Test Hey! Pikmin: Zweidimensionaler Gartenspaß

von Thomas Nickel (26. Juli 2017)

Er lernt es einfach nicht: Wieder mal ist Captain Olimar abgestürzt - und wieder sind es die Pikmin, die ihm aus der Patsche helfen. Diesmal in Hey! Pikmin für Nintendo 3DS.

Hey! Pikmin ist ein Spiel, wie ihr es schon lange nicht mehr gesehen habt. In den glorreichen "Nintendo DS"-Tagen (über die euch Kollegin Chiara hier gerne mehr vorschwärmt), da waren Spiele, bei denen das innovative Doppelbildschirm-Touchscreen-Layout des Systems auf ungewöhnliche und clevere Weise genutzt haben fast an der Tagesordnung. Doch mit dem 3DS wurde der dort ebenfalls noch vorhandene Touchscreen immer mehr zur Nebensache: Gerade die stereoskopische Darstellung auf dem oberen Bildschirm und dessen breiteres Format machten Spiele, die das Layout des Systems wirklich nutzten, immer mehr zur Ausnahme.

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Und auf einmal kommt jetzt Hey! Pikmin an, dreht das Spieldesign-Rad um ein paar Jahre zurück und fährt damit richtig gut! Wieder einmal hat Olimar Glück im Unglück. Nach einem kleinen Weltraum-Unfall knallt sein Raumschiff auf einen Planeten und all das wertvolle Glitzerium ist aus dem Tank verschwunden. Zum Glück scheint der Planet aber jede Menge des begehrten Rohstoffs zu bieten. Und nicht nur das, auch jede Menge Pikmin leben dort. Also macht sich Olimar wieder einmal auf den Weg, um zusammen mit seinen kleinen Helfern dafür zu sorgen, dass er es wieder nach Hause schafft.

Die Prämisse ist ähnlich, das Spielprinzip hat sich aber geändert! Ließen sich die drei Vorgänger Pikmin, Pikmin 2 und Pikmin 3 irgendwo im Bereich zwischen Echtzeit-Strategie und der Erforschung einer weitläufigen Welt verorten, da mischt Hey! Pikmin in sich abgeschlossene Levels mit kleinen Rätseln, Geschicklichkeitseinlagen und ein wenig 2D-Hüpferei - und das alles wird per Analogstick und Touchpen gesteuert!

Das Steuerungsschema mit dem Touchpen gab es zu DS-Zeiten gar nicht mal so selten, heute ist es schon eher ein Exot - dabei funktioniert es gerade bei Hey! Pikmin richtig gut - und das sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder: Olimar kontrolliert ihr auf Wunsch per Analogscheibe, Steuerkreuz oder eben mit den vier Knöpfen auf der rechten Seite - nur der lustige Analog-Nippel der New-3DS-Modelle wird nicht unterstützt.

Seinen Jetpack aktiviert Olimar nicht auf Knopfdruck, auch dafür kommt der Stylus zum Einsatz.Seinen Jetpack aktiviert Olimar nicht auf Knopfdruck, auch dafür kommt der Stylus zum Einsatz.

Abgesehen vom Laufen führt ihr alle Aktionen auf dem Touchscreen durch. Es gibt ein Symbol mit dem ihr die Pikmin ruft und ein Symbol um Olimars Jetpack zu aktivieren, auch die verschiedenen Pikmin-Sorten wechselt ihr auf diese Weise durch. Und tippt ihr an eine andere Stelle des Bildschirms, dann schleudert Olimar ein Pikmin in diese Richtung.

Die verschiedenen Pikmin-Arten verfügen wie immer über unterschiedliche Fähigkeiten. Die roten Pikmin sind immun gegen Feuer, die blauen haben auch unter Wasser kein Problem, die gelben sind unempfindlich gegen Elektrizität und können höher geworfen werden ... So beseitigen die Pikmin Hinternisse, tragen wertvolle Gegenstände zu Olimar, sammeln kleine Glizeriumseinheiten ein oder greifen Gegner an - wenn ihr das übers Herz bringt, denn krabbelige Beisskäfer und gelbe Vögel sind wieder einmal gnadenlos niedlich, und wenn nach ihrem Ableben die transparente Vogelseele gen Himmel strebt, dann tut euch da schon ein wenig leid. Andererseits lautet das Motto bei Pikmin "fressen und gefressen werden".

In den einzelnen Stufen geht es dann meist eher gemächlich zur Sache - Rätseleien und Erkundung stehen klar im Vordergrund, und wer sich die Levels genau anschaut, der findet auch manch einen verstecken Ausgang, der wiederum zu alternativen und geheimen Stufen führt. All das erhöht dann die Zahl der Pikmin, die ihr in euren Pikmin-Part mitnehmt. Dort wuseln die kleinen Burschen dann fröhlich umher und suchen nach weiterem Glitzerium - ein wenig erinnert das durchaus an den Dorf-Wiederaufbau in Bravely Default. Auch Amiibo werden hier unterstützt, allerdings nur ein paar, darunter das offizielle Amiibo für Hey! Pikmin.

Olimar wirft Pikmin gegen die Schaufel damit diese umkippt und eine Brücke bildet.Olimar wirft Pikmin gegen die Schaufel damit diese umkippt und eine Brücke bildet.

Wie auch die anderen Teile der Serie ist Hey! Pikmin ein ausgesprochen hübsches Spiel. Trotz der heute sehr gering anmutenden Auflösung der 3DS-Familie sind die Szenarien hübsch modelliert, bieten viele liebevolle Details und auch manch einen geschmackvoll eingesetzten Lichteffekt, auch die Animationen von Olimar, den Pikmin und den Gegnern sind enorm niedlich ausgefallen. Zusammen mit der meist äußerst entspannten Musik und dem meist gemächlichen, aber niemals langweiligen Spielablauf ergibt es wieder die klassische Pikmin-Mischung - trotz Perspektivewechsel bleibt sich die Reihe also auch in Sachen Präsentation treu.

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