Vorschau Far Cry 5: Gezähmte Wildnis, verrückte Sekten, treue Vierbeiner

von Thomas Stuchlik (21. August 2017)

Auf der E3 2017 überraschte Ubisoft die Fans mit einer kontroversen Ankündigung: ein brandneues Far Cry, das ohne serientypische Wildnis auskommt. Kann das gutgehen? spieletipps wagt das ausgiebige Probespiel direkt bei Ubisoft.

Kein Dschungel, keine Steinzeit: Das kommende Far Cry 5 offenbart sich mit einem gewagten oder, besser gesagt, einem überraschend konventionellen Szenario. Denn es verschlägt euch weder in exotische Lande noch in exotische Tierwelten. Stattdessen landet ihr in Amerikas verschlafenem Hinterland. Genauer gesagt im US-Bundesstaat Montana im fiktiven Hope County. Und zwar nicht in grauer Vorzeit, sondern in der Gegenwart.

Der erste Eindruck in der lauschigen Hügellandschaft täuscht zunächst. Denn zwischen Bauernhöfen, Äckern und Hillbilly-Städtchen hat sich die fanatische Sekte „Project at Eden's Gate“ breit gemacht. Unter ihrem durchgedrehten Anführer Joseph Seed verbreiten die Verrückten ihre zweifelhafte Botschaft in der ländlichen Bevölkerung mit Waffengewalt und Exekutionen. Und genau das schmeckt schon deutlich mehr nach Far Cry. Auch am eigentlichen Grundprinzip haben die Entwickler nichts verändert, was Serienkenner besänftigen sollte.

Cesar Millan wäre stolz!

Für das erste Probespiel beim Hersteller bleibt die Qual der Wahl. Denn in Far Cry 5 stehen euch hilfreiche Begleiter für die Einsätze zur Seite. Bei der Vorab-Version sind das derer drei: der Haudrauf-Bursche Nick Rye mit seinem Propellerflugzeug, die erbarmungslose Grace Armstrong samt Scharfschützengewehr sowie der treue Hund Boomer.

Im allgegenwärtigen Chaos unterstützt euch Boomer mit seinen tödlichen Beißern.Im allgegenwärtigen Chaos unterstützt euch Boomer mit seinen tödlichen Beißern.

Die neuen Partner entscheiden auch über eure Vorgehensweise. Natürlich könnt ihr wie gewohnt alleine die feindlichen Außenposten einnehmen, entweder schleichend oder ballernd. Allerdings bringt das treue Gefolge eine Würze Taktik ins Spielgeschehen. Beispiel Vierbeiner: Boomer verweilt treu an eurer Seite, bis ihr ihn auf Knopfdruck zu Zielpunkten schickt.

Dabei markiert er praktischerweise alle Gegner, die er in der Umgebung wahrnimmt. Das erspart euch Arbeit mit dem Fernglas. Und nicht nur das: Der Wauwau wird von Gegnern gar nicht beachtet. Zumindest nicht, bis ihr ihm das Angriffskommando erteilt. Dann nimmt er sich die Kehle des markierten Opfers vor. Manchmal schnappt sich Boomer obendrein deren Waffe und bringt sie euch. Braves Hundchen!

Mit Sniper und Luftschlag

Gegen den charmanten Bello stinken die beiden anderen Begleiter zwar ab, dennoch verfügen sie aber über schlagkräftige Argumente. Kollegin Grace Armstrong befehligt ihr in Lauerstellung, damit sie auf Kommando fanatische Kirchenanhänger aus großer Distanz erledigt. Leider geht das jedoch nicht so lautlos wie mit Boomer vonstatten. Ergo schlagen die Wachen schnell Alarm und rufen Verstärkung.

Ebenso lautstark ist Bruchpilot Nick, der beständig über euren Köpfen kreist und auf Befehle wartet. Markiert ihr ihm eine Stelle, deckt er diese mit einem Bombardement ein. Äußerst effektiv bei Gegneransammlungen sowie Tanklastern. Währenddessen solltet ihr nicht untätig herumstehen. Denn mit gezielten Koop-Aktionen nehmt ihr auch größte Festungen auseinander. "Far Cry"-typisch geht ihr in Stellung und überrascht Gegner hinterrücks mit schallgedämpften Schüssen oder Nahkampfattacken, neuerdings auch mit Mistgabeln und Baseballschlägern. Alternativ natürlich mit gewohnt lautstarkem Schusswaffensortiment.

Das Probespiel beschränkt sich auf ein kleines Areal, in dem immer neue Gegnerpatrouillen auftauchen. Im offenen Gebiet steht es frei, auf die Jagd nach Wild zu gehen oder per LKW die Gegend unsicher zu machen. Nicht zuletzt schwingt ihr euch in Nicks Propellervogel, um andere Blechmaschinen vom Himmel zu holen oder Feindgebiete mit Bombenteppichen einzudecken. Nach so viel Action entspannt ihr euch schließlich beim Angeln am nächsten See.

Meinung von Thomas Stuchlik

Far Cry 5 bietet viel Altvertrautes, aber auch viel Neues. Grundsätzlich spielt es sich wie die neueren Teile der Reihe. Wie gewohnt markiere ich Gegner und pirsche mich hinter ihrem Rücken heran. Wie gewohnt fliegt meine Deckung auf und ich stehe im Kugelhagel. Doch diesmal läuft einiges anders, da euch die Begleiter aus der Patsche helfen können oder euch viel Arbeit abnehmen. Ebenso gefällt die scheinbar große Auswahl an Vehikeln vom Traktor bis zum Flugzeug. Schnell kommt das alte Spielgefühl auf.

Was mich weniger überzeugt ist die altgediente Grafik-Engine. Zwar wirken Montanas Landschaften durchaus ansprechend, aber niemals so lebendig oder spektakulär wie in anderen "Open World"-Abenteuern. Hier wäre mal eine Generalüberholung mit frischer Technik fällig. Bleibt noch die Frage, wie gut sich der neue Oberfiesling Joseph macht, schließlich haben gerade die jüngsten Serienepisoden vom Wahnwitz eurer Gegenspieler gelebt. Diese Frage kann aber erst beantwortet werden, sobald das Spiel fertig ist.

Tags: Open World   Singleplayer  

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