Test Aven Colony: Die Zukunft der menschlichen Zivilisation liegt in meiner Hand

von Chiara Bruno (25. Juli 2017)

Team17 und Mothership Entertainment versprechen mit Aven Colony Strategie- und Simulationsspaß in "Sci-Fi"-Optik im Stile von Anno 2205. Im Test erfahrt ihr, wie sich das Aufbau- und Strategiespiel auf der PlayStation 4 spielt.

Ungefähr ein Jahr befand sich das Aufbau-Spiel Aven Colony des kleinen Indie-Teams Mothership Enetrtainment in der Beta-Phase. Nun hat es das Spiel auf die Konsole und den PC geschafft.

Es ist passiert. Die Erde ist unbewohnbar und es liegt in eurer Hand, mit Beratern, die euch zur Seite stehen, eine bewohnbare Kolonie auf einem anderen Planeten aufzubauen. Klingt schwierig? Ist es auch - macht aber Spaß, wenngleich nicht langzeitig.

Aven Colony bedient sich an Elementen von Schwergewichten wie Anno 2205, Cities - Skylines oder Tropico. Nicht viele Fans des Genres bekamen etwas von dem Spiel mit, denn das Indie-Entwicklerstudio hielt sich mit Werbekampagnen zurück.

Übernehmt die Rolle des Gouverneurs

In Aven Colony übernehmt ihr - nach einer kurzen Einweisung in die Spielwelt - die Rolle eines Gouverneurs. Eure Aufgabe ist es, eine überlebensfähige Kolonie auf einem Alien-Planeten zu erbauen. Wahlweise steht euch die im Spiel enthaltene Kampagne oder der Sandbox-Modus zur Verfügung.

In der Kampagne werdet ihr von Beratern begleitet, die euch mit Missionen ein wenig den Weg vorgeben. Die Missionen werden mit Ressourcen oder Kolonisten entlohnt. Es stehen verschiedene Kampagnen zur Verfügung wie in etwa Sandy Gulch, eine Wüstenkarte, in der Landwirtschaft nur erschwert möglich ist oder Azara Falls, eine frostige Umgebung, in der ihr auf den Handel angewiesen seid, um eure Kolonie zu versorgen. Insgesamt könnt ihr aus zehn verschiedenen Karten auswählen. Der Unterschied in der Kampagne liegt im Grunde nur darin, ein Hauptziel zu erreichen, das Spielprinzip ist in beiden Modi dasselbe.

Erbaut eine lebensfähige Kolonie

Wie in ähnlichen Aufbau-Simulationen, müsst ihr eure Bewohner mit Nahrung, Wasser und etwas Unterhaltung versorgen. Dafür braucht ihr Farmen, eine Wasserversorgung und folglich auch ausreichend Elektrizität.

Die Zukunft einer kleinen Kolonie liegt in eurer Hand.Die Zukunft einer kleinen Kolonie liegt in eurer Hand.

Neue Kolonisten landen in zeitlichen Abständen auf eurem Planeten. Eure Kolonie ist die treibende Kraft eurer Produktion. Diese beherbergt ihr in Wohngebäuden. Aber Vorsicht: wie auch schon in Cities - Skylines, sollte eure Kolonie über eine gute Infrastruktur verfügen. Denn eure Bewohner werden schnell unzufrieden, wenn sie einen langen Arbeitsweg haben. Die Schwierigkeiten variieren allerdings je nach Karte, so könnt ihr in einer Wüstenumgebung vielleicht Nahrung anbauen, habt aber dafür Probleme mit der Wasserversorgung. Mit verschiedenen Karten sorgen die Entwickler hier für neue Szenarien und etwas Abwechslung.

Vorsicht vor der Alien-Bedrohung

Eine gute Infrastruktur herzustellen gehört allerdings noch zu den kleineren Schwierigkeiten, denn ein Alien-Planet bringt gerne mal ein paar entsprechende Alien-Bedrohungen mit. Der Job als Gouverneur ist stressiger als gedacht. So habt ihr häufiger mit Hindernissen und außerirdischen Gefahren wie zum Beispiel riesigen Sandwürmern, tödlichen Sporen oder teuflischen Pilzinfektionen - auch Creeps genannt - zu kämpfen.

Die Herausforderung ist groß, denn die Sporen lösen eine Pestepidemie aus, die sich bei unzureichender Lüftung leichter verbreitet. Für all diese Hindernisse gibt es allerdings spezielle Maßnahmen und Gebäude, die euch bei der Eindämmung der Katastrophe helfen. Diese brauchen allerdings wieder ausreichend Energie und Arbeiter.

Der Winter gestaltet sich als äußerst schwierig, denn ihr produziert weniger Rohstoffe und müsst eure Kolonie noch zusätzlich vor Blitzeinschlägen schützen. Bis ihr den Dreh raushabt vergehen einige Stunden voller Verzweiflung.

Meinung von Chiara Bruno

Die kurzen Produktionsketten und der viel zu simpel aufgebaute Handel - also Ware gegen Ware - sorgen dafür, dass ich nach ein paar Stunden Spielzeit das Gefühl hatte, alles gesehen und alle Herausforderungen gemeistert zu haben. Auch der erhöhte Schwierigkeitsgrad ersetzt nicht die mangelnde Gebäudeauswahl. Aven Colony lässt sich überraschend gut auf der Konsole steuern. Mit den L1- und R1-Tasten verschafft ihr euch einen Überblick über eure gesamte Kolonie oder zoomt in kleinere Details. Mithilfe der R2-Taste öffnet ihr das Gebäude-Menü, das sich wie ein Rad gestaltet. Dort wählt ihr per rechtem Analogstick den gewünschten Menüpunkt aus.

Für Genre-Fans, die keinen großen Wert auf tiefgründigere Handelssysteme wie die in der Anno-Reihe oder eine riesige Gebäudeauswahl legen, ist Aven Colony das Richtige. Auch wenn ein wenig Tiefgang fehlt, hat das Indie-Studio gute Arbeit geleistet. Das Spiel schafft es gut, den Aspekt der Kolonialisierung eines fremden Plantens widerzuspiegeln. Auch optisch überzeugt der Aufbau-Simulator: Die Gebäude und die Umgebung sind hübsch gestaltet und sorgen mit passenden Lichteffekten und einer ruhigen Hintergrund-Musik für eine angenehme Atmosphäre.

Der Preis von knapp 30 Euro ist für die gelieferte Spielzeit und Qualität angemessen.

69

meint: Eine gelungene "Sci-Fi"-Aufbau-Simulation mit simpler Spielmechanik, die nach längerer Spielzeit allerdings zu simpel scheint.

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Inhalt

  • 1. Aven Colony: Die Zukunft der menschlichen Zivilisation liegt in meiner Hand

Tags: Science-Fiction  

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