Test Overcooked - Special Edition: Überlebt eure Freundschaft den Küchenkrieg?

von Emily Schuhmann (03. August 2017)

Ein Rentier, ein Waschbär im Rollstuhl und ein Drache wollen gemeinsam so viele Suppen wie möglich kochen. Was wie ein Fiebertraum klingt, ist Overcooked eine ganz normale Level-Beschreibung.

Spielt ihr die Overcooked - Special Edition für Nintendo Switch so wie sich die Entwickler von Ghost Town Games das vorgestellt haben, dann fühlt es sich an wie eine wohldurchdachte Choreographie. Ein Tanz, in dem jeder falsche Schritt lediglich verhungernde Gäste, eine brennende Küche und vollkommenes Versagen zur Folge hat. Nicht zu vergessen, dass ihr immer mal wieder selbst in Lebensgefahr schwebt. Wer war noch gleich der Meinung, dass eine Küche mitten in einem Lavasee eine gute Idee ist?

Die Kampagne beginnt mit der Zerstörung der Welt durch ein nimmersattes Spaghettimonster. Da ihr nicht in der Lage seid schnell genug zu kochen, schickt euch der Zwiebelkönig in die Vergangenheit, um besser zu werden. Klingt merkwürdig und ist es auch, aber die Geschichte ist sowieso zweitrangig. Auf der Karte klappt sich mit jedem abgeschlossenen Level das nächste Gebiet auf und der Schwierigkeitsgrad steigt konstant. Als Belohnung winken über 20 neue Spielfiguren und neue Aufgaben für den Wettkampfmodus.

Trauma zwischen Topf und Pfannen

Bei der verrücktesten Kocherfahrung aller Zeiten geht es um Kooperation und Teamarbeit, und das möglichst ohne eure Mitköche umzubringen. Zwar könnt ihr euer Glück am Herd auch allein versuchen, aber das senkt den Spielspaß drastisch, denn dann müsst ihr zwei Charaktere gleichzeitig steuern. Das einzige, was im lokalen Mehrspielermodus leiden könnte, ist euer geistiges Wohl, denn Overcooked hat das Potenzial Freundschaften zu zerstören. Was soll man auch erwarten, wenn man bis zu vier Spieler vor die Herausforderung stellt, in kurzer Zeit so viele Bestellungen abzuarbeiten wie nur wie möglich.

Im Grunde genommen ist es ein simples Spiel, in dem ihr nur drei Knöpfe und den Analogstick benötigt. Rechts zum Gegenstände transportieren, Oben zum Aktionen auslösen, Unten gibt euch einen Geschwindigkeitsschub. Kleiner Tipp: Nutzt den Sprint so oft wie möglich. Um Zutatenengpässe müsst ihr euch keine Sorgen machen, aber Zeit ist ein wertvolles Gut. Für einen Burger müsst ihr beispielsweise Fleisch hacken, es anbraten, Salat und Tomaten schneiden, alles auf ein Brötchen packen, den Teller beim Gast abliefern, und das alles, während ihr euch fühlt als hätte sich die ganze Welt oder zumindest die Küche gegen euch verschworen.

Eine extragroße Portion, bitte!

Habt ihr schonmal versucht zu kochen während freche Ratten euch ständig die frisch geschnippelten Zutaten stehlen? Nein? Dann seid ihr nach diesem Spiel um eine Erfahrung reicher und habt gleichzeitig auch das Kochen zwischen rasenden LKWs, auf einem rutschigen Eisberg oder im Weltall gemeistert. Überraschenderweise hat die HD-Vibration der Joy-Cons tatsächlich einen Einfluss auf das Spielgefühl. Jeder Messerschwung am Schneidebrett ist spürbar.

Typisch Weihnachten! Da brennt die Hütte und der Trottel vom Dienst dreht Pirouetten mit dem Feuerlöscher.Typisch Weihnachten! Da brennt die Hütte und der Trottel vom Dienst dreht Pirouetten mit dem Feuerlöscher.

Vor exakt einem Jahr erschien Overcooked für PS4, Xbox One und PC und ist seit dem 27. Juli für einen Zwanziger auch als digitale Special Edition für Nintendo Switch erhältlich. Zum Originalspiel sind noch die Zusatzinhalte "The Lost Morsel" und "Festive Seasoning" enthalten, in denen ihr im Dschungel und in einer verschneiten Weihnachtswelt den Kochlöffel schwingt.

Durch die zwei mitgelieferten Controller eignet sich die Switch perfekt für alles was einen Mehrspielermodus hat, und Overcooked bildet da keine Ausnahme. Im Tablet-Modus solltet ihr aber keine Probleme mit Körperkontakt haben. Gerade zu viert wird es vor dem kleinen Bildschirm kuschlig. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein. In diesem Sinne: An die Töpfe, fertig, los!

Meinung von Emily Schuhmann

Kochen bedeutet für mich Entspannung. Zutaten vorzubereiten und dann zu einem leckeren Gericht zu kombinieren, hat meiner Meinung nach schon fast etwas Meditatives. Wem es hier ähnlich wie mir geht: Overcooked hat nichts mit dieser Art des Kochens zu tun. Stellt euch vor, ihr müsstet ganz allein und unter heftigem Zeitdruck in einer industriellen Großküche arbeiten. Das dürfte dem Stress, unter dem man in diesem Spiel steht, verdammt nahe kommen.

Warum ihr es trotzdem spielen solltet? Ganz einfach, es macht einfach unglaublich viel Spaß mit Freunden. Über Steamlink habe ich Overcooked schon zu viert auf der Couch gezockt, und das danach das Haus noch stand, hat mich wirklich überrascht. Wir alle waren heiser vom Anweisungen schreien und vor all dem vielen Lachen. Mit der Switch bin ich mobil, was ganz neue Möglichkeiten für langweilige Zugfahrten und ähnliches eröffnet. Nur die Lautstärke niedrig zu halten könnte problematisch werden.

80

meint: Alleine zäh wie Kaugummi. Gemeinsam ein gastronomischer Hochgenuss, der Freundschaften auf die Probe stellt.

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Tags: Fun   Koop-Modus   Multiplayer  

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