit, allerdings kann bei einem Koop-Team auch mal ein Zocker aus dem Blickfeld verschwinden.

Die Umgebungen gefallen mit unterschiedlichsten Szenarien irgendwo zwischen industrieller Moderne und Mittelalter. Mal durchstreift ihr Burgkomplexe, mal schleicht ihr durch nächtliche Gärten. Schön, dass es unterwegs massig zerstörbares Inventar (und damit sammelbare Goodies) gibt. Eine weitere Parallele zu den Lego-Spielen.

Meinung von Thomas Stuchlik

Wie erwähnt gleicht der Spielablauf von Knack 2 oftmals den Lego-Produktionen und macht damit genauso viel Spaß. Denn dank ständigem Wechsel zwischen Geschicklichkeitspassagen und Kampfduellen wird einiges an Abwechslung geboten - weit mehr Abwechslung als beim ersten Knack. Auch die Steuerung wirkt direkter, während die automatische Kameraführung das Geschehen diesmal besser im Blick behält.

Doch vor allem der gut integrierte Zweispieler-Modus fesselt an den Bildschirm. Auch wenn jetzt schon klar ist, dass Knack 2 definitiv keine echte Konkurrenz zum kommenden Super Mario Odyssey ist: PlayStation-4-Besitzer erwartet eine nett gemachte und familienfreundliche Hüpferei, die den lahmen Spielablauf des Vorgängers fast vergessen macht - und das schon ab Anfang September.

Tags: Koop-Modus   Singleplayer  

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